Hochschule Rhein-Waal wird zur „Wünschestadt 2026“
Kinder gestalten ihre Kommune und bringen ihre Ideen ein
KREIS KLEVE. Die Hochschule Rhein-Waal wird am Samstag, am 7. November, zur Wünschestadt. Von 14 bis 17 Uhr können Kinder, Familien und alle Interessierten im Audimax und Foyer, Marie-Curie-Straße 1, entdecken, wie Grundschulkinder aus dem Kreis Kleve ihren Wohnort sehen, und selbst mitgestalten. Es gibt eine Ausstellung mit Wimmelbildern und weiteren Arbeiten der Kinder, Mitmachaktionen und eine Weltraum-Fotowand, an der sich Kinder und Familien als Astronaut gratis fotografieren lassen können und das Bild ausgedruckt mit nach Hause nehmen können. Eintritt, Snacks und Getränke sind kostenlos, eine Anmeldung ist nicht nötig. Hinter der Veranstaltung steht das Projekt „Kinder entdecken ihre Kommune“. Grundschulkinder aus Bedburg-Hau, Issum, Kalkar, Kerken, Kranenburg, Rees, Rheurdt, Straelen, Uedem, Wachtendonk und Weeze haben darin erkundet, wo sie sich wohlfühlen, welche Wege ihnen unsicher erscheinen und was sie an ihrem Ort verändern würden. Ihre Erfahrungen und Ideen hielten sie in Gesprächen, Befragungen und Fotos sowie mit kreativen und digitalen Methoden fest. Das Kreisjugendamt Kleve hat das Projekt angestoßen, das Land Nordrhein-Westfalen hat es gefördert. Konzipiert und umgesetzt wurde es von Diskurs Niederrhein und ihrem Team Raumstation.
Die Ergebnisse überraschen. Die Kinder beschäftigten sich mit Verkehr, Müll und Nachhaltigkeit. Sie entwarfen ein Einkaufszentrum, welches seinen Strom aus einer eigenen Windkraftanlage bezieht. Sie sorgen sich, dass es in ihrer Kommune kein Krankenhaus gibt, und fragen, wie sie dann ihre Oma besuchen sollen. Und sie wollen wissen, warum vor der Unterkunft für geflüchtete Menschen keine Bushaltestelle ist. „Erwachsene vermuten oft, dass es Kindern vor allem um Spielplätze und Schulhöfe geht. Die Kinder haben uns aber sehr genau gezeigt, wie sie ihre Orte erleben und welche ganz praktischen Fragen sie dabei beschäftigen. Jetzt sollen das möglichst viele Menschen sehen, Familien genauso wie kommunale Entscheidungsträger und die Politik“, sagt Till Nieke, Geschäftsführer von Diskurs Niederrhein und Projektleiter. „Kinder entdecken ihre Kommune“ ist ein Demokratiebildungsprojekt. Die Kinder lernen demokratische Strukturen in realen Settings kennen und verstehen und erfahren dabei, dass ihre Perspektive ernstgenommen wird und dort ankommt, wo über ihren Alltag entschieden wird.
Wie alle Projekte von Diskurs Niederrhein wurde auch dieses wissenschaftlich begleitet. Der Forschungsbericht zeigt für jede Kommune, wie Kinder ihre Umgebung erleben, und leitet daraus alltagspraktische Handlungsansätze ab. Seine Ergebnisse sind in den aktuellen Kinder- und Jugendförderplan 2026 des Kreises Kleve eingeflossen. Auch der WDR hat das Projekt begleitet und in der Lokalzeit Duisburg darüber berichtet. Mit der Wünschestadt gehen die Ergebnisse nun an die breite Öffentlichkeit und in den Austausch mit Politik, Verwaltung und Fachpraxis. Für Fachpublikum gibt es ab 15 Uhr Vorträge im Audimax. Till Nieke stellt zunächst das Projekt vor. Um 15.30 Uhr spricht Prof. Dr. Marjan Alemzadeh von der Hochschule Rhein-Waal über „Kinderperspektiven als Grundlage von Kinderrechten und Demokratiebildung“. Um 16 Uhr präsentiert Prof. Dr.-Ing. Christian Ressel den Digital Showroom „Assistenz und Teilhabe mit der Lese-App Streen“ und stellt das Leseförderprojekt TransRegINT der Hochschule vor.
Im Foyer geht es parallel weiter. Unter dem Motto „Die Wünschestadt wächst weiter“ entwickeln Kinder gemeinsam mit Studierenden der Kindheitspädagogik neue Ideen. Mit dabei sind unter anderem das KleverKinderNetzwerk, die UNICEF-Hochschulgruppe Kleve, die Stiftung Kinder forschen, der Verein Electric Visions Kleve, der Klever Kinderschutzbund und die Kunsttherapeutin Mareike van Elsbergen. Weitere Vereine und Einrichtungen laden zum Informieren und Mitmachen ein. Die Veranstaltung trägt den Titel „Wünschestadt 2026. Kinderrechte erleben. Demokratie gestalten.“ Der Eintritt ist frei, es ist keine keine Anmeldung nötig.