Christina und Marcel Großbongardt empfangen Öl für Pastoralen Raum Emmerich-Rees.
31. März 2026 · Emmerich

„Jesus muss im Mittelpunkt stehen“

Liturgische Öle geweiht: Vertreter des Pastoralen Raums Emmerich-Rees nehmen teil

EMMERICH/REES. „Im Mittelpunkt unseres Handelns und Verkündens als Kirche muss Jesus Christus stehen“: Das hat Dr. Antonius Hamers, Diözesanadministrator des Bistums Münster, bei der jährliche Chrisam-Messe im St.-Paulus-Dom Münster betont. Deren Zelebrant war Weihbischof Wilfried Theising.

Im Mittelpunkt stand die Weihe der liturgischen Öle für die Spendung der Sakramente. Diese findet immer am Beginn der Karwoche statt. Vertreter vieler Pfarreien aus dem ganzen Bistum Münster nahmen an der Chrisam-Messe teil, um danach die Öle in ihre Gemeinden mitzunehmen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Messe war traditionsgemäß die Erneuerung ihres Weiheversprechens durch die anwesenden Priester.

Für Krankensalbung sowie Taufen, Firmungen und Weihen

Geweiht wurden das Katechumenen-Öl, mit dem Erwachsene gesalbt und so als Taufbewerber zugelassen werden, das Öl für die Krankensalbung sowie das Chrisam für Taufen, Firmungen, Priester- und Bischofsweihen. Zur Weihe brachten Gläubige aus verschiedenen Regionen des Bistums die Öle. Ebenso standen Priester aus den Bistumsregionen mit Theising der Eucharistiefeier vor.

In seiner Predigt warnte Diözesanadministrator Hamers angelehnt an eine Äußerung des kürzlich verstorbenen Philosophen Jürgen Habermas vor einem ausschließlich diesseitigen Religionsverständnis. „Religion muss für den Verweis auf etwas Höheres stehen“, forderte Hamers. Sie dürfe und solle auch Lebensweisheiten und Lebenshilfe verbreiten, aber sich nicht darauf beschränken. „Ein Christentum, das sich nicht auf Gott und Jesus Christus bezieht, gibt sich auf und macht sich überflüssig“, sagte Hamers. Wenn die Kirche sich rein auf gesellschaftliche Fragen konzentriere, verrate sie ihre Sendung.

Öle als Ausdruck des Heilsdienstes der Kirche

Diese Sendung stehe in der Liturgie der Chrisam-Messe im Mittelpunkt. Denn die Sakramente, für die die heiligen Öle genutzt werden, „sind uns als Instrumente der Beziehung zu Gott anvertraut“, sie seien „Bausteine der Nähe Gottes“. Alles, was die Kirche tue und verkündige, müsse in ihnen seinen Grund haben. Die heiligen Öle seien insofern Ausdruck des Heilsdienstes der Kirche. Abschließend dankte Hamers den Seelsorger sowie allen Gemeindevertretern für ihren Einsatz.

Die Weihe der Öle nahm Weihbischof Theising vor. Anschließend holten sich die Gemeindevertreter ihre Anteile daran ab. Musikalisch gestalteten die Capella Ludgeriana, Midori Goto und Adrian Kowolik an den Violinen sowie Domorganist Thomas Schmitz unter Gesamtleitung von Domkapellmeister Alexander Lauer die Messe.

Christina und Marcel Großbongardt nahmen das Öl für den Pastoralen Raum Emmerich-Rees in Empfang. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann