Am Sonntag eröffnet im Museum Schloss Moyland eine neue Ausstellung. NN-Foto: RD
21. November 2024 · Bedburg-Hau

Im Schloss wird es gruselig...

Sonntag eröffnet die neue Ausstellung „There is a Ghost in the Room. For Sure!“

MOYLAND. Das Spiegelbild löst sich urplötzlich in Nichts auf. Musikinstrumente spielen wie von Geisterhand. Schnelle Kameraschnitte und beunruhigende Klänge ziehen in den Bann des schwindelerregenden Albtraumes einer jungen Frau. Während Bilder aus den Geschichten der Brüder Grimm in die bizarre Märchenwelt eines verwunschenen Schlosses entführen, hört man aus der Ferne ein merkwürdiges Geräusch. Man folgt ihm und sieht einen menschlichen Schatten an der Wand: Ist es der eigene?

Sehen, hören, empfinden: Die neue Ausstellung „There is a Ghost in the Room. For Sure!“ im Museum Schloss Moyland bietet mehr als ein Jahr lang zeitgenössische Kunst von jungen ebenso wie von international bekannten Künstlern. Zu den bekannten gehören David Hockney, Anri Sala oder Dominique Gonzalez- Foerster. Zur Teilnahme eingeladen sind aber auch Studierende der Kunstakademie Düsseldorf aus der Klasse Ari Benjamin Meyers & Dominique Gonzalez-Foerster. Von den verwinkelten und von Gewölben durchzogenen Räumen im Untergeschoss des Schlossgebäudes haben sie sich zu insgesamt fünf Klanginstallationen inspirieren lassen, zwei weitere sind im Kräutergarten installiert. Nicht nur die Klanginstallationen wurden eigens für die Ausstellung entwickelt. Auch die Beiträge von Fynn Bierik und Swinda Oelke sowie jene des Künstlerduos heidundgriess sind auf die Räume abgestimmt, in denen sie installiert wurden.

Mehr als eine der ausgestellten Arbeiten bezieht die Besucher mit ein oder wird durch diese erst aktiviert. In Séance de Shadow II (bleu) von Dominique Gonzalez-Foerster bilden die vervielfachten, blau zuckenden Schatten der Besucher das Werk. Der Künstler Ari Benjamin Meyers scheint mit Requiem (Ouija) die Möglichkeit zu bieten, in einer pseudo-spiritistischen Sitzung über das Medium des Klangs mit den Verstorbenen in Verbindung zu treten. Am Ende der Sitzung tragen die Besucher ein Notenblatt mit einer – ihrer? – Komposition nach Hause.

Auch die Sammlung van der Grinten hat in dieser spannungsvollen Ausstellung mit Werken der Grafik und Skulptur (Michaël Aerts, Jo Gijsen), mehreren Installationen, einem Film (Maya Deren und Alexander Hammid) und Fotos (Francesca Woodman) ihren Auftritt. Zwei Werke von James Lee Byars sind zu sehen: „This is the Ghost of James Lee Byars Calling. 615 N. La Cienega Blvd, Los Angeles, California, U.S.A.“ steht auf einer fünfeckigen Karte aus Goldkarton, die 1969 von der Galerie Eugenia Butler zu einer Performance von Byars gedruckt wurde. Bei dieser Performance schrieb eine in rote Seide gekleidete Frau Nachrichten auf ein Blatt Papier, die ihr von anderen Orten in die Ausstellung geschickt wurden. Es waren Beschreibungen des abwesenden Künstlers, die dessen Ableben vorwegzunehmen schienen. Auch die von technischer Brillanz und ironischem Witz gekennzeichneten Radierungen von David Hockney, aus dessen 1972 erschienener Mappe mit Illustrationen zu fünf Märchen der Brüder Grimm, und weitere Werke stammen aus der Sammlung des Museums Schloss Moyland.

Seit 2011 zeigten die Räume im Untergeschoss eine repräsentative Auswahl aus dem Sammlungsbestand der Kleinplastik. Nun hat das Kuratorenteam eine neue Präsentation erarbeitet. Dazu wurden die Räume vor der Neueinrichtung renoviert und mit einem modernen Beleuchtungssystem aufgewertet. Die neue Ausstellung bringt den besonderen Charakter der stimmungsvollen Räume im Untergeschoss des Schlossgebäudes zur Geltung und gibt zugleich den Kunstwerken viel Raum. Kuratiert wurde die Ausstellung von Alexander Grönert und Judith Waldmann. Zu sehen ist die Ausstellung vom 24. November bis zum 25. Januar 2025.

Am Sonntag eröffnet im Museum Schloss Moyland eine neue Ausstellung. NN-Foto: RD