Mehr erfahren: TFA und PFAS im Trinkwasser
Infoveranstaltung in Kevelaer am 5. September
Im Mittelpunkt steht die Belastung des Trinkwassers mit sogenannten Ewigkeitschemikalien – insbesondere Trifluoracetat (TFA) und anderen PFAS-Verbindungen. Diese Stoffe sind extrem langlebig, in der Umwelt kaum abbaubar und stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Die Veranstaltung richtet sich an alle Bürger, die sich über aktuelle Erkenntnisse, Risiken und politische Handlungsoptionen informieren möchten.
Aktueller Anlass: Die ARD-Sendung „Plusminus“ vom 9. Juli berichtete über TFA-Werte im Trinkwasser – von den untersuchten Wasserproben hatte Kevelaer den höchsten Wert. Der gemessene TFA-Wert lag hier bei 2,4 Mikrogramm pro Liter. Der Bericht hat bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt und viele Fragen zum Umgang mit TFA, PFAS und zur Trinkwasserqualität aufgeworfen.
Gesundheitliche Risiken: PFAS, zu denen auch Trifluoracetat (TFA) gehört, sind extrem langlebig, reichern sich in der Umwelt und im menschlichen Körper an und können über das Trinkwasser oder die Nahrung aufgenommen werden. Das Umweltbundesamt (UBA) weist darauf hin, dass einige PFAS mit gesundheitlichen Risiken wie Leberschäden, Störungen des Immunsystems und möglicherweise krebserregenden Wirkungen in Verbindung gebracht werden. Insgesamt
20 verschiedene PFAS-Verbindungen sind EU-weit als „besonders besorgniserregend“ eingestuft und unterliegen speziellen Regelungen. Auch wenn TFA selbst als schwächer toxisch gilt, sieht das UBA „Vorsorgebedarf“, da TFA praktisch nicht abgebaut wird, sich in Böden und Gewässern anreichert und dauerhaft ins Trinkwasser gelangen kann. Besonders empfindliche Gruppen wie Schwangere und Kinder könnten dadurch gefährdet sein.
Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) bewertet TFA als fortpflanzungsgefährdend. Zusammen haben UBA, BfR und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) beantragt, TFA EU-weit als fortpflanzungsgefährdend, sehr persistent und sehr mobil einzustufen.
Als Referent spricht Dr. Andreas Müller, Diplom-Chemiker, Geschäftsführer eines Umweltberatungsunternehmens in Velbert. Seit über 30 Jahren beschäftigt er sich mit Chemikalien in der Umwelt, Gewässerökologie und nachhaltigem Umweltmanagement. Er ist zudem in verschiedenen Verbänden aktiv und publiziert regelmäßig, zuletzt zu den Auswirkungen von Insektiziden auf die Biodiversität.
Eine offene Diskussion mit dem Publikum ist im Anschluss an den Vortrag vorgesehen. Der Eintritt ist frei.
Für Rückfragen zur Veranstaltung und zum Thema steht die Co-Fraktionssprecherin der Grünen Kevelaer, Nicole Ganss, tagsüber telefonisch zur Verfügung: 02832/9257499 (AB).
Dr. Andreas Müller. Foto: privat