Kontraste in der Kunst: Künstlergemeinschaft Alpen zeigt neue Ausstellung
Malerei und Holzbildhauerei im Atelierhaus am Mühlenweg: Neun Künstler zeigen, wie Farben, Formen und Motive miteinander wirken.
ALPEN. Kontraste verstecken sich überall im Alltag. „Schon die Schrift in einem Buch ist ein Kontrast: Schwarz auf Weiß. Damit man sie besser wahrnehmen kann“, sagt Ruth Butzkies, Vorsitzende der Künstlergemeinschaft Alpen. Genauso sei es auch in der Kunst. „Wenn ein Bild Kontraste enthält, wirkt es ausdrucksstärker“, betont Butzkies. Dabei könnten die Kontraste auf unterschiedliche Weise in ein Bild eingearbeitet werden: Hier seien nämlich nicht nur Schwarz-Weiß-Kontraste, sondern auch allgemeine Farbkontraste, Größenkontraste, die Spannung erzeugen und Größenverhältnisse verdeutlichen, Formkontraste oder inhaltliche Kontraste möglich. „Der Betrachter soll immer denken: Oh, was ist denn da?“, meint Butzkies. Die Künstlergemeinschaft Alpen hat eine Ausstellung zum Thema „Kontraste – Vielfalt in Form und Farbe“ zusammengestellt, die am kommenden Sonntag, 25. Oktober, von 11 bis 16 Uhr mit einer Vernissage im Atelierhaus am Mühlenweg 2 in Alpen eröffnet wird.
Silvia Stoppa hat sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema Kontraste beschäftigt. „Ich habe noch nicht so meinen Stil gefunden“, sagt die Künstlerin. Ihre Kunst sei deshalb immer noch ganz vielfältig. So nahm sie etwa ein Urlaubsfoto ihrer Enkelin an der holländischen Nordsee als Grundlage für ein Gemälde. Die junge Dame steht im gelben Ostfriesennerz am Wasser, das sich mit stürmischen Wellen zeigt. Am nassen Strand, wo bis vor wenigen Augenblicken noch das Meer zu sein schien, spiegelt sich ihre Statur. „Diese Spiegelung stellt für mich den Kontrast dar“, sagt Stopper. Ein anderes Werk von ihr präsentiert sich dagegen ganz anders: Auf diesem hat die Alpener Künstlerin die Dresdner Frauenkirche abgebildet, die sie auf einem Städtetrip in der sächsischen Landeshauptstadt im vergangenen Jahr besucht hat. „Wenn man vor ihr steht und in ihr drinsteht, ist das schon sehr beeindruckend“, erinnert sich Stopper. Auf ihre Zeichnung der Dresdner Frauenkirche hat sie verschiedene grelle Farben „lässig drüberlaufen lassen“ – auch so geht Kontrast.
Nicht ganz so weit in die Welt hinaus fahren musste Thomas Krug. Er hat den Xantener Dom als Motiv gewählt. „Ich bin einfach in der Stadt rumgegangen und diese Perspektive auf den Xantener Dom gefiel mir besonders gut“, erklärt der Künstler. Auf seinem Bild ist nur der hohe Turm des Domes zu sehen; im Vordergrund stehen die Restaurants am Xantener Marktplatz, die besonders durch ihre markanten Markisen sofort zu erkennen sind. Mit künstlerischer Freiheit im Rücken hat Krug in die Farbpalette gegriffen und den Blättern zweier Bäume etwa eine lilane Farbe verpasst. Das Bild stelle eben eine freie Interpretation einer realen Szene dar.
Dass zum Thema Kontraste nicht nur gemalte Werke gehören müssen, sondern auch Skulpturen dazugehören können, zeigt Robert Weiner. „Ich gehe oft am Rhein in Wesel-Büderich spazieren und finde dort häufig angeschwemmte Hölzer“, berichtet der Künstler. Aus ihnen hat er kunstvolle Figuren erschaffen.
Erstmals bei der Ausstellung in ihrem Atelierhaus am Mühlenweg 2 präsentiert die Künstlergemeinschaft Alpen auch einen Jahreskalender für 2027 mit zwölf verschiedenen Werken aus der Ausstellung „Kontraste – Vielfalt in Form und Farbe“. Diesen verkauft die Künstlergemeinschaft unter anderem bei der Vernissage am kommenden Sonntag für 18 Euro.
Die Ausstellung „Kontraste – Vielfalt in Form und Farbe“ der Künstlergemeinschaft Alpen e.V. in ihrem Atelierhaus am Mühlenweg 2 in Alpen zeigt Malerei und Holzbildhauerei von Ilona Angenendt, Ruth Butzkies, Christel Goergen, Bärbel Hendricks, Ingrid Konetzke, Thomas Krug, Heike Scharz, Silvia Stoppa und Robert Weiner. Bei der Vernissage am kommenden Sonntag, 25. Oktober, von 11 bis 16 Uhr, möchte der Verein auch der Gemeinde Alpen für die Bereitstellung und den baulichen Erhalt des Atelierhauses sowie dem Grafiker Ludger Jackowiak (Luja) für die Gestaltung der Werbemittel danken. Sylvia Stoppa wird außerdem kurz über die Planungen für eine Skulptur auf dem neuen Kreisverkehr auf der Bönninghardt informieren, während Robert Weiner im Künstlergespräch Fragen zu seiner Arbeit als Bildhauer beantwortet. Zudem stellt Christel Goergen den neuen Kalender der Künstlergemeinschaft für das Jahr 2027 vor. Musikalisch begleitet wird die Vernissage vom Gesang Maike Wördehoffs. Die Vernissage ist am Sonntag, 25. Oktober, von 11 bis 16 Uhr. Weitere Öffnungszeiten sind an den Sonntagen 1. und 8. November jeweils von 14 bis 16 Uhr.
Ruth Butzkies (l.) und Christel Goergen (r.) präsentieren den Kalender 2027 der Künstlergemeinschaft Alpen. NN-Foto: Theo Leie
Diese Bilder sind Teil der Ausstellung. NN-Foto: Theo Leie
Auch Skulpturen werden gezeigt. NN-Foto: Theo Leie
Die Künstler der Künstlergemeinschaft Alpen zeigen ab Sonntag wieder eine gemeinsame Ausstellung in ihrem Atelierhaus. NN-Foto: Theo Leie