Lebendige Schwanenburg
Wahrzeichen soll wieder Touristen anziehen, Kultur und Begegnung fördern
KLEVE. Die Klever Händler möchten dem Sterben der Innenstadt nicht weiter zusehen und richten deshalb einen Appell an Bürgermeister und Rats-Fraktionen, den „Hotspot Schwanenburg“ wieder mit neuem Leben zu füllen. Die Schwanenburg soll wieder ein echter Touristenmagnet werden und den Klever Bürgern die Chance geben, Geschichte zu erleben, Kultur zu genießen und Feste zu feiern. Knapp 30 Händler haben sich der Forderung angeschlossen.
„Die Verdienste des Klevischen Vereins, der Besichtigung und Beleuchtung ermöglicht, können gar nicht genug gewürdigt werden – allerdings muss es ein Anliegen aller Bürger der Stadt sein, ihr Wahrzeichen so attraktiv wie möglich zu präsentieren“, heißt es in dem Schreiben. „Mehr Anziehungskraft bedeutet, dass eben auch mehr Besucher die innerstädtischen Laufwege nutzen und somit auch andere Bereiche der Innenstadt wieder neu für sich entdecken können.“
Die Auszehrung der Innenstadt habe sich in vielen kleinen Schritten vollzogen – vom Umzug der Stadtbücherei über die Verlagerung der Kirmes, den Abriss des Kinos, den Wegzug des Weihnachtsmarkts bis zum kürzlich erfolgten Umzug der Volkshochschule. All diese Einrichtungen hätten zum innerstädtischen Leben beigetragen und fehlen nun. Insbesondere im Hinblick auf die Landesgartenschau 2029, die bis dahin noch einige Einschränkungen für den Handel mit sich bringen wird, schlagen die Klever Händler einige Punkte vor, um die Situation zum Besseren zu wenden: Prüfung, ob sich die Gastronomie an der (oder im Umfeld der) Schwanenburg ausweiten lässt – beispielsweise mit einem Weingarten im Sommer; Öffnung des Turms an allen Tagen; Rückführung des Weihnachtsmarktes zum Heinz-Will-Platz; Belebung der Wege zur Schwanenburg – beispielsweise die Verbindung Stadthalle-Schwanenburg, die durch den neu eröffneten Spielplatz erheblich aufgewertet wurde und von den Bürgern sehr gut angenommen wird; Tagesgastronomie in der Stadthalle; Rückkehr der VHS in die Stadtmitte; Überlegungen für einen gut erreichbaren, zentrumsnahen Standort für den Wochenmarkt.
Die Händler finden: „Kleve ist eine bezaubernde, kulturell und topographisch besondere Stadt. Der Tourist kann im Umkreis von nicht einmal einem Kilometer das Museum, die Haupteinkaufsstraßen, die Gastronomie und als absolutes Highlight unsere Schwanenburg besuchen – und von dort sofort wieder in Kleves grünen Gürtel eintauchen. Vieles davon hatten wir schon. Die Stadt muss nur den Mut haben, das Bewährte in die neue Zeit zu übertragen. Das Land NRW ist der Ansprechpartner für unsere Burg und stand Aktivitäten bisher immer positiv gegenüber. Dieser Appell sollte als Aufforderung an Politik und Verwaltung für eine lebens- und liebenswertere Innenstadt verstanden werden. Bedenken, Verhinderung, Finanzen werden Kleve nicht nach vorne bringen. Die Chance, die Klever Innenstadt auch im Hinblick auf die Landesgartenschau wieder zu einem belebten Zentrum zu machen, darf nicht ungenutzt verstreichen. Nur Mut!“
Im Innenhof der Schwanenburg treffen sich in der Vorweihnachtszeit viele Menschen, um gemeinsam zu singen. NN-Foto (Archiv): Rüdiger Dehnen