Die Zahl der hilfsbereiten Hände wird in jedem Jahr größer. Pünktlich zur vorweihnachtlichen Zeit treffen sich am Niederrhein die Akteure der Interessengemeinschaft Krebs. Farbenfrohe Herzkissen und Nackenrollen werden zu Geschenken für die an Brustkrebs Erkrankten und frisch Operierten. Fotos: privat
24. Dezember 2024 · Goch

Hunderte Herzen werden zu stillen Botschaftern

Vorweihnachtliche Näh-Aktion der Interessengemeinschaft Krebs im Jugendheim Pfalzdorf

PFALZDORF. Eines überzeugt besonders: Sie vermitteln Mitgefühl. Sie tragen manchmal große Karos, sie kommen mit kleinen Äpfeln daher, sie zeigen nette Heißluft-Ballons oder in der Vorweihnachtszeit Engel mit Fanfaren oder den Weihnachtsmann. Die Rede ist von den wohltuenden, farbenfrohen Herzkissen, die in diesen Tagen wieder in großer Zahl am Niederrhein gefertigt werden.

„Allein in den Wochen vor Weihnachten nähen, füllen und verpacken unsere fleißigen Helferinnen und Helfer Dutzende, ja Hunderte dieser Herzkissen. Sie werden damit zu stillen Botschaftern unserer Interessengemeinschaft Krebs“, sagt Dr. med. Katrin van Heumen. Die Leitende Oberärztin des Brustzentrums an den Kreis Klever Krankenanstalten ist die Vorsitzende dieser gemeinnützigen Organisation, die in Goch vor allem eines im Blick hat: Das Wohlergehen der Frauen, die von dieser heimtückischen Krankheit betroffen sind und operiert wurden.

Vor einigen Jahren haben die aus Goch stammenden Heinz-Gerd Hendricks, Eddy Strebel und Ulla Kuypers ihre Köpfe zum Austausch zusammengesteckt, um der steigenden Zahl von Krebserkrankungen in der Region „zielgerichtet zu begegnen“. So jedenfalls habe Hendricks damals den anfänglichen Austausch eingeleitet. Unterstützt durch einen stillen Spender gab es seinerzeit den ersten mehrerer Vorträge. Es gab Vier-Augen-Gespräche für Patientinnen mit der Fachärzteschaft, es wurden Sport- und Selbsthilfegruppen „angeschoben“ und später auch erste öffentliche Auftritte bei Pfarrfesten und auf Stadtfesten organisiert – so auch beim Pfarrfest der St. Martinus GocherLand in Kessel, wo auch Marleen Schwiebbe und Karin Arntz die lokale Bedeutung der Interessengemeinschaft prägen halfen. Letztere, Karin Arntz, ist als Einzelhändlerin noch heute im Vorstand des Gocher Werberings und damit Nachweis für das gute Miteinander zwischen der IG Krebs und den örtlichen Multiplikatoren. Dies alles, um dem wachsenden Zuspruch und Bedarf auch durch entsprechende Spendenaufrufe begegnen zu können. Bald wolle man, so war am Rande des jüngsten Treffens zu hören, der Zielgruppe angemessen persönliche Einladungen zu speziellen Yoga-Kursen aussprechen. Ein Angebot, das insbesondere den Austausch Betroffener untereinander fördere.

„Wir haben Jahr um Jahr an Resonanz gewonnen. Wo einst 20 Kissen gefertigt wurden, da sind es nun 500. Heute kommt es durchaus vor, dass man die Interessengemeinschaft Krebs auch als Empfängerin von Kranzspenden berücksichtigt“, betont Ulla Kuypers, eine Frau der ersten Stunde und für die Öffentlichkeitsarbeit der gemeinnützigen Organisation zuständig. In dieser vorweihnachtlichen Zeit trafen sich die Engagierten um Dr. Katrin van Heumen einmal mehr im Jugendheim Pfalzdorf, um erneut viele helfende Hände zur Fertigung der farbenfrohen Herzkissen und Nackenrollen zu zählen. Über einen kompletten Samstag lang wurden hier gespendete Stoffe genäht, wurden Kissen- und Nackenrollen gefüllt und geschmackvoll mit gedruckten kleinen Karten zusammen verpackt. Die Kern-Botschaft des Beilegers: „Aus unseren Händen für dein Herz: gute Besserung“.

Mehr als 50 fleißige Helfer waren es erneut, die sich diesmal wieder im Jugendheim trafen, um sich mit eigens mitgebrachten Nähmaschinen, mit Engagement beim Füllen und Akribie beim Verpacken der Sache anzunehmen. Die Kissen, so unterstreicht die Vorsitzende Dr. med. Katrin van Heumen mit Dank an alle Beteiligten, sollen und werden insbesondere den Druckschmerz bei frisch operierten Patientinnen reduzieren. Somit sei mit jedem gefertigten Kissen auch tatsächlich latent der Hinweis verbunden: „Du bist nicht allein. Es gibt viele Menschen in deinem Umfeld, die deine Schmerzen lindern helfen wollen.

Ein erfolgreicher Tag geht zu Ende: Heinz-Gerd Hendricks, Ulla Kuypers, Dr. med. Kathrin van Heumen und Eddy Strebel (v.r.) freuen sich über die vielen netten Herzkissen.

Ein erfolgreicher Tag geht zu Ende: Heinz-Gerd Hendricks, Ulla Kuypers, Dr. med. Kathrin van Heumen und Eddy Strebel (v.r.) freuen sich über die vielen netten Herzkissen.

Die Zahl der hilfsbereiten Hände wird in jedem Jahr größer. Pünktlich zur vorweihnachtlichen Zeit treffen sich am Niederrhein die Akteure der Interessengemeinschaft Krebs. Farbenfrohe Herzkissen und Nackenrollen werden zu Geschenken für die an Brustkrebs Erkrankten und frisch Operierten. Fotos: privat