Haldern Pop: Zweieinhalb Kilometer Zaun
6. August 2024 · Rees

Haldern Pop: Zweieinhalb Kilometer Zaun

Aufbau und Vorbereitung des großen Musik-Festivals in der Reeser Ortschaft

HALDERN. Man fährt auf‘s Gelände. Noch zwei Tage bis zum Haldern Pop 2024. Das Spiegelzelt ist schon aufgebaut. An der Hauptbühne wird noch gearbeitet. Irgendwie eigenartig, das Gelände so zu erleben.

Eine Mischung aus Spannung und Vorfreude: Auf dem Campingplatz stehen Mülltonnen in Reih‘ und Glied. Noch ist die Straße zum Festivalgelände in beiden Richtungen nutzbar, aber die Einbahanstraßenschilder stehen bereits. Alles ist irgendwie ruhig. Auch im Dorf ist von Vorbereitung äußerlich nicht viel zu sehen. Trotzdem liegt Erwartung in der Luft. Längst zählen alle rückwärts: ein Countdown der besonderen Art. In zwei Tagen wird hier alles anders sein: Ein Dorf wird zum Willkommensort, zum Ort der Klänge, der Begegnungen. In der Popbar führt Stefan Reichmann Dauertelefonate. Letzte Abstimmungen. „Dat Blatt“, die Festivalzeitung, liegt verteilbereit.

Auf dem Festivalgelände gehen die Arbeiten auf die Zielgerade. Stephan Brömling gehört zum Team, das die Vorarbeiten regelt. „Momentan sind circa 40 Leute auf dem Gelände. Beim Abbau können es auch schon mal um die 100 sein“, erklärt Brömling, aber Abbau ist Sonntag. Heute, am Dienstag, ist Aufbau angesagt. Angefangen haben sie am Freitag – sechs Tage vor dem Start. Brömling: „Eine unserer Aufgaben: Die Zäune aufstellen.“ 2,5 Kilometer müssen am Ende aufgebaut werden. Keine Kleinigkeit. Auch von enormer Wichtigkeit: die Bodenplatten. „An neuralgisch wichtigen Punkten legen wir Bodenplatten aus. Da reden wir von insgesamt rund 2.000 Quadratmetern. Jede Platte wiegt 30 Kilogramm.“ Wichtig ist natürlich vor allem die Logistik: First things first. Wenn die Reihenfolge beim Aufbau nicht stimmt, behindern sich die Teams am Ende gegenseitig.

Was geht eigentlich schneller – Aufbau oder Abbau? Brömling: „Der Abbau geht bestenfalls schneller. Das kennt wahrscheinlich auch jeder, der zuhause eine größere Party veranstaltet. Nachdem das Fest durch ist, möchte man irgendwann einfach sacken lassen. Wie schnell der Abbau vonstatten geht, hat natürlich nicht zuletzt auch mit der Wetterlage zu tun. Die Halderner haben in den letzten Jahrzehnten reichlich Erfahrungen sammeln können. Das macht sich bemerkbar. Das allermeiste hat sich mit der Zeit perfekt eingespielt.

Die Leute hinter den Kulissen werden gern übersehen. Die wenigsten Festivalbesucher machen sich Gedanken über das Davor und das Danach. Ist ja auch nicht ihre Aufgabe. Ohne Brömling und die Leute im Hintergrund könnte ein Festival wie das Haldern Pop nicht stattfinden.