Hartefeld feiert Prinz Lucas und das Altbier
Beste Stimmung bei den ausverkauften Sitzungsabenden in der „Dorfschmiede“
HARTEFELD. Tränen vor Lachen und der Rührung, knackige Wortbeiträge, die auch die Lokalpolitik auf’s Korn nahmen, sportliche Tänze, mitreißende Gesangsbeiträge und ein mit Augenzwinkern dargebotenes Motto: Mit „Seid schlau – macht Euch mit Diebels blau“ der Hartefelder „Altbiergarde“ von Prinz Lucas I. (van Stephoudt) untermauerten die Hartefelder den lokalen Charakter der ausverkauften Sitzungsabende in der „Dorfschmiede“. Das Publikum feierte die Akteure des rund fünfstündigen Programms frenetisch.
Das vom ehemaligen „Blau-Weiß“-Vorsitzenden Norbert Clancett moderierte Programm sahen auch starke Delegationen der befreundeten Karnevalsvereine von Ko & Ka aus Issum, der AKG Achterhoek und des VVK Veert.
Direkt nach der Eröffnung durch den Spielmannszug „Blau-Weiß“ unter der Leitung von Friedhelm van de Laak stellte sich Hartefelds Prinz selbst in einer launigen Rede vor. Nicht zu vermeiden: das offene Bekenntnis zu den Fröschen. Das Wappentier seiner Dypter Nachbarschaft prägt den diesjährigen Hartefelder Karnevalsorden. Neben vielen humorvollen Schilderungen aus seinem Leben machte Prinz Lucas, der auch amtierender König der Sankt Antonius-Bruderschaft ist, seinem Vater ein Geschenk und sang gemeinsam mit dem bestens gelaunten Publikum den Karnevals-Klassiker „Einmal Prinz zu sein“. Mit dem Song des legendären Kölner Karnevalsprinzen Wicki Junggeburth war Prinzenvater Herbert vor 30 Jahren bei „Blau-Weiß“ auf die Bühne gestürmt.
Nach dem gefeierten Auftritt gehörte die Bühne Funkenmariechen Mia (Flöhr), die den Jecken die erste Zugabe abtrotzte. Emotion pur und nur mühsam zurückgehaltene Tränen bei Herbert Stienen. Seit 50 Jahren steht der Poelycker auf der Bühne und brachte schon den legendären Saal von „Tante Anna“ zum Kochen. In dieser Session nun sein Abschied in einem humorvollen Wortbeitrag. Unterstützt wurde er von seiner Handpuppe Pelle und vor allem von Norbert Clancett, der ihn in ein jeckes Zwiegespräch verwickelte. Erneut erfrischend lokal und wortgewaltig: die „Zwei vom Bass“. Michael Görtz und Jürgen Tebarth nahmen gekonnt das Ortsgeschehen auf die Schippe. Dass man, nur mit einer Ukulele ausgestattet, den Saal auf die Stühle bringen kann, bewies Sascha Rodenberg. Seine Warnung „denn bald ist Aschermittwoch“ wurde vielstimmig erwidert. In einer humorvoll-politischen Bütt trat Herbert van Stephoudt als „der Ortsbürgermeister“ an. Hier mussten sich mit Sven Kaiser, Bärbel Wolters und Sabrina Kühle gleich drei Bürgermeister eine To-Do-Liste mit drei Punkten abholen: Antonius-Schule, Dorfschmiede, Feuerwehrhaus.
Sehr erfolgreich als Stimmungsmacher war Sänger Frank Jegust als „Hopfenhanseat“. In einem zweiten Auftritt bildete er an der Seite von Sven Forthmann und gemeinsam mit Tom Jegust und Linus Forthmann „die Biertels“ und holte erneut das Thema „Bier“ auf die Bühne. Den Stimmungshit schlechthin markierte die „Altbiergarde“ mit ihrem Gardetanz zur „Karnevalsmaus“. Der Saal tobte und feierte zudem den Hausherrn. Vereinswirt Dragan Bozovic gab gemeinsam mit den jungen Gardeburschen alles und genoss den Applaus. Nach der Pause zeigten die Formationen „Infinity Showdance“ und „Rhythm Rush“ aus Straelen sowie die „Jellys“ aus Hartefeld und die Veerter „Tanzchaoten“ beeindruckende Showtänze, bevor das Gesangsduo Lukas Hasenstab und Lucas van Stephoudt mit Sinatras „New York, New York“ das Publikum endgültig von den Stühlen holte. Genau die Basis, die die „Hartefelder Speckbuben“ für ein stimmungsvolles Finale zu Songs der „Toten Hosen“ benötigten. Was mit karnevalistisch-förmlichen Einmarsch begonnen hatte, endete in einem fröhlichen Rock-Spektakel – zerstörte Gitarre inklusive.
Weitere Termine: „Blau-Weiß“ Prinz Lucas I. (van Stephoudt) freut sich auf die Züge in Veert und Geldern sowie auf „Altweiber“. Am Donnerstag, 12. Februar, besucht er mit „Altbiergarde“ und Elferrat die Hartefelder Grundschule und die Kitas mit Überraschungen für die Kinder. Danach möchte er Drachentochter Christiana Plaumann persönlich gratulieren bei der „Draakverleihung“ im Gelderner Bürgerforum . Den Straßenkarneval feiert Hartefeld mit dem Familienfest zum „Rosenmontagszug“ am 16. Februar. Der närrische Lindwurm zieht, organisiert von der Sankt Antonius-Bruderschaft, ab 14.11 Uhr durchs Dorf und mündet in der Partyzone auf dem Hartefelder Marktplatz.
Solomariechen Mia begeisterte ihr Publikum. Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
Der Spielmannzug Blau-Weiß Hartefeld eröffnete den Abend. Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
Prinz Lucas genießt sein Heimspiel in Hartefeld.NN-Fotos: Theo Leie