Historische Radtour war ein voller Erfolg
Lebendige Kriegsereignisse an acht Stationen in Weeze und Wemb
Die Tour führte durch Weeze und Wemb zu acht Stationen, an denen Kriegsereignisse durch die dort wartenden Erzähler lebendig erzählt wurden. Die Tour startete am Rathaus, Matthias Schwartges berichtete, wie dort das Teil eines abgeschossenen amerikanischen Flugzeugs in den NSV-Kindergarten stürzte, der am nächsten Tag eröffnet werden sollte.
Über die Sprengung des Kirchturms der Pfarrkirche St. Cyriakus durch deutsche Soldaten berichtete die stellvertretende Vorsitzende Leni Reichhart auf den Stufen vor der Kirche.
Die Tour führte nun zum Haus der Geschichte(n), wo der Ehrenvorsitzende Hans-Gerd Vrede vom ersten Rathaus auf der Schmiedestraße berichtete, das 1933 zum Haus der NSDAP wurde, die Straße wurde zur Straße der SA. Zudem berichtete er vom Suizid des jüdischen Bürgers Simon Hertz aus Angst vor Deportation.
Weiter ging es Richtung Uedem zum Schaddenhof, wo Klaus Opgenhoff und Peter Davies-Garner die Gruppen erwarteten. Klaus Opgenhoff wusste viel von der Einquartierung von Soldaten auf dem dortigen Hof zu berichten, auf dem seine Mutter lebte. Peter Davies-Garner ergänzte dies durch die lebendige Darstellung der Kampfhandlungen, die genau in diesem Gebiet stattfanden, insbesondere die Gefechte um die Brücke, die vor dem Schaddenhof liegt. Vor diesem Hintergrund erhielt die Brücke später das Schild „Yorkshire Bridge“, da das entsprechende Regiment diese Brücke umkämpfte.
Weiter führte die Radtour über den Nierswanderweg. Dort erwartete Sebastian Wey die Besucher an einem alten Bunker, in dem die Gemeinde während des Krieges ihre Akten einlagerte und der später ein beliebter Spielplatz, Partylocation und Unterschlupf für Obdachlose wurde.
Auf Schloss Wissen konnten die beiden „Kellerkinder“, die Brüder Rudolph und Robert Broekmann, den Besuchern aus dem Alltag der Wissener Notgemeinschaft berichten.
Helmut Hartmann erwartete die Gruppen dann auf dem Wissener Feld. Er berichtete anhand von drei Schicksalen aus dem Alltag im dortigen Kriegsgefangenenentlassungslager, das für insgesamt 230.000 Männer die letzte Station vor der Freiheit war.
Die Gruppen radelten dann durch das Wildschweingehege nach Wemb. An der Heiligen Kreuz Kirche erzählte die Vorsitzende Astrid Basten etwas über das letzte Soldatengrab des Martin Busse auf dem dortigen Friedhof. 59 Jahre nach dem Tod des Vaters erfuhren seine Kinder durch eine unerwartete Begegnung seine tatsächlichen Todesumstände.
Die Teilnehmer kehrten zum Abschluss beim Bauernhofcafé Winthuis ein. Alle haben bei der Tour viel Neues erfahren, das Format „Fiets trifft Geschichte“ wurde begeistert aufgenommen und es wurde gebeten, weitere „Historische Radtouren“ anzubieten.
Für die Teilnehmer war die historische Radtour eine spannend-lehrreiche Angelegenheit. Foto: Arbeitskreis Weezer Heimatgeschichte