Heimat ist ein Lebensgefühl
Doris Angenendt und Renate Wischinski bitten wieder zu „Offener Garten trifft Kunst“
UEDEM. „Offener Garten trifft Kunst“ – diese facettenreiche Ausstellung ist eine feste Größe im Kalender. Doris Angenendt und Renate Wischinski freuen sich, in diesem Jahr das Thema „Heimat-Land“ zu präsentieren. Und dass voller Stolz, was sich unschwer an der Kleidung der beiden erkennen lässt.
Sie sind sich einig, dass das Land trotz momentaner Jammerei und Nörgelei unendlich viel Positives hervorbringt. „Für uns ist es nicht nur die Freiheit, uneingeschränkt künstlerisch tätig zu sein; es bezieht sich doch auch auf unser aller tägliches Leben. Und Heimat, das ist Verbundenheit, Kindheit, Erziehung, Geborgenheit, Vereinsleben, einfach alles, was die Menschen bewegt“, sagen die beiden Künstlerinnen, die ihre Besucher am 16., 17. und 18. August begrüßen.
Sie sind seit vielen Jahren ein eingespieltes Team und die Vorbereitungen für die Ausstellung an der Schusterstraße 44 laufen auf Hochtouren. Doris Angenendt zeigt ihre Keramik und Renate Wischinski ihre Bilder. Alles wird auf dem 1.200 Quadratmeter großen Gelände arrangiert: „Der Garten sieht nie überladen aus, man wundert sich, was da alles reinpasst“, schmunzeln die beiden. An Ideen zum Thema hat es nicht gemangelt, eher an der Zeit zum Umsetzen. „Ich hätte noch unendlich viel töpfern können, da hätte ich noch drei Jahre gebraucht“, erzählt Gartenbesitzerin Doris Angenendt. Eines ihrer Lieblingsstücke: die Maus. Die Enkelin habe viele Fotos von dem berühmten TV-Tier als Vorlage gemacht: „Für mich steht die Maus stellvertretend für die Vermittlung von Wissen; ich als Oma bekomme von den Kindern auch noch etwas erklärt.“ Ganz klar, dass der kleine Elefant als Begleiter auch nicht fehlt. Blumenfrauen zeigen, dass man in Deutschland bunt Blühendes liebt und ein Jugendlicher mit kleinem Koffer macht sich selbstbewusst auf den Weg, die ganze Welt zu bereisen. Klischees werden augenzwinkernd umgesetzt: Der deutsche Alltags-Mann mit weißen Socken in den Sandalen ist ein Anblick, der einem im Urlaub durchaus öfter begegnen kann. Den rheinischen Humor verkörpert ein ganz Großer: Verschmitzt lächelnd thront der junge Willy Millowitsch auf seiner Holzstele und hält natürlich den Kölner Dom in seinen Händen. Und Franz Beckenbauer nimmt mit dem Ball schon mal Maß für den Tor-Schuss.
Das Heimatgefühl, das so viele verschiedene Aspekte umfasst, greift Renate Wischinski in ihren Bildern auf; etwa mit der beeindruckenden St. Laurentiuskirche in Uedem oder von den Uedemer Ortschaften. Ein Plausch beim Einkauf oder Spaziergang stärkt die Verbundenheit. „Die Leute fühlen sich hier geborgen“, beschreibt sie. Untrennbar mit Heimat verbunden ist in der Region das Landleben. Bei Renate Wischinski treten drei Hühner mit breiter Brust vor den Betrachter und eine neugierige Gänseschar macht sich erst einmal ein Bild vom Geschehen. Gemütliche Kühe und vorwitzige schwarze Katzen schmücken Kissenhüllen.
Wer sich die Verbindung von Kunst und Garten anschauen möchte, der zahlt einmalig zwei Euro Eintritt, der dann für alle drei Tage gilt. So bieten sich viele Gelegenheiten, die verschiedenen Gartenräume zu entdecken. Überall gibt es Sitzmöglichkeiten, die zum Verweilen einladen und durch die sich immer wieder neue Sichtachsen ergeben.
Den Garten betritt man an den Ausstellungstagen durch die Garage und ist dann sofort wie in einer anderen Welt. Grün, wohin das Auge auch blickt; kaum, dass Alltagsgeräusche die Ruhe stören. Im Hintergrund plätschert leise ein Brunnen und ein Wasserlauf schlängelt sich leise murmelnd über den Boden. „Immer wieder sind Besucher überrascht, in einem Neubaugebiet solch einen Garten zu sehen“, freut sich Doris Angenendt. In der Garage sind Renate Wischinskis Bilder wetterfest untergebracht und hier wartet auch „die kleine Kneipe“ auf die Besucher. Die Bewirtung ist Familiensache, alle packen mit an. „Im vergangenen Jahr ist uns sonntags der Kuchen ausgegangen, doch dieses Mal haben wir vorgesorgt und schon für die Tiefkühltruhe auf Vorrat gebacken“, erzählt Doris Angenendt. Ein Rezept ihrer Großmutter kommt zu Ehren.
Beiden Frauen ist es wichtig, dass der Garten an den Ausstellungstagen ganz viel Aufenthaltsqualität bietet: „Wir wollen die Besucher nicht durchschleusen.“ Kein Wunder, dass diese schon vom „schönsten Café“ geschwärmt haben.
So freuen sich Doris Angenendt und Renate Wischinski auf viele Menschen, die miteinander ins Gespräch kommen, den Garten und die Kunst genießen und einfach einen schönen Tag verbringen.
Öffnungszeiten:„Offener Garten trifft Kunst – Heimat-Land“
Freitag, 16. August, ab 15 Uhr; Samstag, 17. August, 14 bis 21 Uhr; Sonntag, 18. August, 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet einmalig zwei Euro und gilt für alle drei Austellungstage.
Im „Offenen Garten“ gibt es allerlei zu entdecken. Foto: Corinna Denzer-Schmidt
Renate Wischinski (l.) und Doris Angenendt (r.) haben ihr Motto wieder mit viel Kreativtät und künstlerischer Freiheit umgesetzt. NN-Fotos: CDS