„Hauptsache, es macht Spaß!“
Der Gocher Musikverein feiert in diesem Jahr 150-jähriges Bestehen – Jubiläumssitzung am 25. Januar
GOCH. Seit nunmehr 150 Jahren ist der Gocher Musikverein ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in der Weberstadt. Und seit 30 Jahren ist er auch aus der fünften Jahreszeit nicht mehr wegzudenken, denn damals legte eine kleine Abordnung mit einem ersten Auftritt im Gocher Sitzungskarneval den Grundstein für eine jecke Karriere, die heute klar im Mittelpunkt der Vereinstätigkeit steht. Zum Jubiläum gönnt sich der GMV nun sogar eine eigene Sitzung: Am 25. Januar wird im eXcited mit Familie und Freunden gefeiert – die Veranstaltung war schon ausverkauft, als die Karten noch gar nicht gedruckt waren.
„Wir freuen uns sehr auf diese Sitzung“, sagen die Vorsitzende Mareike Ender und Steffen Beniers, musikalischer Leiter des Musikvereins. Erwarten dürfen die Gäste natürlich ganz viel Musik, unter anderem sind ein Dweilorchester aus den Niederlanden und eine Karnevalsband aus Köln („Tacheles“) mit von der Partie. Aber auch Büttenreden (zum Beispiel „Enne Janze“) und Tanzgruppen haben sich angekündigt. Ein „Best-of“ sozusagen. Oder „Musikverein & Friends“. Denn von Letzteren hat der GMV in Goch und Umgebung eine ganze Menge – und viele zeigten sich sofort begeistert vom Jubiläumsspecial und sagten gern zu. Rund 25 Auftritte stehen zudem in dieser Session für den GMV selbst an. An einem Abend geht es sogar mit dem Bus „auf Tour“. Da stehen vier Auftritte auf dem Programm. Schließlich soll es ja Spaß machen und nicht in Stress ausarten. Und gut für die Gemeinschaft ist es natürlich auch. „In den letzten Jahren gab es immer mehr Anfragen“, freut sich Beniers und führt das auch darauf zurück, dass sich der GMV seit einigen Jahren ganz auf die Karnevalssparte konzentriert. „Wir sind dadurch viel besser geworden“, stellt er fest. Zudem freut es ihn, dass gute Livemusik – auch allgemein – wieder mehr wertgeschätzt wird.
Der „Schnitt“ für den Gocher Musikverein kam 2018, als der bisherige Dirigent nicht mehr zur Verfügung stand und man gemeinsam beschloss, sich aus der konzertanten Blasmusik zurückzuziehen. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es noch die großen Jahreskonzerte. „Wir haben uns intensiv damit auseinandergesetzt“, sagt Beniers, der 2008 die Leitung der internen Karnevalsabteilung übernommen hatte. Schnell wurde deutlich, dass es in Richtung Karneval und Stimmungsmusik geht. Trotzdem, betont Beniers, sei man stolz auf die 150-jährige Geschichte des Vereins. Entstanden aus dem Musik- und Gesangsverein Eintracht, widmete man sich zunächst fast ausschließlich kirchlichen Anlässen. Die instrumentale Musikergruppe kristallisierter sich 1875 zu einem eigenen Verein heraus, dem Gocher Musikverein. Nun ist daraus der GMV geworden, der sich eben dem Karneval verschrieben hat. Schon ein Jahr nach Gründung der „Abteilung“ durfte man 1996 erstmals das Gocher Prinzenpaar, Josef III. (Jansen) und Yvonne I. (Radant) von der 1. G.G.K. Rot-Weiß 1956, begleiten. 1999 waren es dann Josef IV. (Polders) und Katrin I. (Janßen, Vrouwenpoort), 2003 Franz III. (van Berkum) und Sabrina I. (Visser, 1. G.G.K. Rot-Weiß), 2008 Ulrich II. (Daniels) und Nicole II.(van de Kamp, Vrouwenpoort), 2013 Jörg I. „Gonzo“ (Günzel) und Mareike II. (Krebber, 1.G.G.K Rot-Weiß), 2017 Johannes IV. „Poldi“ (Polders) und Lisa I. (Verpoort, Vrouwenpoort) und 2021 Achim I. (Verrieth) und Svenja I. (Lange, 1. G.G.K Rot-Weiß).
2018 begleiteten die Gocher zum ersten Mal auch einen Klever Prinzen, Prinz Maarten den Lachenden. Ein weiteres Mal konnte man sie im vergangenen Jahr in der Klever Prinzengarde erleben. Da begleiteten sie Prinz Benedikt den Kreativen. „Das macht schon richtig Laune“, sagen Beniers und Ender, räumen aber auch gleich ein: „Das kann man nicht jedes Jahr machen.“ Allein für dieses Jahr habe es vier entsprechende Anfragen gegeben. „Aber das ist einfach noch einmal eine ganz andere Nummer und viel zu zeitintensiv und aufwendig, um das jedes Jahr durchzuziehen“, ist man sich einig. Erst 2028 soll es wieder so weit sein. Das begrüßt auch der „feste Stamm“, der aktuell aus rund 33 Musikern besteht. Sie sind sich auch einig, wenn es um die Aufstellung als Karnevalstruppe geht. „Wir möchten bei unseren Wurzeln bleiben und nicht die ganz großen Säle bespielen“, sagt Beniers. Unplugged auftreten, das sei ihnen wichtig. „Wir bleiben eine reine Kapelle und werden nicht zur Band“, stellt er außerdem klar. Trotzdem werde natürlich stets am Ausbau des Repertoires gearbeitet. Dazu gehört nicht nur, dass man die neuesten Sessions-Hits mit aufnimmt und die Karnevals-Klassiker (zum Schunkeln) beherrscht, sondern eben auch partytaugliche Stücke spielt. Neu ist zum Beispiel ein 80er-Jahre-Medley, und auch die Neue Deutsche Welle und „Links Rechts“ sind in diesem Jahr mit dabei.
„Viele unserer Musiker machen auch in anderen Vereinen mit“, nennt Ender einen aus ihrer Sicht weiteren Vorteil der Fokussierung auf die jecke Session. „Wir haben nur in dieser Jahreszeit viel zu tun und in der restlichen Zeit unterstützen unsere Mitglieder gern andere Vereine, die eben nicht diesen Schwerpunkt haben“, sagt sie. Wer möchte, könne durchaus auf verschiedenen „Hochzeiten tanzen“. Oberstes Gebot: „Hauptsache, es macht Spaß!“
Freuen sich auf die Jubiläumssitzung und eine geschäftige Session: Mareike Ender und Steffen Beniers. NN-Foto: vs