"R10 Zug am Gelderner Bahnhof, Regionalverkehr NRW"
29. Juli 2026 · Kleve

Kritik an Zugausfällen und mangelhafter Fahrgastinformation auf der RE10-Strecke

Die Interessengemeinschaft RE10 bemängelt unzuverlässige Verbindungen und fehlende Klimaanlagen während der Sommerhitze.

KLEVE. Die Interessengemeinschaft RE10 hat zur Situation, welche die Fahrgäste am Montag, 27., und Dienstag 28. Juli, auf der Strecke vorgefunden haben, eine Stellungnahme verfasst.

Darin heißt es: „Die Zugausfälle der vergangenen beiden Tage bestätigen erneut unseren Brandbrief. Kaum ein Tag vergeht, an dem die Fahrgäste des RE10 ihr Ziel pünktlich erreichen. Die Störungen nehmen wieder zu: kurzfristige Zugausfälle, unzuverlässige oder nicht aktuelle digitale Fahrgastinformationen sowie fehlende Hinweise, die eine rechtzeitige Umplanung unmöglich machen.“

Offenbar sei es aus Sicht des Betreibers „noch immer vertretbar, während der heißen Tage Fahrzeuge ohne funktionierende Klimaanlage einzusetzen“. Hinzu komme, dass ausgerechnet zur Hauptverkehrszeit zwei Züge ausfallen, ohne dass anschließend ein entsprechend längerer Zug mit drei Fahrzeugeinheiten eingesetzt werde. „Es werden Fahrgäste gebeten, den Zug zu verlassen, und man verweist auf den Schienenersatzverkehr (SEV). Dieser ist jedoch häufig weder eindeutig erkennbar noch tatsächlich verfügbar“, kritisiert die IG RE10.

Weiter fragt sie: „Stellt sich für den Betreiber überhaupt die Frage, wie seine Fahrgäste ihr Ziel erreichen? Entspricht dies dem Serviceverständnis der Rhein-Ruhr-Bahn? Oder ist ein derartiges Vorgehen tatsächlich vertraglich geregelt? Defekte Toiletten gehören nach Auffassung der RRB in die Kategorie ‚Komfortschaden‘.“

Zusätzlich falle im Tagesverlauf wiederholt ein Stellwerk aus, das erst vor relativ kurzer Zeit mit Millionenbeträgen aus Steuergeldern modernisiert worden sei. Von diesen Ausfällen seien auch Bahnübergänge und Signalanlagen betroffen.

Nach Ansicht der IG RE10 dränge sich der Eindruck auf, dass bei den Sanierungsarbeiten vor allem darauf geachtet wurde, dem Bauzug freie Fahrt zu ermöglichen, während die eigentliche Modernisierung nur unzureichend umgesetzt wurde“. Obwohl all diese Probleme schon lange bekannt seien und man als IG RE10 oft genug darauf hingewiesen habe, sei es „ein Armutszeugnis, mit welcher Qualität diese Sanierung offenbar durchgeführt wurde und welches Verständnis der Betreiber vom Service gegenüber seinen Fahrgästen vermittelt“.

Der R10 am Gelderner Bahnhof. Foto (Archiv): privat