Nach gut eineinhalb Jahren der Arbeiten an der Fassade des außergewöhnlichen Bau- denkmals, Haus Haan in Grieth am Rhein, konnte nun ein "offensichtliches" Etappen- ziel erreicht werden: die (nahezu vollkommene) Fertigstellung der Fassadensanierung. Foto: privat
10. September 2026 · Kalkar

Haus Haan erstrahlt in neuem Glanz

Das Haus kann beim Tag des offenen Denkmals besichtigt werden

GRIETH. „Hier möchte man gerne wohnen“, war der erste Kommentar eines Mitglieds des Fördervereins Haus Haan e.V., als das erste Bild von der neuen Fassade des Hauses gepostet wurde. Tatsächlich strahlt Haus Haan seit einigen Tagen mit der Sonne um die Wette. Das monumentale Gerüst ist abgebaut, die Fassade leuchtet in einem neuen Weiß. Das haben bereits mehr als 25.000 Follower auf Facebook und Instagram bemerkt.

Die Fensterrahmen sind in einem frischen Türkisgrün gestrichen und die Fensterbänke sowie Gesimse in einem hellen Grau - ganz wie im Baujahr des Hauses, 1931. Dazu wird der Rand des freitragenden Abdachs oberhalb der Haustür bald in einem hellen Gelb erstrahlen.

Wie es aussieht, scheint die Kernsanierung von Haus Haan in großen Schritten voranzugehen. Doch der Vereinsvorsitzende, Lutz Kühnen, schätzt den Baufortschritt etwas vorsichtiger ein und sieht noch eine beträchtliche Wegstrecke vor sich, bis das Haus so fertiggestellt ist, dass es seiner neuen Bestimmung gewachsen ist. Immer wieder kommt es zu Verzögerungen, die zu einem nicht unwesentlichen Teil dem Wunsch nach einer detailgetreuen denkmalgerechten Instandsetzung mit Originalteilen bzw. -materialien geschuldet sind. Dazu sucht Kühnen mitunter zeitaufwendig nach Originalteilen, wie z.B. originalen Türdrückergarnituren. Auch auch Flohmärkten ließ sich bereits das ein oder andere finden.

Jeder Tag aufs Neue kann Unvorhersehbares zutage bringen. Glücklicherweise sind auch positive Überraschungen dabei, indem eine schnelle Lösung naht, jemand das Wissen über ein Detail einbringt - etwa durch ein Foto der originalen Haustür - jemand für einen Kollegen einspringt oder sich ein weiterer Fachmann ins Team einbinden lässt, um das Sanierungsprojekt Haus Haan zu einem Erfolg werden zu lassen.

Nun steht der Innenausbau an: Schlangenförmig verlegte Rohre auf den Böden und Wänden zeigen den Fortschritt beim großflächigen Einbau einer Fußboden- und Wandflächenheizung. „Die roten Kunststoffschläuche auf den Feldbrandsteinen und den schwarzen Vorlegeplatten sehen fast aus wie Geometrie-Kunstwerke“, freut sich Lutz Kühnen über den augenfreundlichen Zwischenschritt im „guten Gästezimmer“ und im „Damenzimmer“.

Momentan warten die nackten Innenwände darauf, verputzt zu werden. Im Treppenhaus fehlt die alte originale Holztreppe. Sie befindet sich zur Aufarbeitung bei einem lokal ansässigen Fachmann. Nur ein Provisorium führt derzeit in die weiteren Geschosse.

Ein weiterer schöner Abschnitt beginnt, wenn in den Räumen endlich Farbe ins Spiel kommt. Friedrich Schmuck, emeritierter Hochschulprofessor für Gestaltungstechnik am Institut für Kunst und Kunstwissenschaft der Universität Duisburg-Essen, bekannt wegen seiner herausragenden Projekte und Veröffentlichungen in Deutschland und darüber hinaus, arbeitet voller Engagement ehrenamtlich mit. Er ist ein Garant für Qualität von Farbigkeit als gestalterischem Element in der Architektur. Eines seiner Projekte war die Farbanalyse und Beratung für die Sanierung der Plange Mühle im Düsseldorfer Medienhafen. Nach Schmucks fein und per Hand ausgearbeiteten Entwürfen für Haus Haan soll ein Farbkonzept angewandt werden, das den Merkmalen des Neuen Bauens entspricht und vor allem auf den Befunden beruht, die im Haus gesichert und analysiert werden konnten.

Bis es soweit ist, öffnet Haus Haan seine Pforten am Tag des Offenen Denkmals, Sonntag, 13. September, und am Wochenende des Kalkarer Kulturpfads am 26. und 27. September. Dann wird es eine Fotoausstellung von anderen Ikonen aus der Zeit Neues Bauen, des Bauhaus und des niederländischen de Stijl geben.

Nach gut eineinhalb Jahren der Arbeiten an der Fassade des außergewöhnlichen Bau- denkmals, Haus Haan in Grieth am Rhein, konnte nun ein "offensichtliches" Etappen- ziel erreicht werden: die (nahezu vollkommene) Fertigstellung der Fassadensanierung. Foto: privat