"Gärtner-Team Axel Pelzer, Frank Felkl, Sven Helten bei der Arbeit im Grünen, Lebenshilfe Kreis Kleve, Foto: Thomas Momsen"
5. Mai 2026 · Geldern

Grün, gemeinsam, ganz normal

Menschen mit und ohne Beeinträchtigung arbeiten bei Domus zusammen

GELDERLAND. Ende April. Morgens um sieben liegt noch die Kühle über der Baersdonk. Die Hallentore stehen offen, Pritschenwagen werden beladen. Rasenmäher, Freischneider, Heckenscheren – die Handgriffe sitzen, die Worte sind um diese Uhrzeit noch leise. Einer dieser Frühlingsmorgen, an denen die Arbeit nach draußen ruft.

Hier beginnt der Tag der Gärtner. Domus ist der Inklusionsbetrieb der Lebenshilfe im Kreis Kleve: Menschen mit und ohne Beeinträchtigung arbeiten hier zusammen. Selbstverständlich, ohne großes Aufheben. „Um sieben geht‘s los, sonst wird der Tag zu kurz“, sagt Axel Pelzer. Der Gärtnermeister ist seit zehn Jahren dabei. Neben ihm steht Geselle Frank Felkl, seit zwei Jahrzehnten im Garten- und Landschaftsbau, seit drei Jahren im Betrieb. „Wir kennen uns hier alle gut. Jeder weiß, was er kann und wo man sich unterstützt.“

Heute führt der Weg nach Issum. Die Außenanlagen der Kitas Arche Noah und Pappelstrolche stehen am Vormittag auf dem Plan. Pflegeeinsatz, wie alle zwei Wochen: Rasen mähen, Hecken schneiden, Unkraut entfernen. Ordnung schaffen. Wenn die Maschinen anlaufen, wird es laut. Gespräche verstummen, der Gehörschutz sitzt. Jeder arbeitet konzentriert für sich – und doch als Teil eines eingespielten Teams. Hinter den Fenstern beobachten die Kita-Kinder fasziniert die großen Geräte. „Die würden am liebsten selbst fahren.“ Das Team gibt sich an diesem sonnigen Tag besonders Mühe, zügig fertig zu werden – damit Garten und Spielplatz bald wieder den Kindern gehören.

In den Pausen sitzen die Gärtner oft zusammen im Auto. Dann wird geredet: über den Job, über das Leben, darüber, was gerade beschäftigt. „Das Miteinander ist uns allen wichtig“, sagt Frank Felkl. „Wir achten aufeinander. Und wenn es mal zu viel wird, dann ist es auch okay, einfach ruhig zu sein.“

Arbeit gibt es reichlich: Pflege an den Einrichtungen der Lebenshilfe, öffentliche Grünflächen, private Gärten. Immer professionell, immer ordentlich. Im Frühling und Sommer arbeitet man gern draußen. Im Winter manchmal weniger – doch auch dann gibt es genug zu tun. Und wenn das Wetter gar nicht mitspielt, geht es zurück in die Halle: Maschinen warten, Geräte pflegen, vorbereiten auf die nächste Saison.

„Das ist mein Job. Mein eigener.“

Für Sven Helten ist der Job bei Domus kein Job wie jeder andere. Früher hat er in einer Werkstatt für Behinderte gearbeitet. Dann kam eine Phase ohne Arbeit. Er hat sich gekümmert, sich beworben. Seit vier Jahren ist er Teil des Gärtnerteams – er hat einen „Zielgruppenarbeitsplatz“ im ersten Arbeitsmarkt für Menschen mit Unterstützungsbedarf.

„Das ist MEIN Job“, sagt er. Man merkt: Das ist mehr als ein Satz. Es ist ein Stück Stolz. Und Freiheit. Sven verdient rund 1.600 Euro netto im Monat. Für ihn bedeutet das: Unabhängigkeit, echte Teilhabe, Eigenständigkeit. Ein Einkommen, von dem er leben kann. „Ich kann mir das gar nicht mehr anders vorstellen.“ Mit seinem Freund und zwei Katzen, Schoki und Chanel, wohnt er in Weeze. Einen eigenen Garten hat er nicht. „Muss nicht sein“, sagt er und lacht. In seiner Freizeit fährt er Fahrrad, unternimmt Ausflüge. Selbst bestimmen, unterwegs sein, dabei sein.

Das Gärtner-Team im Dienst: Axel Pelzer, Frank Felkl und Sven Helten (v.r.). Foto: Lebenshilfe im Kreis Kleve / Thomas Momsen