Nicola Roth, Friederike Küsters, Stephan Luyven und Georg Koenen machen auf den Fachvortrag aufmerksam. Foto: Katharina Schmidt
8. Oktober 2026 · Goch

„Hinter jeder Tür kann Hilfe beginnen!“: Fachveranstaltung zum Opferschutz in Goch

GOCH. Am 17. November findet von 14 bis 18 Uhr im KASTELL in Goch die Fachveranstaltung „Hinter jeder Tür kann Hilfe beginnen!“ statt. Die Veranstaltung wird vom „Runden Tisch für ein gewaltfreies Zuhause Goch“ initiiert und wird von den Bürgermeistern und Gleichstellungsbeauftragten aus Goch und Weeze unterstützt. Sie richtet sich an Fachkräfte, Institutionen, Behörden sowie alle Menschen, die sich für ein gewaltfreies Zuhause und eine gewaltfreie Gesellschaft einsetzen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Der Einlass beginnt um 13.30 Uhr. Eine Anmeldung ist erforderlich und online unter www.goch.de bis zum 9. November möglich.

Gewalt gegen Frauen und Mädchen findet häufig im Verborgenen statt. Hinter verschlossenen Türen können sich Situationen und Schicksale verbergen, die für das Umfeld lange unsichtbar bleiben. Gleichzeitig können Türen Zugänge zu Beratung, Unterstützung und Schutz eröffnen.

Die Fachveranstaltung möchte deshalb unter anderem folgenden Fragen nachgehen: Wie ist der Opferschutz aufgebaut? Welche Ziele verfolgt er? Welche Unterstützungsangebote und Anlaufstellen gibt es? Welche Bedeutung haben Prävention und Schutzkonzepte? Und wie kann Opferschutz vor Ort gelingen? Gerade auf kommunaler Ebene können tragfähige Netzwerke dazu beitragen, Betroffenen schneller Zugänge zu Hilfe und Schutz zu ermöglichen. Denn hinter jeder Tür kann Hilfe beginnen. Und manchmal beginnt sie damit, dass jemand den Mut hat, anzuklopfen.

Erschreckende Zahlen

Die Zahlen zur Gewalt gegen Frauen und Mädchen unterstreichen die Bedeutung eines wirksamen Opferschutzes. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 187.128 Frauen und Mädchen als Opfer häuslicher Gewalt registriert. 135.713 Frauen wurden als Opfer von Partnerschaftsgewalt erfasst. Zudem wurden 859 Frauen und Mädchen Opfer eines versuchten oder vollendeten Tötungsdelikts. 132 Frauen wurden von ihrem Partner oder ehemaligen Partner getötet. Hinter diesen Zahlen stehen Menschen und persönliche Schicksale. Betroffen sind nicht nur die unmittelbar Geschädigten. Auch Kinder, Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie das gesamte soziale Umfeld können durch die Folgen von Gewalt nachhaltig belastet werden. „Opferschutz“ umfasst dabei weit mehr als die unmittelbare Unterstützung nach einer Straftat. Er beinhaltet rechtliche, gesellschaftliche und behördliche Maßnahmen ebenso wie Prävention, Beratung, Schutzkonzepte und die Zusammenarbeit verschiedener Fachstellen.

Die Fachveranstaltung wird gefördert vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

Nicola Roth, Friederike Küsters, Stephan Luyven und Georg Koenen machen auf den Fachvortrag aufmerksam. Foto: Katharina Schmidt