Liebevoll gedeckt im Emmericher Seniorencafé. Foto: privat
30. Dezember 2024 · Emmerich

Glückliche Stunden im Seniorencafé in Emmerich

Drei Frauen organisieren Treffen am 2. Weihnachtstag für Alleinstehende

EMMERICH. Die meisten Menschen haben die Weihnachtstage im Kreise ihrer Lieben verbracht. Dieses Glück, auch wenn es manchmal mit Stress verbunden ist, hat jedoch nicht jeder. Das hören die, die ehrenamtlich in der Seniorenarbeit und ähnlichen Initiativen tätig sind, immer wieder.

Dabei wäre es schön, nicht nur glänzende Kinderaugen zu Weihnachten zu sehen, sondern auch freudig glänzende Augen bei Menschen, die die Feiertage einmal nicht allein verbringen müssen. Diesen Gedanken griffen drei Emmericher Frauen auf. Birgit Offergeld, Barbara Giesen und Magdalena Janßen-Koeller hatten eine Idee: In den Räumen des Seniorencafés am Neumarkt in Emmerich, die an den Weihnachtstagen normalerweise leerstehen, sollte am zweiten Weihnachtstag ein geselliges Treffen stattfinden.

Birgit Offergeld stellte einen Antrag auf Förderung im Rahmen des Kleinstförderprogramms des Landes „Miteinander engagiert – Du+Wir=Eins. Nordrhein-Westfalen gegen Einsamkeit“. Und der Kreis Kleve gab dieser Initiative den Zuschlag. So trafen sich 25 Menschen, um zusammen festlich zu essen und zu klönen. Da begegneten sich alte Bekannte zufällig nach Jahren wieder und freuten sich sehr. Neue Bekanntschaften wurden geschlossen und ein reichhaltiges Menü von Langenhorst Catering genossen.

Wer vermutet, dass sich nur Senioren zusammenfanden, der täuscht sich. Es gab durchaus Gäste um die 30 Jahre. „Mit Rollator ans Buffet ist kein Vergnügen“, meinte eine ältere Dame. Ihr und anderen, die schlecht laufen konnten, brachten andere gerne einen Teller mit Salaten, mit Sauerbraten, Klößen und Rotkohl oder mit Rouladen, Kroketten und Mandelbrokkoli an den Tisch. Weil einige spontane Absagen erfolgt waren, konnten manche Gäste zu ihrer Freude noch ein Mittagessen für den nächsten Tag mit nach Hause nehmen. Rund zwei Stunden lang summte es im Seniorencafé wie im Bienenstock; nicht Besteckgeklapper, sondern lebhafte Gespräche erfüllten den Raum. An den liebevoll gedeckten Tischen wurde gescherzt, manche Erinnerung von früher ausgetauscht. Begeistert boten einige Gäste ihre Hilfe an: „Wenn ihr das noch mal macht, helfe ich gerne!“ Ein Herr packte direkt beim Möbelrücken am Schluss mit an.

Nach Mousse au chocolat und Herrencreme wurden zum Kaffee erste Verabredungen getroffen: „Im Januar sehen wir uns im Seniorencafé oder zum Repair & Kaffee.“ Später fand Birgit Offergeld auf ihrem Anrufbeantworter diese berührende Ansage vor: „Noch mal herzlichen Dank für die tolle Organisation! Mir ist jetzt so richtig glücklich weihnachtlich zumute!“

Liebevoll gedeckt im Emmericher Seniorencafé. Foto: privat