Grenzenlose Kooperationen
Jahresauftakttreffen deutscher und niederländischer Serviceclubs im Euregioforum
KLEVE. Inspiration für grenzübergreifende Projekte: Im Rahmen des Jahresauftakttreffens deutscher und niederländischer Serviceclubs im Euregioforum in Kleve standen grenzenlose Kooperationen im Mittelpunkt. Christa van Dee, die im Dezember mit der Ehrenmedaille der Euregio Rhein-Waal ausgezeichnet wurde, berichtete über einige Projekte, an denen sie in den vergangenen Jahren beteiligt war. Im Gespräch mit Joachim Ernst, Präsident des Rotary-Clubs Kleve-Schloss Moyland und Ausrichter der Veranstaltung, schilderte Christa van Dee Kulturunterschiede und Erfolgsfaktoren. In einem grenzübergreifenden Schulprojekt beispielsweise habe sie sich deutschen Schülern als „Juffrouw Christa“ vorgestellt. Für die niederländischen Schüler dagegen sei sie „Frau van Dee“ gewesen. „Zum Unterricht gehören nicht nur die sprachlichen Fähigkeiten, sondern auch die Gepflogenheiten. In den Niederlanden werden Lehrer nun mal geduzt und in Deutschland gesiezt.“ Auch wenn die Kollegen zunächst verwundert waren, habe sich dieser Ansatz doch bewährt. Beim Projekt „Hallo Europa“ ging es um Tanz und Musik. Dabei stieß niederländische Improvisation auf deutsche Planung: Kurz vor dem Start der Auftritte warf der niederländische Regisseur das Programm um, woraufhin die deutschen Gruppen am liebsten direkt abgereist wären. Nur durch geschickte Vermittlung konnte die Veranstaltung gerettet werden. Am Ende wurde sie ein großer Erfolg – und habe sich die deutsch-niederländische Kombination bewährt. Beim Projekt „Emoji“ kooperieren die Kommunen Emmerich, Montferland und Oude Ijsselstreek über die Landesgrenze hinweg. Im Rahmen der fiktiven Gemeinde Emoji, deren Name sich aus den Anfangsbuchstaben der Partner ergibt, wurden bereits viele deutsch-niederländische Projekte initiiert. Dabei bietet das Dach „Emoji“ die Struktur für die Zusammenarbeit. Auch bei dem Jahresauftakttreffen im Euregioforum hatten sich Teilnehmer aus beiden Ländern eingefunden. Die rund 100 Beteiligten vertraten Serviceclubs wie Rotary, Lions, Zonta, Probus und Inner Wheel. Joachim Ernst schlug in seiner Begrüßungsrede den Bogen von der großen Weltpolitik über den deutschen Wahlkampf und die neue niederländische Regierung bis zum grenzüberschreitenden Geschehen. „Ich hoffe, dass dieser Morgen eine Initialzündung für deutsch-niederländische Kooperationen wird und dass wir auf Clubebene diese Chancen künftig stärker nutzen“, betonte er zum Abschluss. Im kommenden Jahr übernimmt der Rotary-Club Emmerich die Organisation des Jahresauftakttreffens. Das Projekt „Jahresauftakttreffen der Serviceclubs“ wird durch das Interreg-Programm Deutschland-Nederland sowie seine Programmpartner ermöglicht und von der Europäischen Union (EU) kofinanziert.
Im Gespräch mit Joachim Ernst, Präsident des Rotary-Clubs Kleve-Schloss Moyland und Ausrichter der Veranstaltung, schilderte Christa van Dee Kulturunterschiede und Erfolgsfaktoren. Foto: Rotary-Club Kleve-Schloss Moyland