Kitaalarm in Rheurdt
Spielplatzpläne und Kitaprobleme: Ausschusssitzung mit Signalwirkung
RHEURDT. Viele zusätzliche Stühle mussten am 9. Dezember aufgestellt werden für die zahlreichen Elternpaare, die zur Sondersitzung des Ausschusses für Soziales, Jugend, Generationenvernetzung und Inklusion in der Martinusgrundschule erschienen waren. Es herrschte Unsicherheit, weil das Gerücht umging, die Gruppe im Pfarrheim würde am Ende des Kindergartenjahres aufgelöst und 17 Kinder mit einem Rechtsanspruch auf Betreuung blieben „vor der Tür“.
Zur Ausschusssitzung am Dienstag, die außerplanmäßig stattfand und in der eigentlich nur Ideen zur Aufwertung des Spielplatzes im Kirchwinkel in Schaephuysen beurteilt und gegebenenfalls die Umsetzung des Konzeptes beschlossen werden sollte, ergab sich ein neues brisantes Problem: In Rheurdt fehlen - nach Stand am 1. Dezember 2024 - für 17 Kinder die nötigen Plätze.Die Entwicklung war in der Verwaltung schon erwartet worden. Der Leiter des Jugendamtes, André Amourette, hatte zugesagt, nach Kenntnis der Zahlen aktiv nach einer Lösung zu suchen. Und dann gab es erstaunliche Fortschritte in sehr kurzer Zeit.
Es haben in den letzten Tagen Gespräche mit allen Kitabetreibern, dem Bürgermeister und dem Leiter des Jugendamtes stattgefunden. Das Ergebnis ist: Zwei Betreiber, die katholische Kirche und die Awo, haben sich bereit erklärt, zum neuen Kitajahr eine neue Gruppe zu betreuen.
Jetzt wird ergebnisoffen geprüft, an welchem Ort eine solche Zwischenlösung am sinnvollsten machbar ist. Die klare Aussage des Kreisjugendamtes: Zum neuen Kitajahr finden alle Rheurdter Kinder einen Kitaplatz und auch die Betreuung der jüngeren Kinder ist in der Gemeinde garantiert.
Große Aufregung herrschte unter der Elternschaft der provisorischen Gruppe im Pfarrheim in Schaephuysen. Die Information, dass diese Gruppe zum Sommer ausläuft, ist falsch. Das Kreisjugendamt garantiert die Weiterführung dieser Gruppe über den bisherigen Genehmigungszeitraum hinaus, wenn die Kirchengemeinde den hierzu notwendigen Verlängerungsantrag stellt. Die Bedingung für die Fortführung wird von der Gemeinde erfüllt, weil in den nächsten Wochen entschieden wird, an welcher Stelle in Schaephuysen eine neue Kita gebaut werden soll, die auch so bemessen sein wird, dass Überbelegungen in den bestehenden Gruppen vermieden werden können. Der Bürgermeister bat um Verständnis, dass er noch keine Standorte nennen könne, weil es gute demokratische Tradition darstelle, Informationen zeitgleich im Rat und allen Bürgern bekanntzumachen. Nächsten Montag ist dann Ratssitzung. Über diese Grundsatzentscheidung hinaus versprach Amourette Gespräche mit den Eltern und allen Beteiligten, um Lösungen zu diskutieren, wie die extrem schwierige Lage der Eltern durch die Notbetreuung abgemildert werden kann, die in Rheurdt derzeit für eine Einrichtung für 14 Tage geplant werden muss. Diese Unzuverlässigkeit in der Betreuung führt zu unzumutbaren Belastungen für alle Beteiligten.
Am Ende der Sitzung fiel dann noch die einstimmige Entscheidung, dass die Umgestaltung des Spielplatzes am Kirchwinkel sofort in Angriff genommen werden kann, weil die Anregungen des Konzeptes der Stadtkinder, die konkrete Vorgaben für angemessene Spielplätze beschrieben haben, von der Verwaltung umgesetzt wurden und so auf ein Planungsbüro verzichtet werden kann. Die durch diese Vorgehensweise ermöglichten Ersparnisse sind erstaunlich und erfreulich. Die SPD Rheurdt freut sich sehr, durch diese Aktionen die Familien entlasten und Kindern neue Möglichkeiten bieten zu können.
Die Unsicherheit bei Eltern war groß. Foto: AdobeStock