Eine Visualisierung aus dem Gewinnerkonzept. Grafik: Planorama
15. September 2025 · Kleve

LaGa: Jetzt wird‘s konkret!

Ergebnis des Planungswettbewerbs für die Landesgartenschau Kleve 2029

KLEVE. Nach einem zweitägigen Preisgericht steht der Gewinner fest: Die Landschaftsarchitekten der Planorama GmbH aus Berlin haben mit ihrem Konzept zur Gestaltung der dauerhaften Parkanlagen zur Landesgartenschau Kleve 2029 überzeugt und konnten sich gegen 17 andere teilnehmende Büros durchsetzen. Am 11. und 12. September kamen Experten im Klever Kolpinghaus zusammen, um die eingereichten Beiträge zu bewerten.

„Es ist erfreulich, dass sich so viele Planungsbüros an unserer Ausschreibung beteiligt haben. Alle eingereichten Arbeiten zeichnen sich durch fachliche Präzision aus und beeindrucken mit kreativen Gestaltungselementen“, berichtet Heinrich Sperling begeistert. Auch er war als erfahrener Gartenschau-Experte und Prokurist der Klever gGmbH Mitglied des Bewertungskomitees. Sechs erfahrene Landschaftsarchitekten aus NRW und Niedersachsen fungierten als Fachjuroren, der Bürgermeister und politische Vertreter des Aufsichtsrates der Landesgartenschau gGmbH als Sachpreisrichter und zudem nicht stimmberechtigte Sachverständige als Berater. Darunter Ute Marks als Vorsitzende des Fördervereins und Georg Janßen als Behindertenvertreter der Stadt Kleve. „Wir haben uns einstimmig für den Gewinnerentwurf entschieden und freuen uns, der Stadt Kleve ein Büro nennen zu können, das absolut professionell und hervorragend arbeitet.“ so Fachpreisrichter Matthias Lill, Landschaftsarchitekt aus Köln.

Professor Norbert Kloeters, Vorsitzender der Fachjury und Landschaftsarchitekt aus Aachen urteilt mit Blick von außen: „Bei meinem ersten Besuch in Kleve war ich begeistert von der Historie, der Atmosphäre am Wasser, aber auch dem bewaldeten Hang und den freien Feldern mit Birnenalleen. Im Grunde gilt es, Vorhandenes herauszuarbeiten und das ist dem ersten Preisträger hervorragend gelungen.“

Zentrale Aufgabe des Wettbewerbs war es, die Bereiche am Kermisdahl sowie im Prinz-Moritz-Park durch neue öffentliche Grünflächen aufzuwerten. Durch die Verknüpfung dieser und bestehender Grünräume galt es, eine stärkere Anbindung an Innenstadt und Hochschule zu schaffen. Das Element Wasser sollte dabei als prägendes und erlebbares Gestaltungselement in den Vordergrund rücken.

Am vergangenen Donnerstag wurden zunächst alle Beiträge vorgestellt. Nach einem ersten Meinungsaustausch und zwei Bewertungsdurchgängen zeichnete sich bereits eine engere Auswahl ab. Diese wurde am zweiten Tag der Jurysitzung in eine finale Reihenfolge überführt. „Wir haben uns letztlich aufgrund des spannungsvollen Gesamtkonzeptes für die Variante der Kolleg:innen von Planorama entschieden. Überzeugt haben das durchdachte Wegekonzept und der behutsame Umgang mit dem historischen Prinz-Moritz-Park, in dem neue, moderne Elemente aufgegriffen werden, ohne ihn zu verformen. Der Entwurf verspricht ein intensives Erlebnis und beeindruckende Plätze auf beiden Seiten des Kermisdahls, die neue Verbindungen schaffen. Weiterhin hat uns die Integration der temporären Flächen in die Parkanlagen, die auch nach der Landesgartenschau erhalten bleiben, begeistert.“ sagt Landschaftsarchitektin Isabella de Medici aus Essen.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden vom 17. bis 27. September in der Stadthalle Kleve öffentlich ausgestellt. Öffnungszeiten der Ausstellung: montags bis donnerstags 17 bis 19 Uhr, freitags 15 bis 17 Uhr und samstags 14 bis 16 Uhr. Hinweis: Am 21., 26. und 27. Oktober ist nur der Gewinnerentwurf im Schaufenster ausgestellt.

Auszug aus der schriftlichen Beurteilung der Fachjury: „Die Arbeit löst die städtebauliche Fragestellung, die zwei Ebenen entlang von Hangkante und Kermisdahl zu verknüpfen souverän. Die beiden Landschaftsbestandteile Hangkante und Gewässer werden in ihrer stillen Größe erkannt und mit angemessenen Mitteln inszeniert und in das Wegesystem eingebunden. Die Behandlung des Prinz-Moritz-Parks ist mit angemessenen landschaftsarchitektonischen Mitteln sehr gelungen. Die größte Stärke entwickelt die Arbeit im Zusammenfügen der neuen Parkbereiche entlang des Kermisdahl. Hier entsteht sowohl für die Gartenschau ein gut bespielbarer Raum als auch für die dauerhafte Nutzung eine Raumfigur, welche die Schnittstelle der Galleien zum Kermisdahl nahezu mühelos als gut erschlossene Uferlandschaft etabliert. Die Maßnahmen zur Verknüpfung der Parkbereiche und die Bauwerke im Hang sind plausibel in Position und Gestaltung. Insgesamt stellt die Arbeit durch ihre Ausgewogenheit und Klarheit einen herausragenden Lösungsvorschlag zur gestellten Aufgabe dar.“

Eine Visualisierung aus dem Gewinnerkonzept. Grafik: Planorama