„Ich kann nicht stillsitzen“
Sandra van der Zweep tritt bei der Kommunalwahl im September als Bürgermeisterkandidatin in Kranenburg an
KRANENBURG. Es hatte erst einmal nicht so ausgesehen, als würde Sandra van der Zweep ins Rennen einsteigen. Dann tat sie es doch.
Vielleicht erklären wir’s mal kurz: Sandra van der Zweep, 52, verheiratet, zwei Kinder, ist unter den fünf Personen, die sich um das Bürgermeisteramt in Kranenburg bewerben, die einzige Frau. Sie tritt für die Wählergemeinschaft Bürgerdialog an und es ist van der Zweeps zweiter Versuch: Bereits vor fünf Jahren bewarb sie sich um das Amt.
Diesmal kam die Bewerbung relativ spät. Woran lag’s? „Na ja, ich war mir zuerst nicht sicher - genauer gesagt war ich zuerst sicher: Ich mach das nicht noch mal. Ich hatte sogar darüber nachgedacht, die Politik ganz an den Nagel zu hängen.“ Aber wie es so ist: Da ist diese Wählergemeinschaft, „du gehörst zu den Gründungsmitgliedern und das Ganze fühlt sich an als wäre es das eigene Kind“. Dazu die Erkenntnis, dass es gut ist, den Menschen ein Spektrum zu bieten. Gemeint ist: Jeder soll die Möglichkeit bekommen, die eigene Denkfarbe bei den Kandidaten und ihren Programm wieder zu finden und zu wählen.
So kann man es sehen. Skeptiker sagen, das führe zu einer Zersplitterung der politischen Landschaft, in deren Folge die Starken stärker werden und die Schwachen schwächer. Van der Zweep sieht das anders. Sie ist eine, die mit halben Sachen nichts anfangen kann. Dazu kommt: Sie ist eine, die mit dem Widerstand wächst, eine, die erst bei Gegenwind richtig in Fahrt kommt. Bei van der Zweep klingt das so: „Ich habe es – auch wenn das jetzt vielleicht esoterisch klingt – nicht gefühlt.“ Sie meint die Kandidatur. Das hat sich bekanntlich geändert. Van der Zweep arbeitet in den Niederlanden, lebt mit Familie in Nütterden und ist das, was man integriert nennen würde. Nütterden ist für sie und ihre Familie weit mehr als ein Schlafquartier. Zwei Beispiele: das politische Engagement und das Vereinsleben. Vor zwei Jahren war van der Zweep Schützenkönigin und wurde imk vergangenen Jahr von ihrem Mann abgelöst.
Die Kandidatin beschreibt sich so: „Ich kann nicht stillsitzen.“ ADHS? Iwo. Was van der Zweep meint, ist: Sie muss was tun. Musswill sich engagieren. Als sie ihrem Mann sagte, dass sie nun doch noch mal kandidieren wolle, gab es keinerlei Gegenwind. Ganz im Gegenteil: „Meine Familie unterstützt mich voll und ganz“, sagt die Kandidatin, wohl wissend, dass Kandidatur eine Zeitfressmaschine ist. Was ihr wichtig ist: Kommunikation im Zwei-Wege-System. „Wissen Sie, ich möchte mehr sein als ein Kümmerkasten. Natürlich können die Leute mir ihre Probleme mitteilen, aber ich möchte dann im Gegenzug, dass die mir ihre Tür öffnen, damit wir reden können.“ Ideen sind nur entwickelbar, wenn sie in gegenseitiger Kommunikation und gegenseitigem Vertrauen erarbeitet werden. „Das ist sehr wichtig. Das gilt auch in der Politik.“ Für van der Zweep ist wichtig, dass Politik durchschaubar, nachvollziehbar ist. Es geht um Transparenz und Bürgernähe. Aber sagen das nicht alle? Sind das nicht längst nur noch Bewerbungsworthülsen? „Das können Sie so sehen, aber bei sind die Hülsen gefüllt“, sagt van der Zweep. Für ihr Wahlprogramm beschränkt sich die Kandidatin auf vier Punkte. „Wer das genau wissen möchte, der schaut einfach mal auf unsere Homepage“, sagt sie und meint mit „uns“ die Wählergemeinschaft Bürgerdialog.
Sandra van der Zweep tritt für die Wählergemeinschaft Bürgerdialog in Kranenburg an. NN-Foto: Rüdiger Dehnen