"König Martin Kisters mit Bruder Jürgen, Adjutant, bei feierlichem Anlass"
7. Mai 2026 · Kevelaer

Kevelaer: Martin Kisters erkämpft sich die Königswürde

Ein goldener Mai für die Antonius-Gilde

KEVELAER. In der Marienstadt jagt derzeit ein Ereignis das nächste. Für die Mitglieder der St. Antonius Gilde gleicht die aktuelle Woche einem wahren Triumphmarsch der Tradition: Erst das interne Klotzkönig-Schießen, dann die Pflege der Gedenkstätte am alten Gildenkamp und schließlich – als krönender Höhepunkt am 1. Mai – das traditionelle Preis- und Vogelschießen.

Der Auftakt: Ein Härtetest für Mensch und Material

Nach einer ersten Prüfung der Schießanlage unter Ausschluss der Öffentlichkeit diente das Klotzkönig-Schießen als gelungene Generalprobe. Unter der Aufsicht von Schießmeister Hans Faahsen und seinem Stellvertreter Bernd Aymanns entwickelte sich ein zäher Wettkampf. Erst nach einer echten Ausdauerleistung und insgesamt 178 Schüssen bewies Charleyne Faahsen den längsten Atem und krönte sich zur neuen Klotzkönigin. Ein Erfolg, der die Vorfreude auf den Maifeiertag bereits in die Höhe schraubte.

Ehrungsmarathon bei König Fynn

Als am 1. Mai die Glocken der Marienbasilika zur Mittagsstunde läuteten, präsentierte sich Kevelaer von seiner besten Seite. Pünktlich um 13 Uhr ließ der neue Hauptmann Christof Humm am alten Vereinslokal Vos am Kapellenplatz zur Aufstellung aufrufen. Unter den Klängen des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr und des Musikvereins Kevelaer marschierte der stattliche Zug direkt zur Residenz des amtierenden Königs Fynn Toonen und seines Adjutanten Tristan Hartmann.

Dort, im Rahmen eines ausgiebigen Umtrunks, wurde es feierlich, denn es standen zahlreiche Ehrungen auf dem Programm: Ashley Faahsen erhielt unter großem Beifall den Orden für zehn Jahre Fahnenschwenken. Jürgen Kisters wurde von der Schießgruppe mit einem Präsent für seine sechsjährige Arbeit als Schießmeister gedankt. Peter Knell erhielt ein besonderes Dankeschön für seinen unermüdlichen Einsatz im großen Vorstand, darunter stolze neun Jahre als Adjutant des Majors und neun Jahre als Fahnenoffizier. Horst Kuhrt wurde für seine sportlichen Erfolge die Jahresnadel im Luftgewehrschießen verliehen.

Nach der offiziellen Parade und dem Fahnenschwenken setzte sich der Zug in Richtung JoScho-Schützenhalle in Bewegung.

Spannung am Schießstand: Die Preise fallen

Während sich die Familien stärkten, begann um 15 Uhr der sportliche Teil. Die Preise fielen in folgenden Etappen: Martin Kisters sicherte sich bereits mit dem 33. Schuss den ersten Preis. Den zweiten Preis errang Chris Humm mit dem 81. Schuss, bevor Jürgen Kisters mit dem 106. Schuss den dritten Preis perfekt machte.

Dramatischer Zweikampf an der Vogelstange

Dann erreichte der Tag seinen Höhepunkt. Als der Aufruf für die Königsanwärter erfolgte, traten zwei entschlossene Schützen vor: Martin Kisters und der bekannte Langzeit-Anwärter Hans Faahsen. Es folgte ein packendes Wettschießen, bei dem Hans Faahsen erneut Nervenstärke bewies, ihm jedoch am Ende das nötige Quäntchen Glück fehlte.

Mit dem 71. Schuss machte Martin Kisters schließlich „die Kiste zu“ und holte den Vogel von der Stange. Unter tosendem Applaus wurde er zum neuen König gekrönt und ernannte sogleich seinen Bruder Jürgen Kisters zu seinem Adjutanten.

Parallel zum Hauptwettkampf tauschten die lokalen Ensembles ihre Instrumente gegen das Luftgewehr ein. In einem spannenden Vergleich zwischen dem Spielmannszug und dem Musikverein bewiesen die Spielleute das ruhigere Händchen. Mit einem verdienten 7:4-Sieg sicherte sich der Spielmannszug nicht nur den begehrten Wanderpokal, sondern auch einen willkommenen Getränkezuschuss für das nächste Fest.

Ausklang und „Königsbluten“

Nach dem Marsch zum Mechelhaus, wo das Gratulationscorps bereits wartete, wurde bis in die Nacht gefeiert. Am Folgetag ließ die Gilde beim traditionellen „Königsbluten“ mit Mettbrötchen und einer geselligen Runde Flunkyball die Ereignisse Revue passieren. Während Martin Kisters glücklich in sein Königsjahr startet, bleibt Hans Faahsen als fairer Sportsmann in Erinnerung, dem an diesem Tag lediglich das letzte Glück am Abzug fehlte.

König Martin Kisters (l.) mit seinem Bruder und Adjutanten Jürgen Kisters. Foto: privat