Gute Entwicklung der Röhrichte
Lebendige Röhrichte am Bienener Altrhein erhielten hohen Besuch
REES. Eine Delegation von Vertretern der EU-Kommission, des Monitoring-Büros ELMEN EEIG, dem Umweltministerium NRW, der Bezirksregierung Düsseldorf und dem Kreis Kleve besuchte das Naturschutzzentrum im Kreis Kleve, um das erfolgreiche EU LIFE-Projekt „Lebendige Röhrichte - Reeds for LIFE“ zu begutachten.
Das Projekt ist 2018 gestartet und läuft noch bis Ende dieses Jahres. Ziel ist, im Schutzgebiet „Bienener Altrhein, Millinger und Hurler Meer und Empeler Meer“ die Situation der zum Teil fast verschwundenen Röhricht- und Schwimmblattpflanzen zu verbessern. Röhrichte wachsen im Flachwasser- und Uferbereich von Gewässern und bilden dort einen wichtigen Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren.
Am ersten Tag wurden die durchgeführten Maßnahmen live bei bestem Wetter vor Ort angeschaut. Es wurde genau erläutert, wie es gelang, den Bienener Altrhein nutriafrei zu bekommen, sodass die rund 10 Hektar Röhrichtpflanzen, insbesondere der Rohrkolben, wieder wachsen konnten. Auch die 1,6 Hektar Pflanzungen sind in Augenschein genommen worden sowie die Röhrichte, die sich wieder von selbst entwickelt haben, wo zuvor Weidengebüsche gerodet wurden. Am zweiten Tag wurden alle Maßnahmen und bisherigen Ergebnisse im Rahmen einer Präsentation genauer erläutert, besprochen und diskutiert.
Alle Beteiligten zeigten sich erfreut über die gute Durchführung des Projektes und stellten anerkennend heraus, dass der Finanzrahmen eingehalten wurde und sogar Spielraum für zusätzliche Maßnahmen und eine Verlängerung des Projektes um ein Jahr ließ. Ebenso positiv wurden die erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen und die gute Entwicklung der Röhrichte gesehen. Dies zeigt sich auch an der Zunahme der Röhrichtvögel. Sie sind auf das Röhricht als Brutplatz und auf die Insekten im Röhricht als Nahrung angewiesen.
Arten wie Teich-, Schilf- und Drosselrohrsänger, Blaukehlchen, Rohrschwirl, Wasserralle und Rohrweihe haben um Teil deutlich zugenommen. Selbst die seit Jahrzehnten am Altrhein ausgestorbene Rohrdommel wurde seit 2022 wieder mehrfach am Altrhein gehört und gesichtet. 2025 und in diesem Jahr sogar noch im April, wie die aktuelle Aufnahme einer Fotofalle zeigt. Mal sehen, ob sie es dieses Jahr vor Auslauf des Projektes noch schafft, erstmalig wieder am Altrhein zu brüten. Es wäre ein toller Erfolg für das LIFE-Projekt für das Lebendige Röhricht am Bienener Altrhein.
Eine Delegation von Vertretern der EU-Kommission, des Monitoring-Büros ELMEN EEIG, dem Umweltministerium NRW, der Bezirksregierung Düsseldorf und dem Kreis Kleve besuchte das Naturschutzzentrum im Kreis Kleve. Foto: Jan Ruiz-Sliva