René Schneider (l.) möchte sein Direktmandat für den Kreis Wesel II im April kommendes Jahres verteidigen. NN-Archivfoto: SP
16. Juni 2026 · Niederrhein

Letzter Listenplatz: René Schneider (SPD) kandidiert „ohne doppelten Boden“

Seine SPD befände ich allerdings zurzeit in einem „Allzeittief“

KREIS WESEL. Der SPD-Landtagsabgeordnete René Schneider wird bei der Landtagswahl im kommenden Jahr auf dem letzten Listenplatz seiner Partei starten. Das steht nach dem einstimmigen Votum der Landesdelegiertenkonferenz der nordrhein-westfälischen SPD am vergangenen Samstag in Düsseldorf fest.

„So komisch es beim ersten Hören klingen mag: Damit geht für mich ein Wunsch in Erfüllung“, sagt der Kamp-Lintforter. Bewusst habe er sich parteiintern in den vergangenen Wochen um Platz 127, also das Ende der Liste, beworben: „Mir geht es darum, Zuversicht zu zeigen und den absoluten Willen, diesen Wahlkreis einmal mehr direkt zu gewinnen.“

Nach 2012, 2017 und 2022 kandidiert der 49-Jährige am 25. April 2027 erneut in Kamp-Lintfort, Voerde, Rheinberg, Xanten, Alpen und Sonsbeck. Dreimal hat er den Wahlkreis direkt geholt. Dennoch sagt Schneider: „Das wird im kommenden Jahr kein Selbstläufer. Aber wir müssen auch wieder mutiger sein und selbstbewusster. Denn warum sollten andere an uns glauben, wenn wir es selbst nicht mehr tun?“

Die SPD befinde sich aktuell im Allzeit-Tief. „Aber gerade in dieser Lage möchte ich zeigen, dass wir uns nicht verstecken dürfen. Ohne Zuversicht sind wir verloren. Wir müssen raus, den Menschen zuhören und ihre Probleme dann auch lösen“, so Schneider. Das gehe am besten, wenn man viel im eigenen Wahlkreis unterwegs ist.

„Parteiveranstaltungen mit Listenaufstellungen und langen Beratungen haben natürlich ihren Sinn, schotten aber auch ab“, sagt Schneider, „Wer wissen will, was wirklich los ist, muss in den Alltag.“ Seine Kandidatur für den letzten Platz sieht er als Bekenntnis dazu: „Für mich gibt es keinen doppelten Boden. Ich bin als Kandidat vor Ort und möchte überzeugen, dass ich die Anliegen am besten in Düsseldorf vertrete.“

Als Ziele benennt er dabei unter anderem eine bessere Finanzierung von Kitas, mehr bezahlbaren Wohnraum sowie ein Ende des Kiesabbaus am Niederrhein.

René Schneider (l.) möchte sein Direktmandat für den Kreis Wesel II im April kommendes Jahres verteidigen. NN-Archivfoto: SP