Klassik im Kurzformat: „Der Freischütz“
„Oper im Espressoformat“ am Dienstag, 1. September, am Niersforum in Geldern
GELDERN. Die öffentliche Opern-Aufführung am Geldener Niersforum wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Am Dienstag, 1. September, wird ab 20 Uhr der Bereich an der Bahnhofsunterführung wieder in eine stimmungsvolle Freilichtbühne für die „Oper im Espressoformat“ verwandelt.
Seit elf Jahren wird dieses Format in Geldern präsentiert. In diesem Jahr führt der gemeinnützige Verein „Music to go“ die Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber in einer kurzweiligen, moderierten Version auf. Das Konzept richtet sich sowohl an erfahrene Opernliebhaber als auch an Neulinge. „Mit der Oper im Espressoformat haben wir ein Angebot geschaffen, das jedem die Gelegenheit bietet, klassische Musik live zu erleben“, erklärt Musikerin und Opernsängerin Désirée Brodka, die Initiatorin des Projekts. Ein Streichquartett übernimmt die Rolle des Orchesters, und vier Opernsänger präsentieren in etwa 90 Minuten die bekanntesten Szenen und Arien der Oper, während Moderatorin Désirée Brodka auch Hintergrundinformationen vermittelt.
„Der Freischütz“ gehört zu den erfolgreichsten Werken der deutschen Operngeschichte und beeindruckt nach wie vor mit bekannten Melodien wie „Wir winden dir den Jungfernkranz“. Die Handlung erzählt von dem Jäger Max, der eine entscheidende Probe bestehen muss, um seine Verlobte Agathe heiraten zu können. In seiner Angst vor dem Versagen schließt Max einen folgenschweren Pakt mit dem Teufel. Das daraus entstehende Abenteuer thematisiert Liebe, Aberglauben und Erlösung.
Die Initiative „Oper im Espressoformat“ begeistert seit vielen Jahren mit kompakten Aufführungen klassischer Opern an ungewöhnlichen Orten. In Geldern feierte das Format vor elf Jahren mit „Der Freischütz“ seine Premiere an der Bahnhofs-Unterführung. Brodka lobt die Akustik der Veranstaltungsstätte, die einem Amphitheater ähnelt und ohne technische Verstärkung auskommt. Etwa 800 Besucher fasst die Unterführung. Zahlreiche treue Zuhörer besuchen jährlich die Aufführungen. „Es herrscht immer eine besondere Atmosphäre“, erklärt Rainer Niersmann vom städtischen Kulturbüro Geldern, und hebt hervor, dass die Veranstaltung die nachhaltigste in Geldern sei. Bis auf die Moderation wird kein Strom benötigt. Die Besucher bringen ihre eigenen Speisen und Getränke mit und räumen anschließend ihren Müll weg. Für die Musiker stellt die Nähe zum Publikum einen besonderen Reiz dar, ebenso wie die positive Resonanz, die sie jährlich erhalten.
Die Veranstaltung wird durch die Unterstützung der Sparkasse Krefeld ermöglicht und vom Tourismus- und Kulturbüro der Stadt Geldern organisiert. „Der Eintritt ist wie gewohnt frei, jedoch sind Spenden für den gemeinnützigen Verein willkommen“, so Carsten Zündorf vom Kulturbüro. Besucher sind eingeladen, Decken oder Sitzkissen mitzubringen, um die Oper unter freiem Himmel zu genießen.
Freuen sich auf die Aufführung in Geldern: Patrick Tekock (Sparkasse Krefeld), Désirée Brodka, Elizabeth Gärtner (Viola), Rainer Niersmann und Carsten Zündorf (v.l.n.r.). NN-Foto: Andrea Kempkens