"Frühstück am Vatertag bei der Mühle mit Ausstellung, idyllische Szene"
9. Mai 2026 · Sonsbeck

Historisches Dreigestirn im Blick

Zum Mühlenfrühstück am Vatertag eröffnet die Ausstellung „Sonsbecks Wurzeln“

SONSBECK. Dieses Miteinander hat sich bewährt: Der Verein Denkmal an Sonsbeck lädt ab dem kommenden Donnerstag, 14. Mai, zur Ausstellung zu „Sonsbecks Wurzeln“ ein. Parallel dazu findet wieder das Mühlenfrühstück des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV) statt.

Wer auf die Geschichte Sonsbecks blickt, kommt am historischen „Dreigestirn“ aus St.-Gerebernus-Kapelle, Gerebernus-Haus und Römerturm nicht vorbei – hier nahm die Entwicklung des Ortes ihren Anfang. Bereits um das Jahr 900 entstand an dieser Stelle eine Kapelle des Hofes des Kölner Erzbischofs, die 1203 zur ersten Pfarrkirche Sonsbecks erhoben wurde. Besonders außergewöhnlich: 1478 errichtet man hier einen sogenannten Kriechaltar – ein seltenes Zeugnis mittelalterlicher Frömmigkeit, durch den Pilger zur Buße hindurch krochen. Der Zustrom der Wallfahrer war im 15. Jahrhundert so groß, dass die Kapelle erweitert werden musste. Aus dieser Zeit stammt der dreischiffige romanisch-gotische Tuffsteinbau, bei dem Teile der ursprünglichen Mauern und der Turm erhalten blieben. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war Sonsbeck ein bedeutender Wallfahrtsort – ein wichtiger Faktor für den Wohlstand der Gemeinde. „Wir zeigen in der Ausstellung unter anderem die Zeichnung eines der vier von Friedrich Stummel geschaffenen Fenster, die im Krieg leider zerstört wurden“, erklärt Thomas Grütters, Vorsitzender von Denkmal an Sonsbeck. Auch die Skulptur des Heiligen Gerebernus, die einst die Fassade des benachbarten Gerebernus-Hauses schmückte und nach dem Krieg spurlos verschwand, wird thematisiert. „Anhand von Postkarten und Fotografien lässt sich die bauliche Entwicklung sehr gut nachvollziehen“, sagt Grütters und hofft, dass viele Sonsbecker die Gelegenheit nutzen, einen Blick auf die Wurzeln ihrer Heimat zu werfen.

Denn auch der Römerturm blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Schon zur Römerzeit soll sich entlang der Heerstraße an dieser Stelle ein Wachposten befunden haben. Später entstand dort eine stattliche Burganlage, ehe der Turm 1417 zur Windmühle umgebaut wurde. Zwar endete der Mühlenbetrieb 1864, doch der markante Rundturm blieb erhalten und ging 1880 in den Besitz der Kirchengemeinde über. Nach Jahren des Verfalls wurde er in den 1980er- und 1990er-Jahren aufwendig restauriert und schließlich in ein Hotel umgewandelt.

Der jüngste Teil des historischen Dreigestirns ist das Gerebernus-Haus. Es wurde 1854 erbaut und 1888 zum Krankenhaus umfunktioniert. Während des Zweiten Weltkriegs diente das Gebäude als Lazarett, seit 1971 ist es ein Altenheim. Sein Erscheinungsbild hat sich im Laufe der Jahrzehnte mehrfach verändert – auch diese Entwicklung dokumentiert die Ausstellung mit historischen Aufnahmen.

Übrigens: Die Ausstellung war vor einigen Jahren schon einmal zu sehen. Zudem erschien 2017 die begleitende Broschüre „Sonsbecks Wurzeln“, die für fünf Euro beim Bücherbogen erhältlich ist.

Zu sehen ist die Ausstellung an Christi Himmelfahrt (Vatertag) von 8 bis 17 Uhr in der Mühle, außerdem am 16. und 17. Mai sowie vom 23. bis 25. Mai (Pfingsten) jeweils von 11 bis 17 Uhr. Präsentiert werden rund 40 Postkarten auf mehr als 20 Schautafeln – die älteste stammt aus dem Jahr 1906. Ergänzt wird die Ausstellung durch zahlreiche historische Fotografien, die auf einem großen Bildschirm in Dauerschleife laufen und ebenfalls die Entwicklung der Gebäude dokumentieren. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

Eingebettet ist die Ausstellungseröffnung am Feiertag erneut in das traditionelle Mühlenfrühstück des HVV. „Das bieten wir seit 1978 am Vatertag an“, erzählt die Vorsitzende Alexandra Schwillo. Früher fand das Frühstück im Winkelschen Busch statt, seit knapp zehn Jahren werden Bierzeltgarnituren, Kaffeetheke und Buffets rund um die Gommansche Mühle aufgebaut. Wie viele Besucher kommen, hängt zwar immer ein wenig vom Wetter ab – „aber rund 500 sind eigentlich immer dabei“, sagt Schwillo optimistisch. Viele Gäste verbinden den Besuch mit einer Vatertags-Radtour oder einer Planwagenfahrt und stärken sich im Schatten der Mühle für den Tag.

Das Konzept ist denkbar unkompliziert: Gefrühstückt wird von 8 bis 11 Uhr. Erwachsene zahlen elf Euro, Kinder bis 14 Jahre sechs Euro. Karten im Vorverkauf oder Anmeldungen gibt es nicht. Einfach vorbeikommen, bar bezahlen (Kartenzahlung ist nicht möglich!), Platz nehmen und genießen. Angeboten wird alles vom Aufschnitt bis zum Frühstücksei, für Kinder steht eine Hüpfburg bereit, und natürlich fehlen auch Sekt und Bier nicht. Und falls es doch einmal eng werden sollte, ist für Nachschub gesorgt – selbst am Feiertag. „Wir sind bestens vorbereitet“, versichert Schwillo.

Rund um die Mühle wird am Vatertag gefrühstückt und in der Mühle kann man die Ausstellung besuchen. NN-Foto: vs