Hunderte Unterschriften gegen Sparpläne: Lebenshilfe-Rat setzt Zeichen für Teilhabe
Viele Menschen stellen sich hinter die Forderungen der Lebenshilfe Unterer Niederrhein – bundesweite Petition „Keine Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung“
REES. Viele Menschen am Niederrhein wollen nicht hinnehmen, dass bei der Unterstützung von Menschen mit Behinderung gespart wird. Das zeigt die Unterschriftensammlung des Lebenshilfe-Rates der Lebenshilfe Unterer Niederrhein (LHUN): Insgesamt 442 Unterschriften kamen für die bundesweite Petition „Keine Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung“ zusammen.
Die Listen wurden inzwischen an den Deutschen Bundestag weitergeleitet. Zusätzlich haben sich bundesweit online bereits rund 100.000 Menschen der Petition angeschlossen.
Gesammelt wurden die Unterschriften vom Lebenshilfe-Rat, der Selbstvertretung von Menschen mit Handicap innerhalb der LHUN. In den vergangenen Wochen hatten die Mitglieder bei verschiedenen Aktionen, einem Infostand und Gesprächen in der Öffentlichkeit für Unterstützung geworben und dabei immer wieder erklärt, warum ihnen das Thema so wichtig ist.
Hintergrund der Petition sind aktuelle Sparüberlegungen von Bund und Ländern. Ein internes Papier sieht Einsparungen von mehreren Milliarden Euro allein in der Eingliederungshilfe und der Kinder- und Jugendhilfe vor. Aus Sicht der Lebenshilfe könnten dadurch wichtige Unterstützungsleistungen für Menschen mit Behinderung gefährdet werden – etwa Schulassistenz, individuelle Begleitung oder Hilfen zur gesellschaftlichen Teilhabe.
„Wir möchten uns gegen diese Sparpläne wehren und sie nicht einfach hinnehmen“, sagt Patrik Knauer vom Lebenshilfe-Rat. Auch Sven Nowak betont: „Teilhabe ist ein Menschenrecht. Viele Menschen haben uns in Gesprächen gezeigt, dass sie das genauso sehen.“
Besonders beeindruckt habe die Mitglieder des Lebenshilfe-Rates die Unterstützung aus der Bevölkerung. Viele Menschen hätten nicht nur unterschrieben, sondern auch persönliche Gespräche gesucht und ihre Sorge über mögliche Kürzungen geäußert.
Auch die Lebenshilfe Unterer Niederrhein bewertet die hohe Zahl an Unterschriften als wichtiges Signal an die Politik. „Die Resonanz zeigt deutlich, dass viele Menschen verstanden haben, worum es hier geht: Teilhabe, Selbstbestimmung und Unterstützung für Menschen mit Handicap und ihre Familien sind in Gefahr“, betont Geschäftsführer Dr. Gert George.
Wer die Petition noch unterstützen möchte, kann dies weiterhin online tun. Die Petition „Keine Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung“ (Petitionsnummer 195716) kann noch bis 25. Mai auf der Internetseite des Deutschen Bundestages unterzeichnet werden.
Patrik Knauer, Sven Nowak und Manuel Großholdermann (v. l.) vom Lebenshilfe-Rat mit einem dicken Umschlag voller Unterschriften. Foto: LHUN