"Eröffnung Rettungswache Straelen: Landrat Christoph Gerwers übergibt an Leiter Dirk Kerkmann mit Bürgermeister und Gästen"
1. Juni 2026 · Straelen

Kreis Kleve eröffnet offiziell die Rettungswache Straelen

An die Einweihung mit Segnung der Räume schloss sich ein Tag der offenen Tür an

STRAELEN. Der Kreis Kleve hat die Rettungswache in Straelen offiziell in Betrieb genommen. Der Rettungsdienst Kreis Kleve hat die neue Rettungswache in Straelen bereits vor rund einem Jahr – am 1. Mai 2025 – bezogen. Nun wurde die offizielle Einweihung des Neubaus an der Wachtendonker Straße 11 zusammen mit einem Tag der offenen Tür nachgeholt.

„Der Rettungsdienst gehört zu den wichtigsten Aufgaben, die der Kreis Kleve für die Menschen in der Region übernimmt. Wenn jemand den Notruf wählt, dann geht es oft um existenzielle Situationen. Menschen brauchen schnelle Hilfe, Sicherheit und das Gefühl, in einer Notsituation nicht allein zu sein. Genau dafür stehen die Rettungskräfte des Kreises Kleve Tag für Tag bereit“, sagte Landrat Christoph Gerwers. „Eine gute Notfallversorgung braucht aber nicht nur engagierte Menschen, sie braucht auch moderne Gebäude und eine leistungsfähige Ausstattung. Deshalb hat der Kreistag im Oktober 2020 beschlossen, drei neue Rettungswachen im Kreisgebiet zu errichten. Neben Kleve-Donsbrüggen und Kerken gehört auch die Rettungswache Straelen zu diesem wichtigen Ausbau des Rettungsdienstes.“ Einen Dank richtete der Landrat auch den Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes. Das DRK-Gebäude in Straelen durfte der Rettungsdienst bis zur Fertigstellung des Neubaus rund drei Jahre lang als Interimswache nutzen. Straelens Bürgermeister Bernd Kuse bedankte sich in seinem Grußwort insbesondere bei den Mitarbeitenden, die rund um die Uhr im Einsatz sind.

Tag der offenen Tür

Im Rahmen der Eröffnung segneten die Koordinatoren der Notfallseelsorge im Kreis Kleve die neuen Räume. Kerstin Pekur-Vogt, Evangelischer Kirchenkreis Kleve, und Frank Ingendae, Kreisdekanat Kleve, sprachen in der Ökumene den Segensspruch. Beim anschließenden Tag der offenen Tür konnten sich Interessierte die neuen Räume anschauen. Sie erfuhren aus erster Hand, wie der Rettungsdienst organisiert ist, konnten einen Blick in die Fahrzeuge werfen oder selbst eine Reanimation an einer Puppe üben.

Die Ausstattung der Rettungswache

In der Rettungswache Straelen ist ein Rettungswagen 24 Stunden an sieben Tagen stationiert. Zusätzlich gibt es einen „Zwölf-Stunden-Rettungswagen“ in der Zeit von 7 bis 19 Uhr. Perspektivisch möchte der Kreis Kleve dort auch ein Krankentransportwagen stationieren. Die Rettungswache Straelen ist eine Nebenwache der Rettungswache Wallfahrtsstadt Kevelaer. In beiden Rettungswachen zusammen arbeiten 44 Kolleginnen und Kollegen zuzüglich sieben Auszubildenden zur Notfallsanitäterin/zum Notfallsanitäter sowie zwei Auszubildenden zur Rettungssanitäterin/zum Rettungssanitäter. Im Jahr 2025 gab es aus der Interimswache in Straelen 2.363 Einsatzfahrten, zudem aus der Rettungswache der Wallfahrtsstadt Kevelaer insgesamt 3.919 Einsatzfahrten eines Rettungswagens, 907 Einsätze eines Notarztfahrzeugs sowie 2.350 Einsatzfahrten eines Krankentransportwagens.

Details zum Neubau

Die Bauzeit der Rettungswache Straelen lag zwischen Dezember 2023 und April 2025. Die Bauausführung lag in den Händen der Kreis Kleve Bauverwaltungs-GmbH (KKB) und beauftragten Fachfirmen aus der Region. Der Neubau umfasst drei Fahrzeughallen. Zusätzlich gibt es im Gebäude eine Waschhalle, Sozialräume, Ruheräume, einen großen Schulungsraum und Funktionsräume wie beispielsweise Lager. Zur „Blackout-Vorsorge“ ist die Rettungswache mit einem Notstromaggregat und einer Betriebstankstelle ausgestattet. Einen hohen Wert legten der Kreis Kleve und die KKB auf den Aspekt der Nachhaltigkeit: Der Energiebedarf des Gebäudes ist mit 43,2 kWh pro Quadratmeter und Jahr deutlich geringer als es die Vorschriften fordern und entspricht einem „Effizienzhaus 40“. Die Heizung wird mit Geothermie betrieben ‒ im Sozialtrakt über Fußbodenheizung, in der Fahrzeughalle über Deckenstrahlplatten. Warmwasser wird über einen elektrischen Durchlauferhitzer gewonnen. Für Energie sorgt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Fahrzeughalle mit einer Leistung von 44 Kilowatt-Peak mit einem Batteriespeicher mit 12 Kilowatt. Das Dach des Sozialtrakts ist als Gründach gestaltet. Die Lüftung beinhaltet eine Wärmerückgewinnung. Am Waschplatz der Fahrzeuge gibt es eine Abwasserreinigung. Die Regenwasserversickerung ist durch ein Rückhaltebecken optimiert. Die Baukosten inklusive der Einrichtung liegen bei rund 4,1 Millionen Euro.

Bedarfsplanung für den Rettungsdienst

Im Zusammenhang mit der Fortschreibung des Rettungsdienstbedarfsplans für den Rettungsdienst des Kreises Kleve im Jahr 2020 hatte ein Fachgutachter die Versorgungsbereiche der Rettungswachen im Kreisgebiet neu festgelegt. Der Straelener Neubau resultiert aus dieser Planung. Mit Eröffnung der neuen Rettungswache in Kerken wurde die nicht mehr zeitgemäße Rettungswache Wachtendonk zum 01. November 2025 außer Betrieb genommen. Im südlichen Kreisgebiet ‒ Stadt Straelen, Gemeinden Kerken, Rheurdt und Wachtendonk ‒ stehen künftig tagsüber vier und nachts zwei Rettungswagen bereit. Früher war es jeweils einer nachts und tagsüber. Dies verbessert die Abdeckung der Notfallrettung in diesem Gebiet erheblich.

"Kerstin Pekur-Vogt und Frank Ingendae sprechen Segensspruch, Kirchenkreis Kleve, Foto von Theo Leie"

Kerstin Pekur-Vogt, Evangelischer Kirchenkreis Kleve, und Frank Ingendae, Kreisdekanat Kleve, sprachen den Segensspruch. NN-Foto: Theo Leie

Symbolisch übergab Landrat Christoph Gerwers (3.v.r.) die Rettungswache Straelen an den Leiter der Wache, Drik Kerkmann (3.v.l.). Straelens Bürgermeister Bernd Kuse (v.l.), Jürgen Baetzen, Fachbereichsleiter „Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz“ des Kreises Kleve, Stephan Giesen, Geschäftsführer der Kreis Kleve Bauverwaltungs-GmbH sowie der stellvertretende Leiter der Straelener Wache, Holger Joosten, nahmen ebenfalls an der offiziellen Eröffnung teil. NN-Foto: Theo Leie