Licht zwischen den Schatten
Eine Konzertlesung in der Kleinen Kirche an der Böllenstege
KLEVE. Am Samstag, 28. März, 18 Uhr findet in der Kleinen Kirche an den Böllenstege unter dem Titel „Das Licht zwischen den Schatten“ ein Konzertlesung mit Texten von Etty Hillesum und Rainer Maria Rilke statt. Ausführende sind Irina Skuratovska und Tabea Frauenlob.
Irina Skuratovska und Tabea Frauenlob - beide am 29. August 1990 geboren – erfahren seit 2016 in ihrem künstlerischen und heilerischen Schaffen immer neue Anregungen durch die Schriften von Etty Hillesum. Sie begeben sich mit ihrem Programm „Das Licht zwischen den Schatten“ auf eine gemeinsame Forschungsreise, lassen sich von Klängen davon tragen und von Worten in die Gegenwart holen.
Skuratovska – wie Frauenlob am 28. August 1990 geboren – studierte in Köln Musik (Hauptfach Klavier) sowie Tanz. Jetzt arbeitet sie als freiberufliche Sängerin, Chorleiterin, unterrichtet Klavier und Gesang. Tabea Frauenlob begann ihre musikalische Ausbildung vor sechs Jahre. Sie spielt seit dem neunten Lebensjahr Klarinette, später kamen Gitarre und Handpan dazu.
In einem Text heißt es: „Viele Jahre in verschiedenen Theaterproduktionen, von Kleve bis zum Stadttheater in Duisburg, bereichern den künstlerischen Ausdruck. Die Texte von Etty Hillesum inspirieren sie seit Längerem und werden in Kombination mit Klang, Liedern und weiteren Gedichten zu einer Gesamtkomposition.“
Zu den Werken von Etty Hillesum schreiben die Künstlerinnen: „Es sind Texte der Hoffnung und Liebe inmitten der Finsternis. Etty Hillesum wurde durch ihre eigene innere Arbeit - erfahrbar durch ihre Tagebücher und Briefe – zu einer Prophetin, einem Segen, der bis in unsere Zeit hinein leuchtet. In einer Zeit globaler Krisen bieten ihre Schriften Orientierung für den Umgang mit Angst und Ohnmacht. Ihr Werk wird seit der Veröffentlichung ihres Gesamtwerks in deutscher Sprache auch hierzulande als Inspiration für „innere Freiheit“ und „Menschlichkeit als Aufgabe“ in Bildung und Theologie rezipiert.
Etty Hillesum entwickelte eine tiefgreifende Mystik, die nicht vor der Realität floh, sondern ihr standhielt. Ihr Werk ist ein Plädoyer gegen die Entmenschlichung: Sie weigerte sich konsequent, ihre Verfolger zu hassen. Dieser Verzicht auf ein Feindbild gilt bis heute als einer der stärksten Akte geistigen Widerstands während der Shoah. Rilke war einer ihrer großen mystischen Wegweiser.“
Das Konzert in der Kleinen Kirche an der Böllenstege, das von Haus Mifgash in Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde Kleve veranstaltet wird, beginnt am Samstag, 28. März, um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Es wird um Spenden gebeten.
Laden zur Konzertlesung ein: Irina Skuratovska (l.) und Tabea Frauenlob. Foto: privat