Kinderbildungsgesetz: Politik trifft Praxis
Staatssekretär Bahr mit Caritasverband im Austausch zur KiBiz-Reform
GELDERLAND. Der Besuch von Staatssekretär Lorenz Bahr in der Kindertagesstätte Am Broeckhof des Caritasverband Geldern-Kevelaer stand ganz im Zeichen des Austauschs über die Zukunft der frühkindlichen Bildung und inklusiven Förderung in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit Dr. Sabrina Idecke-Lux vom Ministerium für Kinder, Jugend und Familie diskutierte der Staatssekretär mit Vertretern des Caritasverbands über die geplante Novelle des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) sowie die Zukunft heilpädagogischer Gruppen im KiBiz-System.
Für den Caritasverband nahmen Vorstand Stephan von Salm-Hoogstraeten, Bereichsleiter Soziale Dienste Gerrit Hermans, Fachleitung Jutta Scholl, Einrichtungsleitung Sarah Fiedler sowie Tamara Stetjes, eine Mutter aus der Einrichtung, an dem Gespräch teil. Schnell wurde deutlich: Das Interesse an einem praxisnahen Austausch war auf beiden Seiten groß. Entsprechend offen und konstruktiv verlief die Runde.
Praktische Auswirkungen im Fokus
Im Mittelpunkt standen die praktischen Auswirkungen der geplanten Änderungen auf die tägliche Arbeit in Kindertageseinrichtungen. Der Caritasverband als Träger von sieben Einrichtungen im Kreis Kleve machte dabei deutlich, dass die Ziele einer für Eltern zuverlässigen und für Träger möglichst flexibel zu gestaltenden Betreuung ausdrücklich unterstützt werden. Mit der künftig zeitnahen Refinanzierung von Tarifsteigerungen seien zudem auch einige positive Veränderungen im Gesetzesentwurf enthalten. Gleichzeitig verwiesen die Verantwortlichen aber auf mehrere Aspekte, bei denen aus Sicht der Praxis vor Ort noch Klärungsbedarf besteht, um den bestehenden Bildungsansprüchen weiterhin gerecht werden zu können.
Der Caritasverband betreibt an vier Standorten auch heilpädagogische Einrichtungen und Gruppen für Kinder mit besonderen Förder- und Teilhabebedarfen. Bereichsleiter Gerrit Hermans machte deutlich, dass qualitativ hochwertige inklusive Settings nur möglich sind, wenn eine bestmögliche Verzahnung zwischen Jugend- und Eingliederungshilfe erfolgt.
Austausch für tragfähige Lösungen
Im Laufe des Gesprächs konnte die Ministeriumsseite einige offene Fragen und Missverständnisse rund um die geplanten Regelungen im Kinderbildungsgesetz einordnen und erläutern. In der Diskussion wurde deutlich, dass der enge Austausch zwischen Politik, Ministerium und Trägern wichtig bleibt, um tragfähige Lösungen für die Zukunft der frühkindlichen Bildung und Betreuung zu entwickeln.
„Der direkte Austausch war für uns sehr wertvoll“, sagte Stephan von Salm-Hoogstraeten nach dem Treffen. „Wir erleben in unseren Einrichtungen jeden Tag, wie wichtig gute Rahmenbedingungen für gelingende inklusive Betreuung und Bildungsarbeit sind. Deshalb ist es entscheidend, die Erfahrungen aus der Praxis frühzeitig in die weiteren politischen Beratungen einzubringen.“
Auch Staatssekretär Lorenz Bahr unterstrich die Bedeutung solcher Gespräche vor Ort. Der Besuch in der Kita Am Broeckhof habe gezeigt, wie engagiert die Einrichtungen arbeiten und wie wichtig der Austausch und die gute Zusammenarbeit mit den Trägern ist, um gemeinsame Lösungen für eine verlässliche und zukunftsfähige Kinderbetreuung zu finden.
Bereichsleiter Gerrit Hermans, Fachdienstleitung Jutta Scholl, Kitaleiterin Sarah Fiedler, Staatssekretär Lorenz Bahr und Dr. Sabrina Idecke-Lux aus dem Ministerium für Kinder, Jugend und Familie sowie Caritasvorstand Stephan von Salm-Hoogstraeten (v. l.). Foto: Caritasverband Geldern-Kevelaer