Ein Wiedersehen nach 24 Jahren: Künstlerin Antje Herzog (M.) und ihr ehemaliger Kunstlehrer Dieter Sickelmann mit der Pro-Kultur-Vorsitzenden Irene Möllenbeck. Foto: privat
29. Oktober 2024 · Emmerich

Lebensgroß: Kant im PAN in Emmerich

Graphic-Novel-Ausstellung von Antje Herzog im Museum eröffnet

EMMERICH. Die aufgestellten Stühle im Foyer das PAN in Emmerich reichten nicht ganz aus. So groß war der Zuspruch bei der Eröffnungsmatinee der Graphic-Novel-Ausstellung von Antje Herzog im Museum. Die Bürgeraktion Pro Kultur und das Willibrord-Gymnasium hatten eingeladen.

Die Pro-Kultur-Vorsitzende Irene Möllenbeck freute sich, dass mehr als 120 Besucher ins Museums gekommen waren, um die erste Ausstellung der Graphic-Novel-Kunst von Antje Herzog in ihrer Heimatstadt zu sehen. Nach der musikalischen Eröffnung durch Adrian Schabbel wies Möllenbeck auf die Aktualität der Thesen des großen Philosophen Immanuel Kant, gerade in heutigen Zeit, hin.

In einem Dialog tauschten sich Antje Herzog und der Philosophie-Lehrer des Willibrord Gymnasiums, Thomas Brokamp, über den langen Weg der Künstlerin zu ihrer Graphic-Novel-Kunst und ihrem Zugang zum Menschen Immanuel Kant aus. Gerade die Beziehung Kants zu seinem Diener Martin Lampe, der 40 Jahre in den Diensten des Philosophen stand und von dem er sich dann trennen musste, faszinierte die Künstlerin sehr.

Ihre Kunstwerke zeigen in der Ausstellung in Emmerich Kants Leben in Königsberg, seine Tischgesellschaft mit seinen Lieblingsspeisen, seine Freude an einer kleinen Grasmücke, wie auch die vier großen Fragen des Philosophen der Aufklärung. Kant grüßt lebensgroß (1,57 Meter) von der Wand, und auch das Panzernashorn Clara hat seine Bedeutung in der Ausstellung.

Die Künstlerin zeichnet mit feinem Strich und unzähligen Punkten ihre graphischen Anekdoten und zeigt ihre eigene Sicht auf das Leben des großen Philosophen. Herzogs graphische Geschichten wurden auch in Büchern veröffentlicht. Die Schülerinnen Amabelle Hilgers und Eva Robijn des Willibrord-Gymnasiums stellten mit einer kurzen Präsentation die Biographie Kants vor.

Unter den Gästen befanden sich auch viele ehemalige Lehrer des Willibrord-Gymnasiums. Hier traf Antje Herzog auch ihren alten Kunstlehrer Dieter Sickelmann wieder, bei dem sie ihr Abitur im Fach Kunst gemacht hatte. „Ich habe Antje als interessierte, engagierte und eigenwillige Schülerin in Erinnerung. Eigenschaften, die auch ihre ausgestellten Arbeiten auszeichnen“, zeigte sich Sickelmann beeindruckt und freute sich über den großen Erfolg ihrer Kunst. „Für mich war es rührend, meine alten Lehrer wiederzusehen. Das war für mich ein besonderer Moment, nach 24 Jahren, und meine Kindergartenfreunde ebenso. Ich finde es eine tolle Gelegenheit, in dem Gebäude, in dem ich meine Jugend verbrachte, ausstellen zu können“, freute sich Antje Herzog. Dem PAN sei eine besondere Transformation von der Schokoladenfabrik zum Museum gelungen. Nach dem offiziellen Teil tauschten sich die Museumsgäste noch lange in persönlichen Gesprächen mit der Künstlerin aus.

Ein Wiedersehen nach 24 Jahren: Künstlerin Antje Herzog (M.) und ihr ehemaliger Kunstlehrer Dieter Sickelmann mit der Pro-Kultur-Vorsitzenden Irene Möllenbeck. Foto: privat