Graf Adolf von Cleve verlieh Griethausen 1374 städtische Privilegien.NN-Fotos: Rüdiger Dehnen
3. Juni 2024 · Kleve

Historisches und jede Menge Musik

Das Altrheindorf lädt zur 650-Jahr-Feier: Die Griethausener Vereine haben ein buntes Programm zusammengestellt

GRIETHAUSEN. Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Insbesondere dann, wenn es sich um ein ganz besonderes Jubiläum handelt. Das haben sich die Vorstände der Ortsvereine in Griethausen auch gedacht und ein buntes Programm für Jung und Alt zusammengestellt, für das es sich lohnt, dem Dorf am Altrhein am Samstag, 8. Juni, einen Besuch abzustatten. Um welches Jubiläum, das da gefeiert wird, es sich handelt, dafür lohnt sich ein Blick in die Historie: Graf Adolf von Cleve war es, der am 28. Januar 1374 Griethausen die städtischen Privilegien verlieh. Mit der Verleihung der Stadtrechte verbunden war zum einen ein eigenes Gericht in Griethausen und zum anderen das Privileg, für alle Güter, die von Auswärtigen in Griethausen ge- und verkauft wurden, Steuern zu vereinnahmen. Damit sollten der Ausbau und die Befestigung der Stadt finanziert werden. Der Rhein, über den die Güter transportiert wurden, suchte sich allerdings zu Beginn des 15. Jahrhunderts einen neuen Weg und floss fortan nördlich an Griethausen vorbei. Damit war die Stadt Griethausen rund 60 Jahre später schon wieder Geschichte. Der Ort aber hat sich bis heute gehalten und begeht somit in diesem Jahr seinen 650. Jahrestag.

Um den runden Geburtstag gebührend zu feiern, haben die Griethauser Ortsvereine in monatelanger Vorbereitung ein kunterbuntes, abwechslungsreiches und mit Höhepunkten bespicktes Programm zusammengestellt. Im Ortskern, also zwischen Maibank und Kirchplatz entlang der Oberstraße, gibt es Unterhaltsames, Wissenswertes, Interessantes und Nahrhaftes. Los geht es um 10.15 Uhr mit einem Wortgottesdienst in der St. Martinus-Kirche. Um 11 Uhr eröffnet Bürgermeister Wolfgang Gebing auf der Maibank den Feiertag in Griethausen. Anschließend gibt es Hörenswertes durch eine etwa 45-minütige Darbietung des Frauenchors Harmonie auf der Bühne. Ab 12.30 Uhr gibt es nochmals Live-Musik, wenn die Band Recall das Dorf rocken und zum Tanz auffordern wird.

Ebenfalls um 12.30 Uhr und zwei Stunden später nochmals um 14.30 Uhr lädt Hildegard Liebeton als „Tante Minchen“ zu einem Rundgang durch und um das Dorf und erzählt dabei einige Geschichten aus der Historie des Altrheindorfes. Dabei ist bekanntermaßen auch das eine oder andere Döntje dabei, so dass der 45-minütige Rundgang sicherlich interessant und kurzweilig sein wird.

Zwischen diesen beiden Rundgängen um 13.30 Uhr und danach um 15.30 Uhr wird Theo Reintjes junior alle Interessierten von der Maibank aus mitnehmen zur Griethauser Altrheinbrücke, um Zahlen, Daten, Fakten und Geschichten über die 500 Meter lange Überquerung des Altrheins, die unter Denkmalschutz steht und die mit 160 Jahren älteste erhaltene stählerne Flussüberbauung Deutschlands und über die Grenzen hinaus bekannt ist, zum Besten zu geben.

In einem Zelt in der Oberstraße dokumentieren Fotos die Zeitgeschichte des Dorfes am Altrhein und ein Film zeigt die Feierlichkeiten, die es in Griethausen anlässlich der 600-Jahr-Feier gegeben hat.

Ab 16 Uhr wird die Stimmung nochmals angeheizt durch das Dweil- und Showband De Derde Helft aus Millingen. Da wird sicherlich die eine oder andere Polonäse in der Griethauser Ortsmitte gestartet. Wer dann noch nicht genug Musik gehört hat, darf sich ab 17 Uhr auf Antenne Griethausen freuen. DJ Thomas wird alles geben.

Natürlich haben die Organisatoren auch an die kleinen Besucher gedacht. So werden die Kinder in der Oberstraße am Gemeindehaus auf Wunsch geschminkt. Auf zwei Hüpfburgen können sich die jüngsten Besucher des Festes austoben und bei diversen Spielen der Feuerwehr, des Amelandlagers, des Jugendheims und des Kindergartens Geschicklichkeit beweisen und Spaß haben. Kreidemalerei gehört ebenso zum Angebot, wie Süßes für die kleinen (und großen) Leckermäulchen. Popcorn, Zuckerwatte und Slush-Eis wird es zwischen Maibank und Kirche geben und Kinderherzen höher schlagen lassen.

Auf der Vorplatz der Kirche wird Altertümliches mit Spaß bei einem Fotoshooting mit historischen Kostümen gemischt. Wissenswertes über die Kirche erzählt Claus Reintjes. Der seit mehreren Jahrzehnten als Organist Tätige lädt zu Führungen durch den „Griethauser Dom“ ein. Hier wird man vom Bau, Umbau, Ausbau, Wiederaufbau der Pfarrkirche ebenso hören wie vom Glockenturm und der bildlichen Darstellung der Kreuzigung Jesu hören.

Dass für das leibliche Wohl gesorgt wird, ist für die „Wölfe“ selbstverständlich. Die Kehle erfrischen können sich die Besucher mit Gekühltem am Getränkestand. Eine Kaffeetafel und ein Kuchenbuffet verwöhnen die Gaumen und laden zum Verweilen in Zelten ein. Wer es nicht so süß mag, der ist bei Pommes Frites und Gegrilltes am Imbisswagen von Jürgen Burke gut aufgehoben und findet hier Heißes und Herzhaftes.

Und da der Angelsportverein auch an der Organisation mitwirkt, darf Fisch natürlich nicht fehlen. Hier kann vor Ort verzehrt oder für die Küche zu Hause gekauft werden. Es ist also für jeden Geschmack gesorgt und reichlich vorhanden.
Es gibt Zahlen, Daten und Fakten aus der Geschichte.

Es gibt Zahlen, Daten und Fakten aus der Geschichte.

Der beschauliche Ort ist bei Radfahrern beliebt. Nicht ganz so beschaulich wird es am Samstag sein, denn dann wird gefeiert.

Der beschauliche Ort ist bei Radfahrern beliebt. Nicht ganz so beschaulich wird es am Samstag sein, denn dann wird gefeiert.

Graf Adolf von Cleve verlieh Griethausen 1374 städtische Privilegien.NN-Fotos: Rüdiger Dehnen