„Jeder hat das Herz auf dem rechten Fleck“
Pater Devis von der Arnold-Janssen-Gemeinde begleitete eine Tour der Gocher Tafel
GOCH. „Wenn ich sehe, was hier mit den Bananen passiert“, lachte Pater Devis Don Wadin nach seiner ersten Fahrt für die Gocher Tafel über beide Wangen. Sein Erstaunen war verständlich: Der leitende Pfarrer der St. Arnold-Janssen-Gemeinde stammt ursprünglich aus dem Ort Kalu, einem Dorf in Südost-Sulawesi, Indonesien, und dort ist die Banane zentraler Bestandteil auf dem Ernährungsplan und auch der Name seines Geburtsortes bedeutet übersetzt „Banane“.
Vor gut einem halben Jahr folgte Pater Devis auf Pater Manfred Krause und übernahm dessen Amt als Pfarrverwalter der St. Arnold-Janssen-Gemeinde. Es war sein, so verriet er Steyler Missionar dem Tafelteam, sein Wunsch an den Niederrhein zu kommen, in die Geburtsstadt von Arnold Janssen zu kommen. Die Stadt an der Niers hatte er schon bei ersten Besuchen kennengelernt und nun wollte er mehr über Goch und seine Menschen wissen. Einer seiner ersten Wege führte den neuen Seelsorger zur Tafel in Goch. Zustande kam der Besuch durch den Kontakt mit Kurt Pleines, der zwölf Jahre lang die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Gocher Land leitete und ebenso lange bei den Lebensmittelrettern in der Weberstadt aktiv ist. Bei der Amtseinführung des neuen Pfarrverwalters kamen beide schnell ins Gespräch und fanden sofort Zugang zueinander. „Wir sprachen unter anderem über die Tafel und ich nahm Kurts Einladung, mal mitzufahren, sehr gerne an, um zu sehen, wo die Lebensmittel herkommen, die die Tafel für die Bedürftigen unserer Stadt einsammelt und wer die Menschen sind, die sich engagieren.“ Zweieinhalb Stunden lang ging es mit Kurt Pleines und Klaus Tobias auf Tour, konnte der Steyler Missionar den Weg der überschüssigen Lebensmittel vom Supermarkt zur Tafel auf der Arnold-Janssen-Straße bis zum Endverbraucher, sprich Leistungsbezieher (Bürgergeld, Grundsicherung, ALG II) mitverfolgen. „Man muss schon das Herz auf dem rechten Fleck haben, um diese Arbeit leisten zu können“, zeigte sich Pater Devis Don Wadin beeindruckt vom Engagement der rund 70 freiwilligen Fahrer, Sortierer, Helfer in der Ausgabe und im Büro von „Arche“ dem Träger der Tafel. „Der Satz ist sicher schon abgenutzt, aber ohne Ehrenamt geht es hier wirklich nicht!“, zollte der Mittfünfziger den überwiegend Ü-Sechzigern beim Ausladen der Gemüse- und Obstkisten seinen Respekt. In Zukunft wolle er das Geschehen rund um die Gocher Tafel noch intensiver betrachten und in seiner Gemeinde für die gute Sache der Lebensmittelretter werben. Und dabei nicht nur die Bananen im Blick behalten…
Natürlich war sich Pater Devis nicht zu schade, ebenso wie die beiden Tafel-Kollegen Kurt Pleines (l.) und Klaus Tobias anzupacken. Foto: Kevelaerer Blatt
Nach seiner ersten Tour rahmten die Mitarbeiter den „neuen“ Fahrer für ein gemeinsames Foto gerne in ihrer Mitte ein. Fotos: privat