Das Poster zur neuen Treppenhausausstellung. NN-Foto: HF
9. April 2026 · Kleve

Hunde, Hasen, Tränenmeer

Taschentücher nicht vergessen: Treppenhausausstellung an der Spyckstraße

KLEVE. Empfehlung des Hauses: Zur Besichtigung der neuen Ausstellung im Treppenhaus an der Spyckstraße 29 in Kleve die Taschentücher nicht vergessen. Keine Angst: Zu weinen wären bestenfalls Lachtränen – gegebenenfalls halbliterweise.

Klaus Cordes – die Fans der Klever Treppenhausausstellungen werden es wissen – ist mit seinen Mail-Art Illustrationen längst eine Art Untermieter in Sachen Kunst.

Diesmal geht‘s um Hund und Hase. Das Prozedere: Da gibt es zwei Tierbriefmarken: Die eine zeigt einen Hund, die andere einen Hasen. Cordes „bekopft“ Zweibeiner der Gattung Homo Sapiens mit den H+H Markengesichtern und versieht das Ganze mit Texten. Dabei heraus kommen aberwitzige Situationen, die vieles auf den Plan der inneren Vorkenntniskarte rufen.

Cordes selbst spricht in Sachen Hundetexte von Eugen Roth, aber da kämen auch andere infrage: Morgenstern, Ringelnatz oder der amerikanische Tiercartoonkönig Gary Larson. Und wenn man die Vorgenannten nicht kennt? Gar kein Problem! Dann wird man gedanklich nicht abgelenkt und witzig – so viel ist mal sicher – bleibt es allemal.

Den Hasen übrigens sieht der Künstler wie folgt: „Er bleibt prosaisch, weiß von nichts, hat aber – ganz niederrheinisch – eine Meinung, wenn man Hanns Dieter Hüsch glauben darf.“

„Wo sich Hund und Hase guten Tag sagen ...“ ist ein gutes Gegengewicht in schwarzschweren Zeiten, die wenig Anlass zur Erheiterung bieten.

Wer sich auf den Weg zum Doppel-H macht, muss Zeit mitbringen, denn es wäre schändlich, „nur“ die Collagen anzuschauen und die Texte außen vor zu lassen.

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 12. April, um 11 Uhr. Zu sehen ist das Ganze bis zu den Sommerferien. Geöffnet ist immer mittwochs zwischen 14.30 Uhr und 17 Uhr oder nach Vereinbarung: brokampkleve@aol.com.

Überlassen wir zuguterletzt einem Hund das letzte Wort – eigentlich ist es ja der Cordes, der übers Hundsein nachdenkt:

„Ein Hund, was Kost betrifft, bescheiden, kann Hundefutter nicht mehr leiden. Auch Mensaessen schlingt er rein, und meist mampft er dabei allein. Wer einmal aus dem Blechnapf fraß, verliert am Eintopf schnell den Spaß und – leicht lässt es sich ja erraten: Er sehnt sich nach dem Sonntagsbraten.“

Das Poster zur neuen Treppenhausausstellung. NN-Foto: HF