"Wanderung im Reichswald, Naturerlebnis, Sehenswürdigkeiten, dichte Wälder, Erkundung, Outdoor-Abenteuer"
30. September 2026 · Goch

Geschichstreise per Rad

Herbsttour des VHV führte durch den Reichswald

KESSEL. Der VHV-Kessel hat kürzlich seine Fahrrad-Herbsttour durch den Reichswald veranstaltet. Die Besonderheit in diesem Jahr war, dass Robert Komans, ein Kesseler „Historiker“ an diversen Stationen die geschichtlichen Hintergründe erläutert hat. Es ging los im Weinhaus an der Kirche, wo über die Kesseler Historie seit der Zeit von 2.000 vor Christus berichtet wurde, und darüber, wie die Kelten und Römern hier gelebt haben. Ein Faustkeil, diverse andere Werkzeuge und viele Münzen sind Zeugen der Vorzeit und befinden sich in Kessel in privater Hand. Wichtige Fundstücke aus Kessel und Umgebung sind im Bonner LVR-Landesmuseum zu sehen. Die zweite Station lag direkt am Waldrand, wo ein Hügelgrab gezeigt wurde, eines von dreien im Reichswald, die noch sichtbar sind und wohl zu den ältesten erhaltenen Denkmalen am Niederrhein zählen. Etwas weiter in Richtung Kesseler Straße ist die VHV-Hinweistafel zu finden mit dem Verlauf der ehemaligen Waldbahn. Gegenüber liegt der Brunnen zum Wasser auftanken der Loks Max und Moritz.

Danach wurde in der „Gofa-Hütte“ über das Mönchstal, die Römer, die das Tal als Deckung nutzten und das „versunkene Kloster“, das in Wahrheit ein römischer Burgus war, berichtet. An dieser Stelle gab es auch offizielle Ausgrabungen mit interessanten Funden, wie zum Beispiel zwei Glasöfen. Hier wurde früher schon Glas aus Quarzsand hergestellt. Die nächste Station war der Ehrenfriedhof mit über 7.700 Gräbern, die alle daran erinnern, wie grausam der Krieg im Reichswald gewesen sein muss; die wohl schlimmste Schlacht im Zweiten Weltkrieg mit den meisten Toten auf beiden Seiten in einem engen Korridor von zehn Kilometern. Weiter ging die Fahrt zum 89 Meter hohen Geldenberg. Hier wurde der Feuerwachturm bestiegen und aus 25 Meter Höhe konnten die Teilnehmer über den gesamten Reichswald schauen.

Über Frasselt führte die Tour am Forsthaus Nergenaer vorbei über die Genneper Bahn mit dem Denkmal für die Waldbahn nach Grafwegen. Weiter ging es über den Grenzweg nach Grunewald zum Jagd-Ausbildungszentrum. Herr Cleve führte die Gruppe über den Schießstand und vermittelte alle Möglichkeiten, die der Schießstand zu bieten hat mit Tontaubenschießen, Kugelstand und laufendem Keiler. Zum Abschluss gab es ein fantastisches Schnitzelbuffet. Alle Teilnehmer waren voll des Lobes über die Strecke, die Lars Groesdonk kreiert hatte und über die zahlreichen Informationen über die Heimat.

Im Reichswald wurden viele interessante Punkte angesteuert. Foto: privat