Hauptsache Hörner
Steffi und Kai oder: Die Powerpaten
KLEVE. Los ging es mit dem Ungarischen Steppenrind. „Das müsste 2015 gewesen sein“, sagt Steffi und Kai nickt. Steffis Auswahlkriterium: HH – Hauptsache Hörner. Diagnose: Trifft zu beim Ungarischen Steppenrind. Zusatz: Aber sowas von. Nach dem Steppenrind kam das Lama. „Das war für unseren Sohn“, sagt Steffi und Kai nickt. Nicht, dass jetzt ein Missverständnis entsteht: Steffi und Kai haben keinen Privatzoo. Die Janssens sind – wie soll man sagen – Powerpaten in Sachen Tiergarten Kleve. Rind und Lama – das war in der Vormartinzeit. Martin – nur, um das noch mal zu erwähnen – ist der Chef im Tiergarten Kleve. Und um der Vollständigkeit halber: Der Mann heißt Martin Polotzek.
Ein Hirn so „groß“ wie eine Erbse
Mit Martin kamen die neue Patenschaften. Los ging’s mit den Straußen. Auch da hätte Steffi eine Geschichte. „Der Martin hat damals erzählt, das Gehirn von einem Strauß hätte gerade mal die Größe einer Erbse. Und als wir dann zu den Straußen ins Gehege gingen, meinte Martin, wir sollten einen Besenstiel hochhalten. Dann würde der Strauß glauben, wir seien größer als er und uns in Ruhe lassen.“ So also kam die Straußenpatenschaft zustande. Kai nickt und sagt: „Wir sind ja auch noch Paten für die Faultiere und die Rentiere.“ Okay: Faultiere haben keine Hörner. Strauße ja auch nicht, aber bei den Straußen war ja die Erbsenhirngeschichte der Auslöser.
Rentier und Faultier
„Irgendwann“, erzählen die beiden, „hat der Martin dann gesagt, dass es demnächst Rentiere im Tierpark geben wird.“ Da ahnte der Kai: Es könnte – bezogen auf die HH-Regel von Steffi – jetzt eng werden. Ein kundiger Gatte erkennt, wann er nachgeben sollte. Die Lösung: Ein Tauschhandel. Du die Rentiere und ich die Faultiere. Gedacht, gesagt, verpatet.
Demnächst vielleicht die Baumstachler
Jetzt also sind Steffi und Kai Paten für die Strauße, die Rentiere und die Faultiere und so ganz nebenbei erwähnt Steffi, dass sie ja auch die Baumstachler ziemlich toll findet. Martin wird seine helle Freude haben. Die beiden aber auch: „Wir machen das, weil wir was Gutes tun möchten. Tierpatenschaften fühlen sich gut an und wir wissen beim Tiergarten dann auch sofort, was mit dem Geld passiert.“ Zuhause haben Steffi und Kai einen Rhodesian Ridgeback. Für Kenntnislose: das ist eine Hunderasse. „Schon mal mit dem Hund im Tiergarten gewesen?“ Steffi schüttelt den Kopf und sagt: „Der wäre hier, glaube ich, ziemlich unentspannt.“
Die Paten kommen
Jetzt aber mal zu den Rentieren. Die beiden dürfen ins Gehege und sind bass erstaunt, denn die Patentiere sind aber sowas von zutraulich. Man glaubt es kaum. Ist aber einfach schön anzusehen, wie Steffi und Kai durchs Gehege zur Fotosession spazieren und eine Horde Rentiere ihnen hinterhertrabt. Na ja - eigentlich ist das kein Trab – es ist eher ein Trott.
Powerpaten
Drei laufende Patenschaften also, aber da wäre ja noch Steffis Hang zu den Baumstachlern. Aber die haben doch keine Hörner. Macht nix. Sind aber irgendwie witzig und es ist gut möglich, dass bei Steffi und Kai demnächst eine weitere Patenschaftsurkunde hängen wird. „Danke für eure Geschichte. Hat echt Spaß gemacht“, sagt der Schreiber. „Uns auch“, sagt Steffi und Kai nickt. „Tschüss.“
Die Powerpaten bei der Rentierfütterung. NN-Foto: Rüdiger Dehnen