„Ich lasse viel tiefer in mich hineinblicken“
NN-Interview mit Nico Santos über sein neues Doppelalbum „POV“, sehr persönliche Songs und die bevorstehende Arena-Tour
NIEDERRHEIN. Nico Santos veröffentlicht am 30. Oktober sein viertes Studioalbum „POV“. Bei einer Listening Experience in Düsseldorf gewährte der Sänger persönliche Einblicke in die Entstehung der 18 Songs. Im Interview mit den NN spricht er über autobiografische Geschichten, besondere Begegnungen mit Fans und seine bevorstehende Arena-Tour. Auch Anne Mosters wird dabei sein.
Nico, bei den Pre-Listening-Sessions wurden deine neuen Songs erstmals in kleinem Rahmen vorgestellt. Wie fühlt sich das an?
Nico Santos: Das war für mich etwas ganz Neues. So etwas hatte ich vorher noch nie gemacht. Es war superschön, den Menschen direkt ins Gesicht zu schauen und ihre allerersten Reaktionen auf etwas sehen zu können, an dem man sehr lange gearbeitet hat. Normalerweise sehe oder höre ich diese Reaktionen nicht so genau und unmittelbar, weil ich bei den Auftritten ja eine Band hinter mir habe. Deshalb war das noch einmal etwas ganz Besonderes.
Welche Bedeutung haben solche persönlichen Begegnungen mit deinen Fans für dich?
Nico: Ich glaube, dass solche Momente die Künstler-Fan-Verbindung noch einmal stärken. Man vergisst sie nicht, vor allem, wenn Songs gespielt werden, die so persönlich sind. Ich habe heute sehr viele Reaktionen gesehen, die mich sehr berührt haben. Das nehme ich mit.
Dein neues Album „POV“ ist ein Doppelalbum mit 18 Songs. Was unterscheidet es von deinen bisherigen Alben?
Nico: Ich glaube, dass ich viel tiefer in mich hineinblicken lasse. In alle schönen Sachen, aber vielleicht auch nicht so schöne Sachen, die ich bislang so erlebt habe. Bestenfalls habe ich hier sehr viele Songs, die anderen vielleicht auch helfen in verschiedenen Situationen.
„POV“ heißt das neue Albumvon Nico Santos, das am 30. Oktober veröffentlicht wird. Foto: Timo Wagner
Welche Songs bedeuten dir persönlich am meisten?
Nico: Es gibt zwei Songs, die mir besonders viel bedeuten. Zum einen ist das „Dear Child“, der Song für meinen Sohn. Zum anderen „Yours, Nico“, in dem ich auf mein bisheriges Leben zurückblicke. Es war nicht leicht, diesen Song zu schreiben.
Was macht für dich einen Song aus, der auch nach vielen Jahren noch funktioniert?
Nico: Bestenfalls klingt er nicht nur wie eine bestimmte Phase. Er sollte auch in 20 Jahren noch zeitgemäß sein können und gleichzeitig vielleicht ein bisschen Nostalgie versprühen.
Am 29. Oktober startet deine große Arena-Tour. Was darf bei einem Nico-Santos-Konzert auf keinen Fall fehlen?
Nico: Ich glaube, es ist diese Dreisprachigkeit, durch die das Publikum in drei verschiedene Welten geführt wird. Unter meinem Künstlernamen Santos singe ich auch auf Deutsch. Außerdem bin ich in Spanien aufgewachsen und habe dort 20 Jahre lang gelebt. Deshalb dürfen meine spanischen Wurzeln natürlich nicht zu kurz kommen. Und eine energievolle Show ist ebenfalls ein Muss.
Am Niederrhein freuen wir uns besonders, dass Anne Mosters, mit der du im vergangenen Jahr „The Voice of Germany“ gewonnen hast, mit auf Tour geht. Was dürfen wir von ihr erwarten?
Nico: Anne Mosters ist in Köln und Oberhausen mein Support und auf der gesamten Tour mein Special Guest. Sie wird bei jedem Konzert mit auf der Bühne stehen. Ich habe mich riesig gefreut, dass sie mitkommt. Anne und mich verbindet nicht nur, dass sie vom Niederrhein kommt – genau wie meine Frau –, sondern auch, dass sie für mich zum ersten Mal „The Voice of Germany“ gewonnen hat. Anne hat die beste Stimme, die ich seit ganz, ganz langer Zeit gehört habe. Deswegen freue ich mich sehr, so eine unfassbar nette Person in meiner Crew zu haben. Sie fährt mit uns durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das wird sicher noch einmal ein sehr, sehr schöner Moment.
Nico Santos stellte im Savoy-Theater in Düsseldorf die neuen Songs seines vierten Albums „POV“ vor. Im Rahmen seiner Arena-Tour macht der Sänger am 31. Oktober Station in Köln, am 2. November in Oberhausen. NN-Foto: Andrea Kempkens