Guntram Stückemann hilft mit seinen „Foodpacks“ bedürftigen Familien in Wachtendonk und Umgebung.Foto: G. Stückemann
8. November 2023 · Wachtendonk

Guntram Stückemann ist „Mr. Foodpacks“

60-Jähriger verteilt regelmäßig Lebensmittelspenden in Wachtendonk

WACHTENDONK. Lebensmittel werden stetig teurer. Eine Feststellung, für die man nicht mal in den nächsten Supermarkt gehen muss – man hört es überall. Unzufriedenheit macht sich breit und die Sorge, am Ende des Monats nicht genug Geld für Nahrungsmittel aufbringen zu können. Hier setzt sich Guntram Stückemann ein. Mit seiner Aktion rund um Lebensmitteltüten für Bedürftige leistet er seit vier Jahren einen Beitrag.

„Man kann entweder kämpfen oder aufgeben“, sagt „Mr. Foodpacks“, wie Stückemann von einigen Unterstützern genannt wird. Nach mehreren Schicksalsschlägen und einer Erkrankung, die den Rentner selbst vorübergehend zum Pflegefall machten, kennt er beide Seiten der Medaille. „Ich habe 38 Jahre lang als Krankenpfleger gearbeitet und wurde plötzlich durch einen Schlaganfall aus dem Leben gerissen. In dieser Zeit habe ich erfahren, was es bedeutet, selbst Hilfe zu erhalten. Aus der Dankbarkeit, die ich für alle Menschen habe, die mir halfen, nehme ich die Motivation, wieder Hilfe zurückzugeben, so gut ich kann.“

In seinem Haus an der Landfriedensstraße 33 in Wankum, sammelt er Spenden von haltbaren Lebensmitteln, um sie immer am letzten Samstag im Monat in Tüten verpackt, an darauf angewiesene Haushalte zu übergeben. Dazu kauft er von seinem eigenen Geld außerdem frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse dazu ein, die ebenfalls in Tüten aufgeteilt und verschenkt werden. Jeder Haushalt, der sich anmeldet, bekommt zwei Tüten mit einem Wert von je 15 bis 20 Euro.

Auch warme Mahlzeiten bietet Stückemann mittlerweile an. Variiert wird zwischen verschiedenen Gerichten guter Hausmannskost. Beispiele aus den letzten Monaten sind: Reibekuchen mit Apfelmus, Rinderrouladen oder Gulasch. „Ich koche die Sachen, über die ich mich auch selbst freuen würde. Für den Termin in diesem Monat am 25. November, haben sich viele Nudelauflauf gewünscht. Also gibt es Nudelauflauf“, sagt Stückemann. Auch für die warmen Mahlzeiten kann man sich bis drei Tage vor dem monatlichen Termin anmelden.

Anders als erwartet, helfe er mit seinen Spenden nicht hauptsächlich Senioren, sondern vor allem Alleinerziehenden oder Familien mit Kindern. „Ich verurteile niemanden. Jeder kann in die Lage kommen, auf Lebensmittelspenden angewiesen zu sein.“

Monatlich gibt er für seine Wohltätigkeit etwa 250 bis 300 Euro aus, selbst brauche er nicht so viel zum Leben und investiere es lieber in einen guten Zweck, sagt er. Wer helfen möchte, kann seine Spenden bei Guntram Stückemann abgeben. „Ich nehme immer gerne Konserven, Nudeln, Mehl oder andere Dinge an. Wichtig ist nur, dass man die Sachen lange lagern kann. Alles, was ich abgebe, soll schließlich auch noch genießbar sein. Wer nicht selbst einkaufen gehen möchte oder kann, hat die Möglichkeit, auch einfach einen Gutschein zu bringen. Geldspenden nehme ich nicht gerne an.“ Während Organisationen wie die Tafel ebenfalls durch Spendenmangel in Schwierigkeiten geraten und Supermärkte wegen des Wegwurfs von noch intakten Lebensmitteln in der Kritik stehen, sei es umso wichtiger als Gesellschaft zusammen zu halten. „Da ich mich aufgrund meiner Erkrankung nur im Bereich Wachtendonk-Wankum und Umgebung engagieren kann, hoffe ich, dass ich vielleicht jemanden inspirieren kann, ein ähnliches Vorhaben in seinem Ort zu starten.“

Für mehr Informationen zu Terminen und die Bestellung eines Foodpacks, können sich Interessierte über die E-Mail: foodpacks@t-online.de und über Facebook auf dem Profil von Guntram Stückemann melden. Auch persönlich lässt sich mit Stückemann unter Telefon: 0151/25504658 sprechen.

Jacqueline Kurschatke

Guntram Stückemann hilft mit seinen „Foodpacks“ bedürftigen Familien in Wachtendonk und Umgebung.Foto: G. Stückemann