"Detail aus Frankens 'Om Buch', historische Handschrift, kunstvoll gestaltet, mittelalterliche Illustrationen, deutsche Literatur"
8. Juli 2026 · Kleve

Klaus Franken liest bei „Kunst trifft Kleve“

Das „Om Buch“ und andere Schönigkeiten

KLEVE. Klaus Franken? Da fallen mir spontan mal zwei Dinge ein: Linolschnitte mit Texten und das Jahresende. Meist erscheint im Spätherbst ein neues „Poems on Linoleum“, aber ...

"Klaus Franken liest bei Rexing am Sonntag, Lesung, Bücher, Event"

Klaus Franken liest am Sonntag bei Rexing. Foto: HF

Im letzten Jahr hatte Franken angekündigt: „Das sind wahrscheinlich meine letzten ‚Poems on Linoleum‘.“ Trauerschweigen beim Rezensenten, denn mit Klaus Franken ist einer unterwegs, der immer wieder mal den Spiegel auspackt und ihn hinhält: Da sieht man dann sich und die Welt. Und damit soll Schluss sein? Naja – nicht so ganz, denn mitten im Fußballsommer ´26 wäre da dieses Buch: „Das Om Buch“. Das was? Das Om Buch. Untertitel: Tom kommt – komprimierter Zombieroman. 20 Linolschnitte handabgezogen. 30 Exemplare.

Der Nomade Tom

Unter „Wichtige Vorwörter“ liest man: „Der Sommer kommt und mit ihm kam der Nomade Tom.“ Es vorwörtelt weiter, aber Spoilern will man nicht zu viel. Zurück zum Om. Sagen wir es so: Manchmal gibt sich Freiheit erst zu erkennen, nachdem Grenzen gesteckt werden. Das klingt paradox. Ist es aber nicht unbedingt. Da hat einer ein Buch geschrieben, das einer Regel folgt. Ein Beispielsatz macht es klar: „Automatisch trompetet Omas kompakte Kommode.“ Der Groschen fällt. Darum also heißt es „Das Om Buch“. Man denkt an „Anton Voyls Fortgang“. 1969 erschien dieses Buch von Georges Perec. Der deutsche Text enthält eines nicht: den Buchstaben ‚e‘. Na und, denkt man und merkt schnell, dass allein der gerade ablaufende Satz einiges an E zu bieten hat. Zwölf sollten es sein.

Sprachartistik

Franken hat sich also entschieden, ein Om Buch zu schreiben. Immerhin: Nichts muss wegfallen. aber alles muss Ommen. Franken, der Sprachartist, der den Bromfietskommissar erfindet. Pompös irgendwie. Man muss das lesen – sich versenken; der Om-Spur auf den Leim gehen; miterleben, wie da einer zum Kettensprenger wird. Man entkommt mit Tom zum Bommelkometen, trifft einen dominanten Domdompteur und den Kommissar Klompendans. Ein Endlosspaß in grauer Sommerhitze.

Lesung bei Rexing

Am kommenden „Sommtag“, 12. Juli, ist Klaus Franken zu Gast im ehemaligen Klever Einrichtungshaus Rexing, wo ja momentan Kleve und die Kunst ein Stelldichein feiern. Um 16 Uhr wird Franken aus dem Om Buch lesen. Wichtiger Zusatz: Franken wird nicht nur aus dem Om Buch lesen – auf dem Programm stehen auch Gedichte und Geschichten aus Frankens nimmermüder Feder. Musikalisch unterstützt wird er von Martin Lersch. Titel der Lesung: Klompendans. Der Eintritt zu der circa einstündigen Veranstaltung ist frei. Und natürlich wird Franken auch das Om Buch dabei haben. Es ist in einer 30-er Auflage erschienen und einfach schön.

Ein Ausschnitt aus Frankens „Om Buch“. NN-Foto: HF