Handwerk lebt vom Miteinander
2. Handwerkerforum mit Vertretern des Handwerks, der Wirtschaft und der Politik
KREIS WESEL. Das Handwerk lebt vom Austausch, vom persönlichen Gespräch und vom gemeinsamen Blick auf die Zukunft. Genau das stand beim 2. Handwerkerforum mit Bestenehrung im Waldrestaurant Höfer in Sonsbeck im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Handwerk im Dialog: regional, praxisnah, persönlich“ kamen Vertreter des Handwerks, der Wirtschaft und der Politik zusammen, um sich auszutauschen, aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und vor allem die herausragenden Leistungen junger Handwerker zu würdigen.
Kreishandwerksmeister Günter Bode begrüßte die Gäste und eröffnete den Abend. In seinem Grußwort stellte er die Bedeutung des persönlichen Austauschs innerhalb des Handwerks heraus und machte deutlich, dass ein starkes Handwerk auf engagierte Betriebe, qualifizierte Fachkräfte und ein gutes Miteinander angewiesen ist. Ein besonderes Grußwort erreichte die Gäste anschließend per Videobotschaft. Die Schirmherrin der Veranstaltung, die Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Silke Gorißen, konnte aufgrund einer Plenarsitzung nicht persönlich in Sonsbeck dabei sein. In ihrer Videobotschaft sprach sie über die Zukunft des ländlichen Raums und hob die wichtige Rolle des Handwerks für die wirtschaftliche Entwicklung und die Beschäftigung in der Region hervor. Zugleich unterstrich sie die Bedeutung der Ausbildung, um auch künftig dringend benötigte Arbeitsplätze mit qualifizierten Fachkräften besetzen zu können. Als weitere zentrale Herausforderungen sprach sie die Nachfolge in den Betrieben sowie den Abbau von Bürokratie an. Damit machte sie deutlich, dass gute Rahmenbedingungen notwendig sind, damit Handwerksbetriebe auch in Zukunft erfolgreich arbeiten und ihre wichtige Rolle im ländlichen Raum wahrnehmen können.
Auch Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, richtete ein Grußwort an die Gäste. Dabei standen die aktuellen Herausforderungen und Chancen des Handwerks ebenso im Mittelpunkt wie die Bedeutung einer starken beruflichen Ausbildung. Mit Blick auf die zuletzt schwachen Ergebnisse bei den PISA-Studien betonte Ehlert die Notwendigkeit, der beruflichen Bildung einen höheren Stellenwert einzuräumen. Sein Wunsch: Deutschland solle zum Berufsausbildungsland Nummer eins werden.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Ehrung der besten jungen Gesellen. Guido Lohmann, Mitglied des Aufsichtsrats der Hartwig-Zumwinkel-Stiftung, und Kreishandwerksmeister Günter Bode überreichten den erfolgreichen Nachwuchskräften ihre Auszeichnungen. Gewürdigt wurden damit nicht nur hervorragende Prüfungsergebnisse, sondern auch Fleiß, Engagement und das Können, das die Handwerkerinnen und Handwerker während ihrer Ausbildung unter Beweis gestellt haben. Die Preisträger waren: Maria Schick, Friseurhandwerk; Niklas Nöthen, Tischlerhandwerk; Cara Lena Pfeil, Dachdeckerhandwerk.
Neben den Urkunden erhielten die drei Geehrten ein Geldgeschenk von der Hartwig-Zumwinkel-Stifugng und jeweils einen symbolischen Weseler Esel als besondere Anerkennung. Kreishandwerksmeister Günter Bode überreichte diese von der Kreishandwerkerschaft Wesel persönlich an die Besten – quasi einen regionalen „Bambi“. Der Esel gehört traditionell zum Stadtbild und zur Identität von Wesel und steht damit zugleich für die Verbundenheit mit der Region. Die Eselfigur wurde so zu einem besonderen Erinnerungsstück an die Auszeichnung und den erfolgreichen Start ins Berufsleben.
Im weiteren Verlauf des Abends richtete sich der Blick auf die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Niederrhein gab den Gästen einen Einblick in aktuelle Entwicklungen in Wirtschaft und Politik und ordnete diese aus Sicht der regionalen Wirtschaft ein. Damit erhielten die Teilnehmer Impulse für die anschließenden Gespräche und Diskussionen. Zum Abschluss des offiziellen Programms richtete Kreishandwerksmeister Günter Bode noch einmal das Wort an die Gäste. Er dankte allen Rednern sowie den Mitwirkenden für ihre Beiträge und überreichte ihnen als Zeichen des Dankes ebenfalls einen Esel. Damit endete der symbolische Kreis des Abends: Der Esel wurde zum verbindenden Zeichen zwischen der Region, dem Handwerk und den Menschen, die sich für dessen Zukunft engagieren. Anschließend stand das persönliche Miteinander im Mittelpunkt. Bei einem gemeinsamen Essen und kühlen Getränken nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Netzwerken, Austauschen und Verbinden. Es wurde miteinander gesprochen, Kontakte wurden geknüpft und bestehende Verbindungen vertieft. Denn eines wurde an diesem Abend einmal mehr deutlich: Das Handwerk lebt nicht nur von Können und Fachwissen, sondern vor allem vom Miteinander.
Die Ehrung der Besten (v.l.): Guido Lohmann (Volksbank), Maria Schick, Niclas Nöthen, Cara Lena Pfeil und Kreishandwerksmeister Günter Bode. NN-Foto: Theo Leie