„Kein Geld. Keine Versorgung.“
St.-Clemens-Hospital Geldern beteiligt sich am bundesweiten Protesttag der Krankenhäuser
GELDERN. Mit einer symbolischen Protestaktion beteiligt sich das St.-Clemens-Hospital Geldern am Freitag, 12. Juni, am bundesweiten Aktionstag der Krankenhäuser unter dem Motto „Kein Geld. Keine Versorgung.“ Hintergrund sind die geplanten finanziellen Einschnitte durch das sogenannte GKV (Gesetzliche Krankenversicherung)-Spargesetz, das nach Einschätzung vieler Krankenhäuser die medizinische Versorgung langfristig gefährdet.
Zwischen 11 und 13 Uhr wird der Haupteingang des St.-Clemens-Hospitals Geldern symbolisch geschlossen. Patienten sowie Besucher werden in diesem Zeitraum über einen Nebeneingang an der Liegendeinfahrt der Zentralen Notaufnahme, dem Zugang zum Radiologischen Institut, in das Krankenhaus geleitet. Dieser Umweg soll für die längeren Wege stehen, die Patienten nach der Umsetzung eines GKV-Spargesetzes für ihre medizinische Versorgung in Kauf nehmen müssten. Die tatsächliche medizinische Versorgung, Notfallversorgung und alle Behandlungen bleiben im St.-Clemens-Hospital Geldern selbstverständlich während dieser Zeit uneingeschränkt gewährleistet.
Mit der Aktion möchten die Krankenhäuser sichtbar machen, welche Folgen weitere finanzielle Belastungen für die Gesundheitsversorgung haben können. Denn Ziel ist es, Politik und Öffentlichkeit auf die angespannte wirtschaftliche Situation vieler Kliniken aufmerksam zu machen. Längere Wege zum Krankenhaus, weniger medizinische Angebote und zunehmender Druck auf Kliniken und Mitarbeiter könnten künftig vielerorts Realität werden. Der Protest steht unter dem ergänzenden Motto: „Wir sind für Sie da. Solange wir noch können.“
Ein deutliches Zeichen
Mit der symbolischen Schließung möchten die Krankenhäuser ein deutliches Zeichen setzen, ohne ihre Verantwortung gegenüber den Patienten aus den Augen zu verlieren. „Krankenhäuser gehören zur unverzichtbaren Daseinsvorsorge. Die geplanten Einsparungen treffen nicht abstrakte Strukturen, sondern unmittelbar die Versorgung der Menschen vor Ort – auch hier am Niederrhein“, erklärt Ludger Broeckmann, Kaufmännischer Direktor des St.-Clemens-Hospitals Geldern. „Auch wenn derzeit hohe Fördersummen für unseren Standort sowie den Standort in Kleve im Raum stehen, ändert dies nichts an einer langfristig schlechten finanziellen Lage für unsere Krankenhäuser, sollten die aktuellen Sparpläne im Rahmen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes in der aktuellen Form von der Bundesregierung beschlossen werden.“ Die geplanten Kürzungen gefährdeten Leistungen, Personal und Versorgungssicherheit, so Broeckmann weiter.
Die Aktion findet zeitgleich in zahlreichen Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen sowie weiteren Bundesländern wie Bayern, Baden-Württemberg und dem Saarland statt. Organisiert wird der Protest durch die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW). Anlass ist die erstmalige Beratung des Gesetzesentwurfs im Bundesrat am 12. Juni.
Das St.-Clemens-Hospital Geldern bittet alle Besucher am Aktionstag um Verständnis für mögliche kurze Umwege im Eingangsbereich.
Auch das St.-Clemens-Hospital Geldern beteiligt sich am bundesweiten Protesttag. Foto: St.-Clemens-Hospital/KGNW