Grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Einsatzübung zur Schadensbewältigung, Stadt Emmerich.
18. Juni 2026 · Emmerich

Grenzüberschreitende Übung

Einsatzübung für die Feuerwehr Emmerich und die Brandweer Lobith/Zevenaar

EMMERICH. Im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit führten die Feuerwehr Emmerich sowie die niederländischen Feuerwehren aus Lobith und Zevenaar am jetzt eine gemeinsame Einsatzübung durch. Ziel der regelmäßig stattfindenden Übungen ist es, die Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinweg weiter zu stärken, voneinander zu lernen und die Einsatzbereitschaft für gemeinsame Schadenslagen kontinuierlich zu verbessern und zu festigen.

Neben dem fachlichen Austausch über unterschiedliche Taktiken und technische Möglichkeiten war ein weiterer wichtiger Bestandteil der Übung die Überprüfung und Verbesserung der Kommunikationswege. Insbesondere die Nutzung der vorhandenen Digitalfunktechnik sowie die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Organisationen standen im Fokus. Ziel ist es, im Einsatzfall eine reibungslose Verständigung und Zusammenarbeit sicherzustellen. Solche Übungen bieten die Möglichkeit, bestehende Abläufe zu testen, mögliche Herausforderungen frühzeitig zu erkennen, bestehende Kommunikationswege weiter auszubauen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Als Übungsszenario wurde ein Brand auf einem landwirtschaftlichen Betrieb angenommen. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand eine Lagerhalle bereits zur Hälfte in Brand. Gleichzeitig wurde gemeldet, dass sich mehrere Personen in der Halle befanden und als vermisst galten. Unverzüglich wurden Maßnahmen zur Menschenrettung eingeleitet. Die Lage verschärfte sich zusätzlich durch einen weiteren Notfall: Noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr hatte eine Mitarbeiterin versucht mit einem Traktor, Maschinen und landwirtschaftliche Geräte aus der brennenden Halle zu retten. Dabei wurde eine Person unter einem Anbaugerät eines Traktors eingeklemmt und schwer verletzt. Dies erforderte neben der Brandbekämpfung und Menschenrettung auch eine aufwendige technische Rettung.

Die Schwerpunkte der Übung lagen daher auf folgende wesentlichen Einsatzbereichen: der Brandbekämpfung der Halle, der Menschenrettung, dem Aufbau einer leistungsfähigen Wasserversorgung sowie der technischen Rettung der eingeklemmten Person. Die Einsatzkräfte beider Nationen arbeiteten dabei eng zusammen und konnten ihre jeweiligen Vorgehensweisen und Einsatzkonzepte erfolgreich miteinander abstimmen. Besonderes Augenmerk lag auf der Sicherstellung einer ausreichenden Löschwasserversorgung für die Brandbekämpfung. Parallel dazu wurden Suchtrupps zur Rettung der vermissten Personen eingesetzt, während weitere Kräfte die technische Rettung der eingeklemmten Person vorbereiteten und durchführten. Die komplexe Einsatzlage verlangte eine enge Abstimmung aller beteiligten Einheiten und bot ideale Bedingungen, um die Zusammenarbeit unter realistischen Einsatzbedingungen zu trainieren.

Nach Abschluss der praktischen Übung kamen die Einsatzkräfte beider Länder zu einer gemeinsamen Nachbesprechung am Gerätehaus der Einheit Elten zusammen. Neben der Auswertung des Übungsgeschehens stand dabei vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt. „Solche Begegnungen sind ein wichtiger Bestandteil der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, da sie helfen, bestehende Kontakte zu pflegen, neue Netzwerke aufzubauen und das gegenseitige Vertrauen weiter zu stärken“, berichtet Christian Knorr, Leiter der Emmericher Feuerwehr. „Die gemeinsame Übung hat erneut gezeigt, wie wertvoll die regelmäßige Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr Emmerich am Rhein und der Brandweer Lobith/Zevenaar ist.“

Durch das gemeinsame Bewältigen einer anspruchsvollen Einsatzlage konnten wichtige Erkenntnisse in den Bereichen Brandbekämpfung, Menschenrettung, technische Hilfeleistung, Wasserversorgung und Kommunikation gewonnen werden. Gleichzeitig wurden die grenzüberschreitenden Kontakte weiter vertieft und die Zusammenarbeit auf persönlicher sowie organisatorischer Ebene gestärkt. Regelmäßige Übungen dieser Art leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger auf beiden Seiten der Grenze und bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Einsatzfall. Das Projekt „Übung Brandweer-Feuerwehr“ wird durch das Interreg-Programm Deutschland-Nederland sowie seinen Programmpartnern ermöglicht und von der Europäischen Union (EU) kofinanziert.

Ziel der Übungen ist es, die Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinweg weiter zu stärken, voneinander zu lernen und die Einsatzbereitschaft für gemeinsame Schadenslagen kontinuierlich zu verbessern und zu festigen. Foto: Stadt Emmerich