Katrin Weigel (l.) leitet seit April das „JuCa“. Das freut auch Claudia Lindlahr. NN-Fotos: Thomas Langer
7. Juli 2024 · Emmerich

„JuCa“ unter neuer Leitung

Katrin Weigel leitet seit April das Jugendcafé am Brink in Emmerich

EMMERICH. Seit mehr als 20 Jahren ist das Jugendcafé der Stadt Emmerich – das „JuCa“ – ein fester Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche. Mittlerweile am Brink beheimatet, hat sich das bis heute nicht geändert. Wohl aber die Leitung: Seit April kümmert sich Katrin Weigel als neue Teamchefin um die Einrichtung.

Dass Katrin Weigel im Bereich Kinder- und Jugendarbeit landen würde, zeichnete sich schon früh in ihrem Leben ab: So war sie bereits in jungen Jahren als Babysitterin tätig, arbeitete als Betreuerin bei der Ferienfreizeit auf einem benachbarten Ponyhof und legte später ihr Fachabitur im Bereich Sozial- und Gesundheitswesen ab.

Für ihre neue Stelle im JuCa bringt die 40-jährige Kleverin natürlich noch ganz andere Erfahrung mit: Nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin bildete sie sich noch in Richtung Sozialmanagement und zur psychologischen Beraterin fort. Die letzten elf Jahre war Katrin Weigel in der Kita-Landschaft unterwegs – zuletzt als Leiterin der Kita St. Nikolaus in Kleve. In den letzten Jahren war in ihr allerdings der Wunsch gewachsen, dahin zurückzukehren, wo sie angefangen hatte: in die offene Jugendarbeit.

Möglichkeiten dafür habe es bereits gegeben, erklärt sie, „aber oft wäre ich im Job allein auf weiter Flur gewesen.“ Anders im JuCa: Hier werde sie nicht nur sehr unterstützt, „wir sind auch multiprofessionell aufgestellt.“ Dafür sorgen die vier festen Mitarbeiter, ein bis zwei Bundesfreiwilligendienstler und gelegentlich die Unterstützung durch geringfügig Beschäftigte.

Gute Voraussetzungen, um die zehn- bis 14-jährigen Gäste vernünftig zu betreuen. Im Fokus steht dabei die pädagogische Mittagspause: Zentral am Brink 1 gelegen, kommen dann 60 bis 100 Kinder und Jugendliche von der Gesamt- und Förderschule sowie dem Gymnasium ins JuCa. „Die Bedarfslage ist sehr unterschiedlich“, sagt Claudia Lindlahr, Leiterin des Fachbereichs Jugend, Schule und Sport. Das gilt besonders in Hinsicht auf die Pandemie: „Sie hat Spuren bei den Kindern hinterlassen.“ Die Isolation habe dazu geführt, dass der Nachwuchs den Umgang untereinander in großen Gruppen teils neu lernen müsse. Auch der ungewohnte Lärm überfordere manch einen. „Aber ich bin froh, dass wir hier im JuCa viele kompetente Kollegen haben, die das auffangen.“ Damit meint Lindlahr auch Katrin Weigel: „Sie hat uns gnadenlos überzeugt. Sie ist vom Typus her ein sehr positiver Mensch und ihre Qualifikationen sind sehr breit gefächert. Das brauchen wir hier.“

Von Airhockey bis Musik

Die Corona-Folgen sind auch Weigel nicht fremd, daher möchte sie diese umso mehr mit dem JuCa-Angebot angehen. Das ist auch abseits der Mittagspause weit gefächert. Dafür sorgt allein die Ausstattung: in den hellen, großen Räumlichkeiten finden sich neben vielen Sitzmöglichkeiten unter anderem Kickertische, ein Airhockey- und ein Billard-Tisch, eine Dartscheibe und Spielekonsolen, ein Mehrzweckraum für verschiedene kreative Angebote sowie ein mit allerhand Instrumenten bestückter Musikraum. „Wir haben aber auch eine Sport-AG, wir kochen einmal in der Woche, wir bieten kreative Angebote an und bald startet wieder die Mädchen-AG“, nennt Katrin Weigel weitere Beispiele. Hinzu kommen Gelegenheiten zum Schwimmen, Bouldern oder zum Tiger Jump. Aber nicht jedes Angebot kommt von oben: „Wir fragen auch die Kinder, was sie sich wünschen“, sagt Weigel.

Aus gegebenem Anlass steht nun auch das Ferienprogramm vor der Tür, das mit einigen Highlights aufwartet: Geplant ist unter anderem eine Lama-Wanderung, eine Fahrt zum Movie Park und ein zweitägiges Camp beim Kanu-Verein. Mehr zum Angebot findet man mit dem Suchwort „JuCa“ auf der Instagram- und Facebook-Präsenz des JuCa sowie unter emmerich.de. Wer seine Kinder für das Ferienprogramm anmelden möchte, kann das noch tun: von montags bis freitags von 10 bis 19 Uhr unter Telefon 02822/751422 oder persönlich am Brink 1.

Neben dem Tagesgeschäft überarbeitet das Team um Katrin Weigel derzeit auch das Schutzkonzept und die generelle Konzeption der Einrichtung. Bei letztgenannter liege der Blick vor allem auf sozialer Integration, Niederschwelligkeit, Gesundheit, Sport und Ernährung. „Wir wollen das ganze Potenzial, das wir hier haben, nutzen, damit möglichst viele Kinder und Jugendliche gerne hierherkommen“, sagt Weigel und zeigt sich dabei sichtlich motiviert.

Zu den weiteren Zielen gehöre auch, mehr Musik-Angebote in AG-Form anzubieten und eine partnerschaftliche Kooperation mit der Gesamtschule auf die Beine zu stellen. Das passt zum derzeitigen Augenmerk, die neuen 5. Klassen der verschiedenen Schulen anzusprechen. Da auch sie sich nicht nur an ihrer neuen Schule, sondern ebenso im JuCa willkommen fühlen sollen, dürfen sie sich schon jetzt auf eine kleine Überraschung freuen: „Wir bereiten für sie ein kleines ‚Welcome-Paket‘ vor“, verrät Weigel.

Im JuCa gibt es auch genug Gelegenheit, die Musik aufzudrehen.

Im JuCa gibt es auch genug Gelegenheit, die Musik aufzudrehen. Foto: Thomas Langer

Katrin Weigel (l.) leitet seit April das „JuCa“. Das freut auch Claudia Lindlahr. NN-Fotos: Thomas Langer