Wohnbebauung statt Baumbestand? Das ehemalige evangelische Friedhofsgelände im Halderner Feld. Foto: Bodo Wißen
25. Juni 2025 · Rees

Haldern: SPD gegen Bebauung des ehemaligen Friedhofs

Investor plant Wohnbebauung auf der Anlage im Halderner Feld

REES. Nach intensiver Diskussion in der vergangenen Fraktionssitzung spricht sich die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Rees gegen eine Bebauung des ehemaligen evangelischen Friedhofsgeländes im Halderner Feld im Reeser Ortsteil Haldern aus.

Wie SPD-Vertreter im letzten Bau- und Umweltausschuss der Stadt Rees erfahren haben, plant dort ein Investor den Bau eines zweistöckigen Wohngebäudes. „Wir wissen um den Bedarf an Wohnraum im beliebten Ortsteil Haldern. Deswegen appellieren wir an die Verantwortlichen bei Kreis und Stadt, zunächst einmal die Bebauung am Motenhof aufzunehmen, ehe dieses wunderschöne parkähnliche Gelände bebaut wird. Erst wenn alle anderen Möglichkeiten, von denen es noch mehrere gibt, ausgeschöpft sind, sollte dieses grüne Herz inmitten des Halderner Feld bebaut werden dürfen“, sagt Ratsherr Bodo Wißen.

Im Vorfeld der Fraktionssitzung hatten sich Harry Schulz und Heinz Dähn persönlich ein Bild von der Situation gemacht. „Wir haben hier ein echtes Kleinod, das wir behutsam als Park und als Erholungsgebiet für die Bevölkerung entwickeln sollten, statt da jetzt wieder Häuser hinzusetzen“, sagt der Halderner Dähn. „Wir müssen uns auf den Klimawandel vorbereiten. Wir werden mehr Hitzetage, allerdings auch mehr Starkregenereignisse haben. Gerade in diesen Tagen merken wir doch, wie stark die Sonne brennen kann. Da brauchen wir mehr Schatten von alten Bäumen. Zudem wird überall vom Konzept der Schwammstadt geredet. Bei Starkregen brauchen wir dringend mehr Versickerungsmöglichkeiten. Wir sollten nicht alles versiegeln“, sagt Harry Schulz, der auch Deichgräf ist und daher viel mit den Themen Klimawandel und Wasserschutz zu tun hat.

„Wir bezweifeln die rechtlichen Grundlagen. Hier wird ein Verfahren nach Paragraph 34 Baugesetzbuch vorgeschlagen. Dies sieht zwar die Möglichkeit der Bebauung im unbeplanten Innenbereich vor. Allerdings darf das Ortsbild nicht beeinträchtigt werden, die Bebauung muss sich einfügen und gesunde Wohnverhältnisse sollen erhalten bleiben. Diese Bedingungen wurden bei der zugrunde liegenden Entscheidung für eine Bebauung des alten Friedhofes nicht genügend von Seiten des Bürgermeisters gewürdigt. Da müssen wir nochmal ran. Nicht zuletzt aus ethischen Gründen halten wir Wohnen auf dem Friedhof für keine gute Idee. Diese schöne Grünfläche sollte dem Lindendorf erhalten bleiben“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Friedmann.

Wohnbebauung statt Baumbestand? Das ehemalige evangelische Friedhofsgelände im Halderner Feld. Foto: Bodo Wißen