"André Ripkens, Jonas Gehr von Topfpflanzen Ripkens mit Marcus Trappe von Agrobusiness Niederrhein"
9. April 2026 · Straelen

Jonas Gehr aus Straelen beeindruckt mit Spitzenleistung

Bester Auszubildender im Gartenbau

STRAELEN. Mit der Traumnote 1,14 wurde Jonas Gehr von der Landwirtschaftskammer NRW als bester Auszubildender im Gartenbau – Fachrichtung Zierpflanzenbau – ausgezeichnet. Im Rahmen seines Besuchs bei Topfpflanzen Ripkens in Straelen sprach Marcus Trappe von Agrobusiness Niederrhein mit dem jungen Gärtner über Motivation, Ausbildung, Technik und Zukunftsperspektiven. Mit dabei war auch Inhaber André Ripkens.

Schon die Nachricht über sein herausragendes Prüfungsergebnis überraschte den jungen Straelener: Die Noten im Schuljahr seien zwar gut gewesen, „aber dass es dann so gut wird, habe ich nicht erwartet“, erzählt Jonas rückblickend. Sein Weg in die Branche war dabei nicht vorgezeichnet. „Der eigentliche Plan war etwas in Richtung technischer Zeichner zu machen. Durch Corona hat sich der Plan letztendlich geändert. Ich wollte etwas tun, bei dem ich am Ende des Tages sehe, was ich geschafft habe. Dann habe ich neben der Schule in der Gärtnerei meines Onkels gearbeitet“, berichtet er. Dass der Gartenbau in seiner Familie immer präsent war, hat seinen Weg mitgeprägt: Gleich drei Onkel führen eigene Betriebe. Besonders aber die Erfahrungen während der Ausbildung haben seine Begeisterung gefestigt.

Im Ausbildungsalltag bei Topfpflanzen Ripkens gefielen Jonas besonders die Aufgabenbereiche, bei denen er mitdenken konnte: „Mit zu überlegen, was man wie in welcher Reihenfolge macht und dabei Abläufe zu planen. Wenn man hier eine gute Idee hat, kann man sie einwerfen. Und das auch als Auszubildender.“

Wie er ein so starkes Prüfungsergebnis erreicht hat, fasst Jonas so zusammen: „Mein Erfolgsrezept war – dranbleiben. Immer ein bisschen was machen, bevor man vor Klassenarbeiten einen ganzen Berg vor sich hat. Und wichtig: Fragen stellen, wenn man etwas nicht versteht – egal, ob in der Berufsschule oder im Betrieb.“

Sein Arbeitgeber bot ihm optimale Rahmenbedingungen. Auf insgesamt 18.000 Quadratmeter Glasfläche und 55.000 Quadratmeter Freiland kultiviert das Team rund 30 verschiedene Sorten an Beet- und Balkonpflanzen sowie verschiedene Sedum-Arten oder Alpenveilchen, die dann unter Sortimentsnamen wie Stone-Land oder Out-Land vertrieben werden. Besonders Technik und Automatisierung faszinieren Jonas Gehr. Die moderne Gartenbauproduktion hat längst nichts mehr mit dem klischeebehafteten Bild von Strohhut und Gießkanne zu tun. Roboter, Kransysteme und automatische Abläufe gehören selbstverständlich zum Alltag – eine Entwicklung, die seiner Meinung nach weiter zunehmen wird.

Jungen Menschen, die noch auf der Suche nach einem passenden Beruf sind, gibt Jonas einen einfachen, aber wirkungsvollen Rat: „Es gibt so viele kleine Erfolgserlebnisse. Man sieht jeden Tag, was man getan hat. Und vor allen Dingen sieht man etwas wachsen – Pflanzen sind ein lebendes Produkt.“ Praktika oder Ferienjobs seien der beste Weg, einen realistischen Einblick zu bekommen.

„Ihr seid in einer sogenannten Verbundausbildung namens ARIBA – was genau ist das?“, fragt Marcus Trappe, Koordinator im Interreg-Projekt Agropole Innovates unterstützt durch das Interreg VI-Programm Deutschland-Nederland. „Drei Spezialbetriebe bilden in drei Jahren im Verbund zum Gärtner aus. Neben uns als Topfpflanzen Ripkens sind das A-Flora Opschroef und Gartenbau Boeckstegers. Alle drei haben andere Kulturen, andere Technik und unterschiedliche Arbeitsweisen. Mehr Abwechslung ist kaum möglich“, erklärt der ehemalige Auszubildende.

Seine eigenen Zukunftspläne sind bereits konkret: Nach zwei Jahren Berufspraxis möchte er die Meisterschule besuchen. Das ist wichtig, denn qualifizierte Fachkräfte werden dringend gesucht. „In den Betrieben werden Gartenbaumeister benötigt. Gesellen sowieso und Auszubildende erst recht“, betont Ripkens. Zum Abschluss verdeutlichen beide, wie breit die Wege im Gartenbau heute sind – weit über die Produktion hinaus. „Der Gartenbau bietet vielfältige Möglichkeiten nach der Ausbildung. Man kann in den Handel gehen, als Vertreter arbeiten, Berater für Pflanzen oder Technik werden oder sich in Verbänden einsetzen“, erklärt André Ripkens. Und Jonas ergänzt: „In welche Richtung auch immer – von Produktion bis hin zum Verkauf ist hier alles gebündelt. Die ganze Bandbreite ist hier in der Region vertreten.“

"Ehrung Prüfungsbester NRW: Jonas Gehr mit Urkunde von Präsident Werring und Direktor Dahlhoff in Bad Sassendorf"

Ehrung als Prüfungsbester bei der Landwirtschaftskammer NRW in Bad Sassendorf. Kammerpräsident Karl Werring (rechts) und Kammerdirektor Dr. Arne Dahlhoff überreichen Jonas Gehr die Urkunde. Foto: Saskia Schmitz, Landwirtschaftskammer NRW

André Ripkens und Jonas Gehr von Topfpflanzen Ripkens mit Marcus Trappe von Agrobusiness Niederrhein (v.r.). Foto: Agrobusiness Niederrhein