Gruppenfoto bei der Veranstaltung "Mein Lieblingsbild" im PAN Emmerich, mit sieben Teilnehmern, organisiert von Pro Kultur.
17. Oktober 2026 · Emmerich

Kunst und persönliche Geschichten im PAN Emmerich

Vier Referenten präsentieren ihre Lieblingswerke und erzählen von individuellen Verbindungen zu den Kunstwerken.

EMMERICH. „Kunst aus der ganz persönlichen Sicht und mit einer ganz persönlichen Geschichte“, so kündigte Pro-Kultur-Vorsitzende Irene Möllenbeck einen kurzweiligen Abend im PAN in Emmerich an. Wieder hatte sich dort ein Quartett von vier Referenten eingefunden, das bei „Mein Lieblingsbild“ sein Lieblingswerk den Gästen vorstellte.

Den Anfang machte Dr. Stefan Wachs, langjähriger Erster Beigeordneter der Stadt Emmerich, mit der Plastik „Affe, einen Schädel betrachtend“ von Hugo Rheinhold. Entdeckt hatte er die 1893 geschaffene, neun Kilo schwere Bronze in der TV-Sendung „Kunst & Krempel“ und nach längerer Recherche schließlich in Berlin einen Abguss erwerben können. „Ich wollte den Primaten zu unserem pflegeleichten Haustier machen“, schmunzelte Wachs. Die amüsante wie nachdenklich daherkommende „Zweierbeziehung“ ziert noch heute das Arbeitszimmer von Lenin in einem Museum in Moskau.

Zweite im Bunde war Dr. Silke Parras, Kunstlehrerin, Künstlerin und Vorsitzende des Kunstvereins Emmerich. Sie präsentierte von dem gebürtigen Bremer Norbert Schwontkowski das Gemälde „Strom“ aus dem Jahre 2007. „Seine Arbeiten finde ich spannend, auch wenn er sich noch nicht so auf dem Kunstmarkt durchgesetzt hat.“ Das quadratische Werk zeigt auf den ersten Blick ein heftiges Gewitter, lässt aber auch andere Interpretationen zu. „Was für uns fast für monochrom gehalten wird, strahlt aber auch viel Wärme aus“, so Parras.

Pfarrer Bernd de Baey blieb mit seinem Lieblingsbild am Niederrhein. Es stammt von Hermann Teuber und trägt den Titel „Stillleben mit Erlenzweig“. Erworben hat de Baey es im Antiquariat Zeitzeichen von Helmut van Bebber in Kleve. Entstanden ist das Gemälde, auf dem nur vier Gegenstände zu sehen sind, im Jahre 1964, „meinem Geburtsjahr“, wie de Baey erst nach dem Kauf festgestellt hat. „Die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft stehen auch für die große Ambivalenz des Daseins“, so der Geistliche.

Den Schlusspunkt setzte das aktive Pro-Kultur-Mitglied Brita Buckermann, die das großfomatige Acrylbild „Keimling“ ihrer Schwägerin Dr. med. Ellen Buckermann präsentierte, die 2025 verstorben ist. „Jede Farbnuance hat ihre eigenen Schwingungen und wirkt unterschiedlich auf Menschen, daher können Farben jeglichen Heilungsprozesse unterstützen“, sagte Brita Buckermann über das 2003 entstandene Werk der Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Faszinierend für sie sei an dem Bild vor allem die leuchtende und kraftvolle Farbgestaltung, allen voran das für die Künstlerin typische Sonnengelb.

Musikalisch begleitet wurde der Abend wieder von Adrian Schabbel (Keyboard und Gesang) und moderiert von Norbert Kohnen.

Bei der nächsten Auflage von „Mein Lieblingsbild“ im Emmericher PAN: (v. l.) Irene Möllenbeck, Dr. Stefan Wachs, Norbert Kohnen, Dr. Silke Parras, Brita Buckermann, Adrian Schabbel und Bernd de Baey. Foto: Pro Kultur