Todd Sharpville mit Band bei seinem Gastspiel in Geldern.Foto: privat
26. Januar 2026 · Geldern

Handkuss und klasse Riffs

Todd Sharpville eröffnet Blues-Jahr beim CulturKreis Gelderland

GELDERN. Dass die Chemie von Anfang stimmte zwischen dem CulturKreis Gelderland als Gastgeber und dem ,,blaublütigen“ Gitarristen, Sänger und Komponisten Todd Sharpville, lag sicher auch an der tadellosen Begrüßung des Briten, der die Bandbetreuerin Sibylle Raeth mit einem stilsicheren Handkuss begrüßte!

Natürlich waren Todd Sharpville und seine beiden Mitstreiter am Bass (Marcus Porter) und Drummer Steve Rushton die Hauptakteure des Abends; eingestimmt auf eine lange, musikalische Reise wurden die zahlreichen Besucher im Joker durch das aus Düsseldorf angereiste Quartett Inphonix, das diese Aufgabe voll erfüllte und die Gäste mit zwölf Eigenkompositionen überzeugte. Arrangements und Texte kamen beim Gelderner Publikum sehr gut an und nicht nur zum Finale gab es anhaltenden Beifall für den gelungenen Auftritt.

Fleißige Hände sorgten unter Leitung von Stefan Kosmalla (Rockline) für einen zügigen Bühnenumbau und die Band in Power-Trio-Besetzung konnte loslegen. Als hätte sich die Combo im Backstagebereich schon warmgespielt, verursachte der mächtige Druck des Openers ,,God Loves A Loser“ beim Zuhören sofort ein wohliges Gefühl. Todd Sharpvilles Blues-Rock hatte nicht nur zu Beginn eine hohe Qualität, ein hohes Niveau. Reichlich Highlights sorgten für gute Laune bei den vielen Fans vor der Bühne. Auch durch seine Reibeisenstimme begeisterte der Bandleader und Todd Sharpville hatte, was seine Soli betraf, in Geldern die Spendierhosen an.

Zu den Höhepunkten zählte das Stück ,,Medication Time“, in dem Todd Sharpville vorab zu sphärischen Bass-Läufen den Hintergrund zu diesem Lied erzählte. Für diesen Song griff der Drummer zu dem Jazzbesen und wie bei einem unerwarteten Vulkanausbruch kam es zu einer extremen Dynamik, die dann sozusagen in sich zusammenfiel, als der Gitarrist ohne Begleitung ein hinreißendes Solo servierte.

Todd Sharpville hatte mit Steve Rushton einen Schlagzeuger der Extraklasse in seiner Band. Selten erlebt man wohl einen Drummer mit so ausgeprägter Mimik! Im Hillbilly/Rock‘n Roll von ,, Red Headed Woman“ (Bruce Springsteen) hatten Steve Rushton und Marcus Porter die Gelegenheit, ihr besonderes Können durch Soli zu verwirklichen. Als Zugabe gab es eine über zehnminütige Jam-Session, bei der das Publikum kräftig mitsang. Die Spiellaune des Trios hielt mehr als zwei Stunden die Gäste in ihrem Bann und alle waren sich einig, Teil eines besonderen Konzertes gewesen zu sein.

Weiter geht es im Joker Rock & Blues Club am Samstag, 21. März, mit der „Ally Venable Band“. Tickets (21 Euro) gibt es bei Eventim und bei Bücher Keuck in Geldern.

Todd Sharpville mit Band bei seinem Gastspiel in Geldern.Foto: privat