Das gab`s noch nicht: Drei erste Preise beim Lesewettbewerb. Lena Lamertz, Klara Simons. Nelli Hebben, Hedda Kreß und Karl Steenhuis (v.l.) sowie von der Jury Sigrun Hintzen und Thomas van Baal. NN-Foto: HF
24. April 2026 · Lesekönige

Lesen für die letzte Reihe

An der St. Georg Grundschule in Nütterden gab es eine Preispremiere

NÜTTERDEN. Fangen wir doch mal hinten an. Da geht es ums Rechnen. Aber war das hier nicht ein Vorlesewettbewerb? Sollten nicht Lesekönige oder fgar Königinnen ermittelt werden? Die Antwort: eigentlich schon.

Und dann tritt zur Siegerehrung die Juryvorsitzende ans imaginäre Pult und verkündet eine Art von Ausnahmezustand. Mella, Nelli, Hedda, Lena, Karl und Klara haben sich lesend um den Königsposten beworben und jetzt steht Sigrun Hintzen – die Urkunden in der Hand – vor dem gespannten Publikum und gratuliert Nelli Hebben zum vierten Platz.

Haltstoppmaleben. Sechs Kandidaten und jetzt wird ein vierter Platz angesagt? Hat sich da jemand (sprich: die Jury) verrechnet? Könnte ja sein. Ist aber nicht so. Sigrun Hintzen sagt, „dass wir – also die Jury – das auch noch nicht erlebt haben“. Klara Simons hat den dritten Platz erobert und Lena Lamers den Zweiten. Haltstopp: Jetzt noch mal langsam. Ein vierter, ein dritter und ein zweiter Platz und da stehen noch drei Kandidaten. „Und was bedeutet das jetzt?“, fragt Sigrun Hintzen. Nun ja – es gibt tatsächlich drei erste Plätze. Karl Steenhius, Hedda Kreß und Mella Alshawish haben es geschafft. Ein royales Vorlesetrio strahlt um die Wette. „Wenn ihr glaubt, es sei hier neblig, dann liegt das daran, dass bei uns bei der Punktevergabe die Köpfe geraucht haben“, sagt Sigrun Hintzen. (Gut, dass die Feuermelder nicht angeschlagen haben.) Am Anfang hat es einen „Veranstaltungs-Tip“ der Jurypräsidentin gegeben: „Ihr müsst für die letzte Reihe lesen“, hatte die Sugrun empfohlen. Bedeutet: Wenn‘s in der letzten Reihe verstanden wird, dann auch ganz vorn. Dann machten sich die Kandidaten ans Werk und es wurde irgendwie alles großartig. Da waren keine Vorleser am Werk sondern Erzähler – Schauspieler. Bücher als Rollenvorlage. Spätestens, wenn es um wörtliche Rede geht, sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Was Mella, Nelli, Hedda, Lena, Karl und Klara vom Stapel laufen ließen, war irgendwie großes Kino. Strauchler im Text? Was soll‘s. Kann passieren. Der Gesamteindruck zählt. Das Zauberwort: souverän.

Kein Wunder, dass es am Ende drei erste Plätze gab. Grundschularithmetik nach Art der St. Georg Grundschule in Nütterden. Am Ende: Sechs Strahlgesichter. Und Frau Hintzen sagt noch: „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.“ Dem wäre nichts hinzuzufügen.

Der Wettbewerb: Teilnehmer sind die Geschwister Devries-Schule Uedem, Heinrich-Eger-Schule Appeldorn, St. Luthard-Schule Wissel, St. Markus-Schule Schneppenbaum, St. Markus-Schule Hasselt, Katholische Grundschule St. Antonius Hau, Christophorus-Schule Kranenburg, St. Georg Grundschule Nütterden. Ablauf: Zusätzlich zu den Vorlesewettbewerben gibt es noch in jeder Schule Quizrunden und eine gemeinsame Abschlussveranstaltung.

Das gab`s noch nicht: Drei erste Preise beim Lesewettbewerb. Lena Lamertz, Klara Simons. Nelli Hebben, Hedda Kreß und Karl Steenhuis (v.l.) sowie von der Jury Sigrun Hintzen und Thomas van Baal. NN-Foto: HF