Großes Kopfkino
„Leselöwen suchen den Lesekönig“: Schüler der Gelderlandschule beweisen ihr Vorlesetalent
GELDERN. Die „Leselöwen suchen den Lesekönig“-Tour hat den letzten Halt erreicht: Die Gelderlandschule. Hier haben sich gleich acht Vorleser mutig der Jury gestellt – und die Vorfreude der Gäste wurde nicht enttäuscht: Alle Schüler haben in spannenden und witzigen Auszügen ihr Vorlesetalent unter Beweis gestellt.
Während Mirjam Keuck-Grönheim von der Buchhandlung Keuck, Sandra Hagmans und Gabriele Bruchwalski von der Sparkasse Krefeld und Thomas Langer von den Niederrhein Nachrichten die Stifte und Bewertungsbögen zückten, nahm Luca-Maximilian aus der 4a mutig seinen Platz ein. Er hatte sich für „Das magische Baumhaus“ entschieden und mit klarer Aussprache und einer spannenden Stelle den richtigen Riecher für die Leseprobe bewiesen. Kein Wunder, dass die Zeit wie im Fluge verging.
Somit war auch schon John (4a) an der Reihe. Seine Wahl fiel auf „Die !!! – Seehund ahoi!“. Mit seiner flüssigen Art zu lesen und einer im Vergleich zu seinem Vorgänger nicht minder spannenden Stelle zog er seine Zuhörer schnell in den Bann.
Christian (4b) führte kurz darauf seine Zuhörer in die Geschichte von „Der Kampf der Götter“ ein. Mit seinen Betonungen sorgte er für einen lebendigen und unterhaltsamen Vortrag – so macht Zuhören Spaß!
Lea-Marie (4b) setzte danach mit „Gregs Tagebuch“ voll auf Humor: ruhig und selbstsicher gelesen, hätte die Jury gerne noch länger gelauscht, aber die Zeit ist gnadenlos: Wenige Minuten später war gleich der nächste Vorleser an der Reihe.
Elias (3b) offenbarte seinen Spaß am Fußball, indem er seine Zuhörer in die Geschichte von „Lily links außen“ entführte. Die actiongeladene, spannende Stelle präsentierte er auf flüssige Weise – der verdiente Applaus untermauerte seine tolle Leistung.
Zurück zu „Der Kampf der Götter“ ging es mit Berkay (3b). Selbstsicher und mit Sinn für lebendige Betonungen gelang ihm die schwierige Aufgabe, die gespenstige Atmosphäre seiner Textstelle fühlbar zu machen.
Auch Maximilian (3a) widmete sich dem „Kampf der Götter“. Laut und deutlich gelesen, fanden sich alle Zuhörer direkt mitten im Geschehen wieder. Auch seine engagierte Interpretation der Figuren sorgte für ein lebendiges Hörvergnügen.
Den Abschluss bildete Moritz (3a): Auch bei ihm ging es noch ein letztes Mal um den „Kampf der Götter“. Flüssig und lebendig vorgetragen, sorgte er zum Abschluss für lebhaftes Kopfkino und schenkte seinen Zuhörern damit ein hochkarätiges Finale.
Wobei „Finale“ in diesem Fall relativ ist: Nun galt es nämlich, die Gelderlandschule würdig beim Quiz zu vertreten. Mit Stiften bewaffnet, stellten sich dieser Herausforderung Maximilian (3a), Luis (3b), Finn-Lucas (4a) und Benjamin (4b).
Voll dabei
Die starken Leistungen an diesem Tag verdankten die Schüler neben ihrem eigenen Engagement auch einer durchdachten Vorbereitung: Wie Miriam Brasseler, Klassenlehrerin der 3a, erzählt, habe man dafür verschiedene Ansätze gewählt, darunter die wöchentliche Lesezeit in den 3. Klassen. Die Bücher hätten sich die 3. und 4. Klassen jedoch geteilt. „Die Kinder konnten sich zuerst ein Buch aussuchen“, erzählt Brasseler. „Wir hatten verschiedene Lesekompetenzstufen. So hat jedes Kind ein Buch gefunden, dass ihm im Leseniveau zugesagt hat.“
Ein großer Motivator sei die Antolin-App gewesen. „Ziel war es, mindestens ein Buch zu lesen und ein Quiz zu absolvieren. Viele Kinder haben aber auch mehrere gelesen!“, sagt Miriam Brasseler stolz. Schön sei vor allem die Vielzahl an Genres gewesen. Besonders beliebt: „Der Kampf der Götter“ und „Lily links außen“.
Zur Vorbereitung gehörte auch, gemeinsam die Kriterien aufzuarbeiten – Negativbeispiele inklusive: Wie sitzt man auf dem Stuhl? Wie setzt man seine Stimme ein? Wie präsentiert man eigentlich sich und das Buch am besten? „Da war viel soziales Lernen im Spiel“, sagt Brasseler. „Die Kinder haben sich gegenseitig unterstützt. Es war richtig schön zu sehen, dass die Kriterien, die wir erarbeitet hatten, widergespiegelt wurden.“ Das nicht nur in Form von Kritik, sondern auch Lob. „Wie eine warme Dusche“, sagt Miriam Brasseler. „Das war großes Kino. Das war richtig klasse.“
Die Vorleser selbst wurden in einem internen Wettbewerb ermittelt – der zwar darstellte, dass es nicht jeder nach ganz vorne schaffen kann, „aber gleichzeitig zeigte, dass trotzdem alle toll gelesen haben und es mutig ist, vorne vor der ganzen Klasse zu sitzen.“ Erfahrungen, die umso mehr für den offiziellen Wettbewerb gegolten haben. Somit können auch dieses Mal alle Teilnehmer stolz auf sich und ihre Leistungen sein.
Wer sich von ihnen die Lesekrone aufsetzen darf und welchen Platz die Schulen im Quiz belegen, das zeigt sich bei der Siegerehrung im Gelderner Bürgerforum.
Die Teilnehmer der Gelderlandschule haben beim Vorlesewettbewerb „Leselöwen suchen den Lesekönig“ ihr Können bewiesen. NN-Foto: Thomas Langer