„Heute schon gepadelt?“
Ab sofort kann in Kleve gepadelt werden: Am 17. Mai ist große Eröffnung
KLEVE. Es gibt Hauptwörter und Tuwörter. Wie wär’s mit Padel? Das Tuwort: padeln. Wer jetzt denkt, dem Schreiber wäre ein ‚d‘ über den Blattrand gerutscht, dem sei gesagt: Das ist nicht der Fall. Es geht nicht um Wassersport. Würde man in Spanien oder Südamerika nach ‚Padel‘ fragen, wäre man restlos blamiert. „Padel ist da teils größer als Tennis“, klärt Heinz-Peter Effing auf.
Effing ist kommunikativ – einer, mit dem sich gut und gern reden lässt. Keine schlechte Voraussetzung für einen Clubmanager. Vielleicht schnell mal eben den Begriff ‚Club‘ definieren. Es geht – siehe oben – um Padeln. Ein paar Fakten. Padelschläger sind kleiner als Tennisschläger. Sie sind noch nicht Saitenbespannt sondern sind aus Kunststoff. Die Fläche: gelöchert. Vielleicht einfach mal ein Bild zeigen. Das spart Schreibarbeit. Der Sport entstand in den 1960er Jahren in Mexiko und der erste Padel-Court wurde 1962 in Acapulco gebaut. Padel, erfährt der Schreiber, wird eigentlich im Quartett gespielt. Zwei gegen zwei also. Jedes „eigentlich“ lässt Platz für ein „Aber“. „Aber wir haben bei uns neben fünf Doppel-Courts auch zwei Single Courts“, sagt Effing. Eigentlich sehen die Courts wie Tennisplätze aus – allerdings indoors, also drinnen. Ist die Netzhöge identisch? Müsste man mal nachmessen. Eingefasst sind Courts durch Glaswände. Die Wände haben eine Funktion, denn beim Padel darf man „über Bande“ spielen. Wenn ein Ball im gegnerischen Feld auftitscht und von es von da aus noch bis zur Glaswand schafft, darf er noch gespielt werden. Es gilt: Eine Bodenberührung ist dann noch möglich. Noch ein Unterschied zum Tennis: Der Aufschlag findet von unten statt. Über Kopf ist nicht. Und noch was: Kommt es – gezählt wird wie beim Tennis – zum Einstand, entscheidet der nächste Ball über den Spiel- oder Satzgewinn. Peakz Padel ist der erste Club in Deutschland. In den Niederlanden hat die Firma mehr als 20 Spielstätten. Peakz Padel in Kleve ist die erste Dependance in Deutschland und Effing der erste Clubmanager in Deutschland. Spricht er Niederländisch? Tut er. Gelernt hat er’s in im Rahmen einer Beziehung zu einer Niederländerin. Die Beziehung: Geschichte. Die Sprachkenntnis: geblieben.
Seit November wird in der ehemaligen Tennishalle an der van den Bergh-Straße in Kleve gespielt. Jetzt folgt die offizielle Cluberöffnung. Save the Date: Samstag, 17. Mai. Wie man es sich so vorstellt: Der Bürgermeister wird kommen und natürlich soll gespielt werden. An die 200 Spieler gibt es bereits. Sie können täglich von 10 bis 22 Uhr die Bälle fliegen lassen. Club heißt das Ganze, weil es – das ist Effing wichtig – „nicht nur um Sport geht. Die Leute sollen sich bei uns wohl fühlen. Daher bieten wir auch Speisen und Getränke an.“ Merke: Essen und Trinken als Kommunikationsgrundlage.
Wenn Padel „eigentlich“ ein Quartettport ist, taucht die Frage auf: Was, wenn jemand keine Partner hat? Effing: „Es gibt bei uns Whatsappgruppen. Da verabreden sich die Leute zum Spielen.“ Die Altersstruktur der Fans: Acht bis 80. Kommen wir zum Finanziellen: Einen Court zu mieten kostet zwischen 20 und 35 Euro pro Stunde. Effing: „Der Preis hängt von der Tageszeit ab, zu der Sie spielen möchten.“ Man muss also nicht Clubmitglied sein, um in Kleve zu padeln? „Bei Peakz Padel bucht man einen Padelcourt und bezahlt nur die Spielzeit. Kein Abonnement. Wie bei deinem Padelschläger: no strings attached“, sagt der Chef. Wenn ein Quartett einen der fünf Double-Courts mietet, wird also der zu zahlende Betrag durch vier getelt. Schläger werden auch vermietet: Fünf Euro pro Stück. Schüler, Studenten und so weiter bekommen die Schläger kostenlos und zahlen für den Court die Hälfte. „Wir haben bereits eine Kooperation mit der Hochschule und auch Schulen haben wir informiert“, erzählt Effing. Und was kostet ein Schläger? Eine dieser Fragen mit einem großen Antwortspektrum. Effing: „Das beginnt bei circa 50 Euro und ist nach oben hin offen. Es gibt durchaus Schläger, für die man bis zu 500 Euro und mehr hinlegen kann.“
Was ist mit Padel-Novizen? „Wir haben jetzt auch einen professionellen Trainer.“ Henning Rüther heißt der Mann und kommt aus Wesel. Bisschen Fahrt muss sein. Das gilt auch für Effing, der mit Familie in Bocholt wohnt. Effing, gelernter Betriebswirt, war zuletzt in Sachen Event-Management unterwegs. „Peakz hat sich bei mir gemeldet. Ich habe überlegt, habe mich für den Job entschieden und ganz ehrlich: Ich habe es noch keine Sekunde bereut“, sagt Effing. Sein Lachen darf als Bestätigung gewertet werden. Wie gut ist denn der Chef beim Padeln? „Ich hatte, bevor ich hier anfing, nur einmal während eines Schwedenurlaubs gepadelt. Jetzt spiele ich natürlich häufiger“, sagt Effing und demonstriert kurz ein paar Aufschläge. Sieht gut aus. Zur großen Eröffnung wird es übrigens unter anderem ein Firmenturnier geben, zu dem man sich noch anmelden kann. „Der Erlös ist für einen guten Zweck gedacht. Das Geld wird in jedem Fall in Kleve bleiben.“ Challenges – also Turniere – wird es auch künftig regelmäßig geben.
Kommen wir noch mal zur Eröffnung: Beginn ist um 12 Uhr, geöffnet ist dann bis 24 Uhr. Und was gibt’s? „Jede Menge Turnierformen, Spiele gegen Profis, eine Fashion Show, Kaffeespezialitäten und Aktivitäten für Kinder und Erwachsene.“ Wer mehr erfahren möchte, surft einfach mal zu www.peakzpadel.de.
Auch Speisen und Getränke werden angeboten. NN-Foto: Rüdiger Dehnen
Seit November wird in der ehemaligen Tennishalle an der van den Bergh-Straße in Kleve gespielt. NN-Foto: Rüdiger Dehnen
Einen Court zu mieten kostet zwischen 20 und 35 Euro pro Stunde. NN-Foto: Rüdiger Dehnen
Würde man in Spanien oder Südamerika nach ‚Padel‘ fragen, wäre man restlos blamiert. „Padel ist da teils größer als Tennis“, klärt Heinz-Peter Effing auf. NN-Foto: Rüdiger Dehnen
Ein Unterschied zum Tennis: Der Aufschlag findet von unten statt. NN-Foto: Rüdiger Dehnen